Idyllischer Ort am Ortseingang von Schwabsoien: Der Ursprung speist die Schönach. Aus den sieben Quellen kam früher auch das Trinkwasser für Schwabsoien und die Nachbarorte.
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Idyllischer Ort am Ortseingang von Schwabsoien: Der Ursprung speist die Schönach. Aus den sieben Quellen kam früher auch das Trinkwasser für Schwabsoien und die Nachbarorte.

Beliebtes Biotop

Was wird aus dem Schönach-Ursprung?

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Die geplante Erneuerung eines Zauns am Schwabsoier Ursprung mündete in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in eine Grundsatzdiskussion über das Quellgebiet der Schönach. Und zwar darüber, wie sich das beliebte Biotop am Ortseingang entwickeln soll. Bislang war es von engagierten Privatleuten gepflegt worden, jetzt will auch die Gemeinde etwas tun.

Schwabsoien – So harmlos der Tagesordnungspunkt in der Bekanntmachung der Gemeinderatssitzung aussah, so intensiv wurde er letztlich diskutiert. Bürgermeister Manfred Schmid berichtete von dem beschädigten Zaun am Ursprung. Und er wollte von den Gemeinderäten Meinungen hören, wie sie sich die Umzäunung in Zukunft vorstellen. Schließlich sei das Quellgebiet „ein wichtiger Identifikationsbereich für uns“, betonte der Rathauschef.

Wofür überhaupt einen Zaun?

Gemeinderat Christian Wohlfahrt fragte, wofür es überhaupt einen Zaun brauche und verwies auf die Gehölze, die das Gelände auf ganz natürliche Weise eingrenzen. Vizebürgermeister Michael Kögel mahnte wiederum: „Wir müssen uns grundsätzlich Gedanken machen über den Ursprung.“

Sitzgelegenheiten zu Brennholz verarbeitet

Kögel ärgerte sich maßlos darüber, dass die in dem Biotop aufgestellten Sitzgelegenheiten zuletzt verschwunden sind: „Irgendein Rindvieh meint, es ist Brennholz und nimmt es einfach mit“, schimpfte der stellvertretende Bürgermeister. Der Sachsenrieder wies darauf hin, dass der Ursprung für viele in der Gemeinde ein schöner Rückzugsort sei: „Da ist man selten allein.“

„Ursprung“ hat eine lange Geschichte

Der Ursprung hat in Schwabsoien eine lange Geschichte. Wie die Gemeinde berichtet, diente das Quellgebiet lange Zeit der Wasserversorgung von Schwabsoien, Sachsenried, Altenstadt, Schwabniederhofen und Schongau. Die insgesamt sieben Schönachquellen entspringen demnach aus einem mächtigen Kalkschotter. Auch heute holen sich einige Leute ihr Trinkwasser noch aus den Quellen.

Zuletzt war es allerdings ruhiger um die Quellen geworden, weil der beliebte Schwabsoier Mühlentag wegen der Corona-Pandemie schon zum zweiten Mal hintereinander ausgefallen war. Der Ursprung ist fester Bestandteil des Mühlenweges, auf dem an dem Tag Führungen angeboten werden.

Der ganze Bereich gehört der Gemeinde

Gemeinderat Wolfgang Scholz hob in der Diskussion das große Engagement der Ehrenamtlichen hervor, die bislang die Mühlentage organisierten und sich auch um den Ursprung kümmerten. Scholz warnte den Gemeinderat davor, den Freiwilligen Arbeit aufzutragen. Diese sei „Aufgabe der Gemeinde“, betonte Scholz. Das machte auch Bürgermeister Manfred Schmid klar: „Der ganze Bereich gehört uns.“

Einen Beschluss gab es an diesem Abend nicht. Der Rathauschef notierte sich aber, dass der Ursprung „so wenig Zaun wie möglich“ erhalten soll. Ein Förster soll sich das Gelände einmal näher ansehen, für eventuell seltene Gewächse könnte ein „Baumlehrpfad“ eingerichtet werden. Über den Verein Auerbergland möchte der Rathauschef Fördergelder generieren, „damit wir noch vor dem nächsten Mühlentag etwas umsetzen können“, blickte Schmid voraus.

Der Mühlentag findet bekanntlich jährlich immer am Pfingstmontag statt. Im Jahr 2022 soll also ein neuer Anlauf unternommen werden. „Wir hoffen, das er stattfinden kann“, so Bürgermeister Schmid.

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Den Feuerwehren in der Gemeinde Schwabsoien ist es ab sofort untersagt, private Pools mit Wasser aus den örtlichen Hydranten zu befüllen. Das entschied der Gemeinderat nach lebhafter Diskussion. Ein Bürger verließ am Ende empört den Saal.

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