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Siegfried Neumann (rechts) und Manfred Schmid

Nach dem Tod von Konrad Sepp

Knappes Rennen um Bürgermeisteramt

Schwabsoien/Sachsenried – Die Uhr zeigt 18.47 Uhr, als Wahlleiterin Petra Kögel das Ergebnis bekannt gibt – und leiser Jubel aufkommt. Siegfried Neumann aus Sachsenried hat das Rennen um das Bürgermeisteramt – wenn auch nur knapp mit 27 Stimmen Vorsprung – gegen Manfred Schmid aus Schwabsoien gewonnen.

Es ist eine entspannte Stimmung im Schwabsoier Rathaus, am Sonntag kurz nach 18 Uhr: Die Wahllokale hier sowie im Gemeindezentrum in Sachsenried haben gerade geschlossen, hinter verschlossenen Türen werden die Stimmen ausgezählt. Im Sitzungssaal wird eine provisorische Theke aufgebaut, Sekt, Bier und nichtalkoholische Getränke werden bereitgestellt.

Wer macht das Rennen um den Rathauschef-Sessel nach dem Tod des Vorgängers Konrad Sepp im Dezember vergangenen Jahres, Siegfried Neumann oder Manfred Schmid ? Diese Frage stellen sich nicht nur die beiden Kandidaten, sondern auch die immer mehr werdenden Besucher der Wahl-Party, die Schmid und Neumann gemeinsam organisiert haben.

Schmid war kurz vor 18 Uhr wenige Minuten vor seinem Mitbewerber ins Schwabsoier Rathaus gekommen, chic im schwarzen Anzug. Wohl weil er gehofft hat, dass er die Wahl gewinnt? Schließlich hat ihm die ältere seiner beiden Töchter ein Glücksbringer-Bild mit Daumen-hoch-Motiv gemalt, wie Ehefrau Silke Schmid am Rande der Wahlparty erzählt. „Nein, wir waren vorher auf einer Kommunion“, erklärt Schmid.

Beide Kandidaten verspüren eine neugierige Anspannung, je länger das Stimmenauszählen dauert. Schmid ist an diesem Abend etwas angespannter als Neumann. Schließlich würde sich im Leben des Soldaten auch mehr ändern, wenn er Bürgermeister werden und quasi einen zweiten Beruf zusätzlich übernehmen würde.

„Für mich würde das dann etwas weniger Arbeit bedeuten, die Auswirkung wäre daher nicht so gravierend“, sagt dagegen Neumann.

Um 18.38 Uhr ergreift Neumann das Wort: „Das Ergebnis steht noch nicht fest, aber lasst uns schon mal trinken, damit wir was in der Hand haben, wenn es gleich soweit ist.“ Man prostet sich zu, kurzzeitige Entspannung.

Als dann um 18.47 Uhr die beiden Wahlleiter Petra Kögel und Rainer Seidel den Saal betreten, wird es still. Um 18.23 stand das Ergebnis schon fest, bis gerade wurde es nochmal überprüft. Neumann und Schmid stehen jeweils mit ihren Frauen an der Seite in der Saalmitten und lauschen gebannt: In Sachsenried haben 196 Wähler für Neumann gestimmt, 49 für Schmid. In Schwabsoien bekam der kommissarische Bürgermeister Neumann 205 Stimmen, Manfred Schmid 325. Das macht: 401 Stimmen für Neumann, 374 für Schmid.

Das Ergebnis steht fest: Während Neumann mit leicht rotem Kopf strahlt und einen Kuss von seiner Frau Tina bekommt, muss sich Schmid einen Moment sammeln, klatscht dann Beifall, beide Männer besprechen kurz, dass sie im Gemeinderat zum Wohle aller Schwabsoier und Sachsenrieder wie gewohnt weitermachen. „Dass ich in Soien so viele Stimmen bekomme, hätte ich nicht gedacht“, sind Neumanns erste Worte. „Wer weiß, wofür es gut ist“, lautet Schmids erster Kommentar.

Jochen Schröder

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