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Um dieses Gebäude geht es: Im Kindergarten in Schwabsoien ist nicht mehr genug Platz. 

Diskussion im Gemeinderat

Kindergarten in Schwabsoien: Erweiterung oder Neubau?

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Der Kindergarten in Schwabsoien platzt aus allen Nähten. Um Fördergelder für einen Anbau zu erhalten, gibt es Einiges zu beachten. Doch reicht eine Erweiterung überhaupt?

Schwabsoien – Zur Zeit gehen die Kindergartenkinder zum Turnen in die Schule. Denn der eigene Gymnastikraum wurde zum dritten Gruppenzimmer umfunktioniert. Eine Lösung auf Dauer ist das nicht, soviel ist den Gemeinderäten in Schwabsoien klar. Auch, weil die Betriebserlaubnis für die Übergangslösung nur bis September geht.

„Bis dahin werden wir es nicht schaffen“, so Bürgermeister Siegfried Neumann. Allerdings habe die Aufsichtsbehörde signalisiert, dass eine Verlängerung möglich sei, wenn sich die Gemeinde um eine dauerhafte Vergrößerung des Kindergartens bemüht.

Kindergarten Schwabsoien: Gemeinderäte legen Wert auf Bedarfsermittlung

In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es um die Ausschreibung der Architektenleistungen für einen Anbau. Allerdings kam schnell die Frage auf, ob so eine Erweiterung überhaupt ausreiche. Der Platz auf dem Grundstück sei begrenzt, und für die Kinder soll draußen noch ausreichend Platz zum Spielen bleiben. „Mit wie vielen Kindern rechnen wir in den nächsten Jahren? Nicht, dass wir in fünf Jahren trotz Anbau wieder vor dem selben Platzproblem stehen“, so der Einwurf von Herbert Hefele.

Mehrere Gemeinderäte spielten deshalb mit dem Gedanken, ob es nicht sinnvoller wäre, gleich einen neuen Kindergarten zu planen.

Die Bedarfsermittlung als Grundlage für die Entscheidung sei extrem wichtig, waren sich alle einig. Das Problem: So genau lasse sich nicht sagen, wie viele Kinder die Einrichtung in den kommenden Jahren nutzen werden, so Bürgermeister Neumann. Aber nachdem die Gemeinde neue Bauplätze geschaffen hat, rechnet er auch mit mehr Kindern.

Der Bedarf könne aus den Geburtenzahlen abgeleitet werden, so Hefele. Er schlug eine baldige Ausschusssitzung vor, um konkret über den Kindergarten zu reden. Zu diesem Treffen, das nach Zustimmung der anderen Gremiumsmitglieder für Ende Januar geplant ist, soll auch die Kindergartenleitung sowie eine Architektin als Experten eingeladen werden.

Kindergarten Schwabsoien: Kombigruppe aus Krippen- und Kindergartenkindern geplant

Aktuell gehen 58 Kinder in den Schwabsoiener Kindergarten, aufgeteilt in zwei feste Gruppen sowie die Übergangsgruppe. Angedacht ist bislang, dass die dritte Gruppe als Kombieinrichtung im Kindergarten verankert wird. Heißt: Es soll circa fünf Krippenplätze geben, die restlichen Plätze werden an Dreijährige vergeben.

Kindergarten Schwabsoien: Kritik an gesetzlichen Vorgaben

Dass die Gemeinde im Zugzwang ist, ausreichend Plätze zur Verfügung zu stellen, hängt damit zusammen, dass Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr seit August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Eine Vorgabe, die bei Eugen Guffler auf Unmut stößt: „Da wird ein Wahlversprechen gemacht – aber wie es umgesetzt werden soll, damit werden die Kommunen alleine gelassen. Und zum großen Überfluss auch noch mit Bürokratie zugemüllt.“

Er spielt damit auf die Vorgaben für das Vergabeverfahren an. Damit die Bauarbeiten gefördert werden ist es unter anderem nötig, dass alle Entscheidungsschritte begründet und genau dokumentiert werden. Bei Fehlern im Verfahren müssten erhaltene Gelder sonst gegebenenfalls zurückgezahlt werden.

Kindergarten Schwabsoien: Gemeinde wird bei Vergabeverfahren beraten

Damit sich die Gemeinde auf der sicheren Seite befindet, steht Monika Winkelman von Winkelman Consulting dem Gremium beratend zur Seite. Sie erklärte den Gemeinderäten in der Sitzung, worauf sie bei der Ausschreibung zu achten haben: So müssen mindestens drei Architekten, die bereits ähnliche Projekte umgesetzt haben, aufgefordert werden, ein Konzept vorzustellen. Für die Vergabe können bestimmte Kriterien festgelegt werden, die erfüllt werden müssen. Die Entscheidung, welcher Architekt den Zuschlag erhält, muss nachvollziehbar sein.

Winkelman empfahl, die Nutzer früh in die Planung einzubeziehen und zur Ausschusssitzung einzuladen. Es solle bis dahin geklärt werden, was im Kindergarten gebraucht wird, wie der Tagesablauf ist, welche Wünsche es seitens der Kindergartenleitung gibt. „Dann wissen wir auch, welche Kriterien wir in die Ausschreibung aufnehmen sollten.“

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