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Der Kinderchor schleppte zu einem Lied über Plagegeister ein Bett heran, in dem ein Schlafender von einer kleinen Mücke gequält wurde.

Fulminanter Schluss

Singgemeinschaft Schwabsoien krönt Konzertreihe mit perfektem Abschluss

In Schwabsoien wurde heuer wieder gesungen – und wie! 14 ausverkaufte Konzerte in fünf Wochen konnte die Singgemeinschaft Schwabsoien verbuchen. Auch beim letzten Auftritt kamen die Besucher auf ihre Kosten.

Schwabsoien – 14 Konzerte sind eine Menge, doch es hätten noch mehr Vorstellungen sein können. „Wenn wir weiter Werbung gemacht hätten, wäre es weiter gegangen“, sagte Josef Kirchhofer, Musikalischer Leiter und Dirigent des Männerchors. Aber irgendwann muss Schluss sein nach so einem Konzertmarathon, nach nahezu 30 Stunden Darbietung auf höchstem Niveau. Auch wenn es allen Beteiligten sichtlich Spaß macht.

Alle drei Jahre stellt die Singgemeinschaft ein solches Konzert zusammen. Immer verbunden mit über 100 Stunden Probezeit, ein enormes Engagement für alle Beteiligten. Aber in Schwabsoien singt man gern und das mit unvergleichlicher Begeisterung. Denn neben dem seit 1954 bestehenden Männerchor gibt es auch noch einen fast 60-köpfigen Kinderchor, einen hervorragenden Jugendchor und ein begnadet gutes Männerensemble, alles unter der Gesamtleitung von Josef Kirchhofer.

Alle haben ihren Auftritt beim letzten Konzert. Der Männerchor präsentierte sich wie immer ausgezeichnet intonierend. Technisch weit über einem Laienchor gelegen, zeigte er sich vor allem ausdrucksstark. Das liegt auch daran, dass die Männer das gesamte Repertoire auswendig lernen müssen. „Wenn die Männer Noten in den Händen hätten, könnte ich vor ihnen einen Handstand machen und sie würden es nicht merken“, sagte Josef Kirchhofer und lachte.

Gelacht wird überhaupt viel bei allen Mitwirkenden. Und diese Lockerheit in Kombination mit der hervorragenden musikalischen Qualität kommt beim Publikum natürlich an. Die einzelnen Ensembles stellen sich nicht einfach auf die Bühne und singen. Das Ganze ist immer verbunden mit einer kleinen, liebevollen Performance. Der Kinderchor schleppte zu einem Lied über Plagegeister ein Bett heran, in dem ein Schlafender von einer netten kleinen Mücke gequält wurde. Das Männerensemble hatte zum Lied „Teddybär“ entsprechende Kuscheltiere in unterschiedlichen Größen im Arm. Josef Kirchhofer tanzte mit seiner Gattin Rosemarie nach ihrem wunderschönen Duett im Walzertakt ein paar Runden, begleitet am Klavier von Sohn Johannes, der bei allen Konzerten einen wahrhaften Marathon am Piano absolvierte.

Und um die ganze Sache noch zu krönen, gibt es bei jedem Konzert ein lustiges Singspiel, das immer mit ausgewählten Mitgliedern des Männerchors besetzt wird und nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch einfach wunderbar ist. In diesem Jahr begeisterten Johann Hartmann als Bösewicht, Fridolin Zwick als Gendarm und Helmut Lahner als strenger Richter in dem Stück „Eine fidele Gerichtssitzung“. Helmut Lahner ist seit der Gründung des Männerchors mit dabei und erfreut das Publikum immer wieder mit seinem schönen Bass.

Das letzte Konzert steht auch immer im Zeichen des Dankes. Vorstand Fridolin Zwick verlas dazu eine lange Liste an Personen, unter dem tosenden Applaus des Publikums. Das Lied „Ach, die Weiber“ aus der Lustigen Witwe von Franz Lehar sollte dann der Abschluss sein. Aber damit gab man sich natürlich nicht zufrieden. Eine Zugabe musste her, denn man wartete auf den üblichen Gag, immer beim letzten Konzert der Saison. Und so war es.

Ein paar Mädels aus dem Jugendchor tanzten einen fetzigen Can-Can zum gleichnamigen Lied aus der Operette Orpheus in der Unterwelt von Jaques Offenbach. Das Publikum tobte. „Das Konzert war eine Fügung – alles hat sich schön zusammengefügt“, sagte Josef Kirchhofer. Er hatte vollkommen Recht.

VON REGINA WAHL-GEIGER

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