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Oberhalb der Häuser Am Kellerberg müssen mehrere Eschen weichen. Ihre Triebe sterben und die Wurzeln faulen. Die Standsicherheit in dem gemeindlichen Wald kann nicht mehr garantiert werden. 

Ökokonto muss warten

Schwabsoien verschiebt den Waldumbau

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Die Bäume auf dem Netzenberg in Schwabsoien dürfen noch einen Sommer lang stehen bleiben. Würden sie jetzt gefällt, käme es zu großen Flurschäden, die die Gemeinde den Landwirten nicht zumuten möchte. Ein paar hundert Meter weiter heulen aber demnächst die Motorsägen, weil dort sterbende Eschen zur Gefahr werden.

Schwabsoien– Eigentlich hätte es mit dem Waldumbau auf dem Netzenberg längst losgehen sollen. Bekanntlich hat sich die Gemeinde Schwabsoien dazu entschlossen, einen großen Teil der Eschen und Fichten abzuholzen und langfristig durch nachhaltigere Hölzer zu ersetzen: Ein Eichenmischwald mit Hainbuche, Winterlinde und Vogelkirsche soll entstehen. Der Gemeinde bringt das Punkte auf ihrem neuen Öko-Konto, mit dem sie Baulandausweisungen kompensieren kann.

Damit wird es jetzt erstmal nichts. Der Boden ist nicht mehr gefroren, bei den Arbeiten würden große Flurschäden entstehen, erläutert Bürgermeister Siegfried Neumann. Das will er den Landwirten nicht antun. Sie sind bereits dabei, die Felder herzurichten. Obendrein hat es mit der „verkehrsrechtlichen Anordnung“ länger gedauert, berichtet Revierförsterin Silvia Thien. Die Landsberger Straße muss für die Fäll-Arbeiten gesperrt werden. Und die sei die Umleitungsstrecke der B17. Und: die Vogelbrutzeit beginnt. An die müssen sich die Förster im Wald zwar nicht immer halten, „aber wir wollen trotzdem Rücksicht nehmen“, sagt Thien.

Am Kellerberg müssen die Eschen unverzüglich weg

Ein paar hundert Meter weiter südöstlich zwischen Netzenbergweg und der Straße Am Kellerberg kann auf die Vögel dagegen keine Rücksicht genommen werden. Dort ist laut Thien Gefahr in Verzug, „und Menschenleben gehen immer vor“, betont sie. Im April müssen in dem Bereich vom Triebsterben befallene Eschen weichen, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr garantiert werden kann. Die Bäume in dem gemeindlichen Wald sind bereits markiert, aufgrund der erhöhten Gefahr auch bei den Fällarbeiten bittet die Forstverwaltung ausdrücklich davor, die Sperrung des Netzenbergwegs östlich der Wohnbebauung zu beachten.

Das Eschentriebsterben wurde Thien zufolge erstmals 2008 in Bayern nachgewiesen. „Seitdem verschärft sich die Situation zunehmend“, bedauert die Revierförsterin. Zusätzlich seien viele Eschen mittlerweile von Wurzelfäule-Erregern befallen. Das könne zum Verlust der Standsicherheit führen. Und die Eschen könnten ohne Vorzeichen einfach umbrechen. Deshalb werden in Schwabsoien nun umgehend mehrere Bäume gefällt. Im Herbst werden die Fäll-Arbeiten dann fortgesetzt, anschließend wird die Fläche wieder aufgeforstet. Geplant seien blühende Sträucher und Baumarten sowie die Eibe als immergrüner Nadelbaum, blickt Thien voraus.

Auch auf dem Netzenberg beginnen dann die deutlich umfangreicheren Arbeiten. Wir berichtet, wird der Fichten- und Eschenwald auf einer Fläche von rund 2,3 Hektar abgeholzt und wieder aufgeforstet. In Schwabsoien hatte das zwischenzeitlich zu Verstimmungen in der Bevölkerung gesorgt, die einen Kahlschlag fürchtete und sich unzureichend informiert gefühlt hatte. Silvia Thien betont jetzt noch einmal, dass „nur ein Teil“ vom Netzenberg abgeholzt und wieder aufgeforstet wird.

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