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Ein Schwabsoiener musste sich nun vor Gericht verantworten, weil er einen Mopedfahrer mit einem Holzknüppel attackierte

Vor Gericht

Schwabsoiener attackierte Mopedfahrer mit Knüppel 

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Was in den Schwabsoiener gefahren ist, dass er mit einem Holzknüppel einen Mopedfahrer schlug, kann er sich heute nicht mehr erklären. Erstand nun vor Gericht.

Schwabsoien – Er habe sich damals in einer persönlichen Ausnahmesituation befunden, schilderte der Angeklagte in der Verhandlung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Weilheim. „Meine Mutter war gestorben, ich hatte Depressionen und war seit April krankgeschrieben.“ Am Abend des 2. August des vergangenen Jahres habe er gegrillt und Bier getrunken. Seine Frau sei schon im Bett gewesen, als er gegen 22.30 Uhr Motorradlärm gehört habe. Dieses Geräusch hat ihn offensichtlich so gestört, dass er sich einen Holzknüppel schnappte und sich dem vorbeifahrenden Mopedfahrer in den Weg stellte. Es habe ein Wortgefecht zwischen dem Kraftradfahrer und dem 44-Jährigen gegeben, schließlich habe er mit dem Knüppel auf den Helm des Mopedfahrers geschlagen.

Angeklagter Schwabsoiener rief Polizei

Der Mopedfahrer fuhr weg und kam wenig später in Begleitung wieder, um den Angreifer zur Rede zu stellen. Da bekam es der Angeklagte mit der Angst zu tun und rief die Polizei. „Es hat geklingelt und vor meiner Tür standen vier Männer. Ich habe nicht aufgemacht, ich hatte Angst“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Erst als die Polizisten angekommen waren, öffnete der Schwabsoiener die Tür und entschuldigte sich sofort für die Knüppelschläge. „Es tut mir echt leid. Ich bin so noch nie in Erscheinung getreten“, sagte er vor Gericht. Er wisse nicht, was an jenem Abend in ihn gefahren sei.

Diese Frage stellte auch der Vorsitzenden Richter Lars Baumann: „Uns beschäftigt die Frage, wie es dazu kam.“ Der Verteidiger des 44-Jährigen versuchte eine Erklärung, wie es zu dem Ausraster kam: „Ich kann mir nur vorstellen, dass es so stufenweise passierte.“ Der Polizei gegenüber hatte der Angeklagte bei seiner Vernehmung gesagt, dass ein Motorradfahrer den ganzen Tag vor seinem Haus hin und her gefahren sei. Von diesem Lärm habe er sich belästigt gefühlt.

Mopedfahrer schildert Vorfall vor Gericht

Der Mopedfahrer schilderte als Zeuge, wie er an jenem Abend mit etwa 40 km/h nach Hause gefahren ist. Plötzlich habe er eine Person auf der Straße gesehen und abgebremst. „Plötzlich habe ich einen Schlag auf den Kopf bekommen“, sagte der Mopedfahrer. Anschließend habe er noch einen Schlag auf die Wirbelsäule bekommen. Der Mann, der ihn mit dem Knüppel auf den Kopf geschlagen hatte, habe ihn gefragt, warum er solch einen Krach mache. „Der Mann hat für mich ein bissl einen verrückten Eindruck gemacht“, sagte der Zeuge.

Mopedfahrer angegriffen: So lautet das Urteil

Der Schwabsoiener wurde schließlich wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu einem Jahr Haft verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der Mann 2000 Euro an die Verkehrswacht zahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, damit wurde es sofort rechtskräftig. Die Frage, wie es zu dieser Eskalation gekommen sei, habe nicht richtig beantwortet werden können, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung. Dennoch sei dem Angeklagten anzulasten gewesen, dass er es zu dieser Situation habe kommen lassen. „Man hätte auch die Polizei rufen oder einfach zu Bett gehen können“, sagte der Richter.

Zugunsten des 44-Jährigen wertete das Gericht, dass er geständig war und dass er an jenem Abend Alkohol getrunken hatte. „Dennoch ist ein deutliches Zeichen zu setzen, dass so etwas nicht geht. So ein Verhalten darf in keinster Weise geduldet werden“, sagte Baumann.

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