Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann steht heftig in der Kritik.

Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik

Schwabsoier Rat wutentbrannt wegen Brandtüren

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Elf Schwabsoier Gemeinderäte sind stinkesauer auf Bürgermeister Siegfried Neumann. Und der auf die Räte. Trotz eines Erklärungsversuchs zur Vergabe von Arbeiten im Schulgebäude bleiben Fragen offen.

Schwabsoien– Es geht um die Tür einer Abstellkammer in der Schwabsoier Schule, die zu schmal ist, um dort Getränke auszuschenken. Und es geht um eine Dachbodentür, die mit seitenverkehrtem Anschlag verbaut worden ist, so dass eine Bar jetzt nicht mehr heraustransportiert werden kann. Das hat zu einem Graben zwischen Bürgermeister Siegfried Neumann und einigen Gemeinderäten geführt.

Warum hat Neumann die Vergabe dieser Arbeiten eigenmächtig vergeben? Und warum nicht an die aus der Ausschreibung als erstrangig hervorgegangene Firma? Gemeinderat Bernhard Starker hatte dazu Aufklärung gefordert.

Mit Eisesmiene präsentierte Neumann in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Zeitstrahl, der die Vergabe dokumentiert. Neben ihm: Ingenieur Michael Anton Riedle vom Hohenfurcher Ingenieurbüro Riedle.

Keine Ausschreibung wegen geringen Auftragsvolumens

Neumanns Erklärung: Eine Ausschreibung hätte nicht stattgefunden, sondern eine freihändige Vergabe wegen des geringen Auftragsvolumens.

Drei Firmen hätten ein Angebot abgegeben. Obwohl man Firma A auf den Ausführungszeitpunkt der Arbeiten während der Sommerferien hingewiesen hätte, hätte die den Termin nicht halten können. Mit Firma B hätte Neumann sich an den nächsten Bieter in der Rangfolge gehalten. „Ich habe am 22. Juli aufgrund dringlicher Anforderungen unaufschiebbarer Geschäfte den Auftrag erteilt“, so Neumann.

Wütender Gemeinderat verlässt öffentliche Sitzung

Die Begeisterung über die Arbeiten, die im August über die Bühne gegangen waren, hielt sich in der aufgeladenen Sitzung in Grenzen. Nicht besser machte es, dass Siegfried Neumann keine Fragen zuließ, Einwände abblockte. „Das ist eine Stellungnahme.“ Daraufhin verlässt mit Eugen Guffler nach 25 offiziellen Sitzungsminuten ein stinkewütender Rat die öffentliche Sitzung.

Über die Ausführung der Arbeiten kann man sich offenbar tatsächlich trefflich streiten. Gar von „Pfusch“ spricht Rat Herbert Wohlhaupter. Ingenieur Michael Anton Riedle – sein Büro hatte die Bauleitung – räumte an einer Stelle eine kleine Schlamperei ein. Dass der Schankraum durch die verschmälerte Tür jetzt schlecht zugänglich ist: Auch dafür entschuldigte sich der Planer. „Für mich war das ein Besenraum.“ Auch über den Dachraum, wo der Transport der Bar nun zum Problem wird, „habe ich mir nicht so die Gedanken gemacht“.

Nachfragen werden abgeschmettert

Von rundum schlampigen Arbeiten ist in Ratsreihen die Rede. Die Tür des Schankraums wird als „Klotür“ bezeichnet. „Warum redet man nicht? Warum schaust Du nicht?“, klagte Rat Herbert Wohlhaupter den Rathauschef an. Dass Nachfragen der Räte abgeschmettert werden, das wollte Rat Rudi Kögel so nicht stehen lassen. „Dass man nicht mehr diskutieren und miteinander reden darf, so etwas habe ich noch nie erlebt.“

Für Rat Bernhard Starker bleiben weiterhin viele Fragen unbeantwortet. „Die Vergabe ist falsch gelaufen. Und für mich ist keine Dringlichkeit zu erkennen.“ Und auch aus Gemeindechef Neumann bricht es irgendwann heraus: „Ich bin stinkesauer.“

Wie konnte es so weit kommen? Rat Herbert Hefele liefert dafür eine Antwort: „Vielleicht ist das alles so hochgekocht, weil es überhaupt keine Kommunikation mit dem Gemeinderat gegeben hat.“ So sieht es auch Vizebürgermeister Manfred Schmid. „Was wir jetzt reden, hätten wir vorher machen müssen.“ Räte und Bürgermeister hoffen darauf, in der nächsten Sitzung eine Lösung zu finden – die Sache dürfte damit allerdings längst noch nicht vom Tisch sein.

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