Ein Mann räumt Schnee.
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Früh aufstehen und Schneeräumen müssen viele Anwohner, wenn die weiße Pracht vom Himmel gefallen ist. Sie haben die Pflicht dazu. In Schwabsoien wurde allerdings vor zehn Jahren vergessen, die Verordnung zu verlängern. (Symbolbild)

Verordnung längst ausgelaufen

Schon seit zehn Jahren: Schwabsoier müssten offiziell gar nicht Schneeräumen

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Stell dir vor, es schneit und niemand räumt den Schnee vor seiner Tür weg. In Schwabsoien hätte das durchaus passieren können. Es wurde schlichtweg vergessen, die Verordnung zu verlängern, die die Schneeräumpflicht der Anwohner regelt.

Schwabsoien – Hätten es die Bürger gewusst, wäre der eine oder andere womöglich länger im Bett liegen geblieben, statt früh morgens aufzustehen, um in Schwabsoien und Sachsenried Schnee wegzuräumen. Sie waren offensichtlich gar nicht dazu verpflichtet. Und das schon seit satten zehn Jahren.

Verordnung war 1991 erlassen und nie verlängert worden

Wie Bürgermeister Manfred Schmid in der Sitzung am Montagabend berichtete, hatte der Gemeinderat zuletzt 1991 eine Verordnung erlassen, nach der die Bürger verpflichtet sind, im Winter den Schnee zu räumen und auch im übrigen Jahr den Gehwegbereich vor ihren Häusern zu sichern. „Die Verordnung ist aber seit 2011 außer Kraft“, bedauerte der Rathauschef und schickte auch gleich den Grund hinterher: Das Regelwerk ist nur 20 Jahre gültig. Die Gemeinde hatte es laut Schmid schlicht versäumt, es zu verlängern.

Gemeinderat erlässt eiligst neue Satzung

Der Gemeinderat machte sich in der Sitzung sogleich daran, die Satzung so schnell es geht zu erneuern. Schmid präsentierte dazu eine Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetages, in der im Vergleich zu der Verordnung vor 30 Jahren nicht viel geändert worden sei. Nach einem eindringlichen Appell mehrere Gemeinderäte an die Bürger, die Orte sauber zu halten, wurde das Regelwerk einstimmig verabschiedet.

Galgenfrist für Langschläfer

Eine Galgenfrist haben vermeintliche Langschläfer dennoch: Die Verordnung ist erst eine Woche nach Bekanntgabe gültig.

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Quasi als Weihnachtsgeschenk hatten die Schwabsoier von der Gemeinde die frohe Kunde erhalten, dass das ersehnte Bauland in greifbare Nähe rückt. Mit fast allen Grundstücksbesitzern des „Kirschbichel“ ist sich das Rathaus einig. Aber einer tanzt aus der Reihe.

Auf dem Papier ist Schongau bei der Breitbandversorgung vergleichsweise gut aufgestellt. Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt.

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