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Schwabsoiens neues Gewerbegebiet: Mit Erdgas, aber (noch) ohne Breitband

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Schwabsoien - Premiere geglückt: Seine erste Bürgerversammlung als Schwabsoiens Bürgermeister hat Siegfried Neumann am Montagabend in der Soier Gemeindehalle souverän über die Bühne gebracht.

Premiere geglückt: Seine erste Bürgerversammlung als Schwabsoiens Bürgermeister hat Siegfried Neumann in der Soier Gemeindehalle souverän über die Bühne gebracht. Hauptthemen für ihn - und für die Gemeinde - waren das neue Gewerbegebiet, die Breitbandversorgung, Windkraft, die Ortskern-Gestaltung und Investitionen in die Feuerwehr.

Schulden abbauen und große Investitionen stemmen, ohne dafür neue Kredite aufzunehmen: Das ist das ehrgeizige Ziel, dass Siegfried Neumann für dieses Jahr ausgegeben hat. Ehrgeizig deshalb, weil einige große Projekte anstehen.

Zum Beispiel das neue Gewerbegebiet am Wanderparkplatz gegenüber dem Sportplatz: „Die Grundstücks-Kaufverhandlungen sind abgeschlossen, wir sind gerade in der Bauleitplanung“, verkündete Neumann in der mit rund 100 Zuhörern gut gefüllten Gemeindehalle. „Unsere Betriebe wollen investieren, und da ist es unsere Aufgabe, die Voraussetzungen zu schaffen.“ Ziel sei es, dass noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werde und die ersten Hallen schon am Jahresende stehen sollen.

Und genau für dieses geplante Gewerbegebiet hatte Neumann noch eine Nachricht parat: „Das ganze Gewerbegebiet wird ans Erdgasnetz angeschlossen.“ Nach Neumanns Worten werden die Leitungen von Schwaben-Netz bis zur Einmündung der Altenstädter Straße gelegt. Bei Interesse von genügend Privathaushalten bestünde eventuell aber die Möglichkeit, das Erdgas auch weiter in die Ortsmitte zu bringen.

So schön die Planungen für das Gewerbegebiet auch sind, einen Wermutstropfen hat das Ganze aber doch: „Das Problem ist der Breitbandanschluss“, sagte Neumann. Denn schließlich brauchen moderne und innovative Firmen auch große und schnelle Internet-Übertragungsraten. „Unser neuer Digitalminister Markus Söder fordert und fördert den Breitbandausbau, aber die Anbieter kriegen es nicht hin“, schimpfte Schwabsoiens Rathauschef.

Wir haben verschiedene Telefonanbieter angeschrieben und ihnen angeboten, dass sie ihre Glasfaserkabel parallel und zeitgleich zu den Erdgasleitungen legen können, aber sie schaffen es nicht - oder wollen es nicht“, bilanzierte Neumann. „Man könnte meinen, verschiedene Telefonanbieter arbeiten noch mit Holzmasten, das kann es doch nicht sein.“

Eine weitere wichtige Aufgabe wartet auf die Gemeinde Schwabsoien bei der Feuerwehr: „In Schwabsoien brauchen wir ein neues Fahrzeug“, so Neumann. Das Geld dafür ist im Haushalt sowie im Finanzplan eingestellt. Zugute kommt den Soiern, dass auch die Nachbarn in Hohenfurch unter Umständen an einem baugleichen Fahrzeug interessiert wären. „Unsere Idee, dann könnten wir bei einer gemeinsamen Ausschreibung Geld sparen.“

Und die Wehrleute in Sachsenried brauche ein neues Feuerwehrhaus - noch in diesem Jahr. „Wir sind gerade bei den ersten Planentwürfen. Angedacht ist, das Feuerwehrhaus als Ersatzbau für die alte Schule in Sachsenhried zu errichten, die nicht mehr zu sanieren ist“, erklärte Neumann.

In Sachen Gemeinderatswahlen stellte Neumann den Zuhörern die Namen der Kandidaten der beiden Listen (Dorfgemeinschaft Schwabsoien/Sachsenrieder Liste) vor. „Eine gute Wahl“, sagte der Rathauschef, es sind leider nur zu wenig Frauen dabei.“ Aber: „Geht alle zur Wahl, damit der zukünftige Gemeinderat die richtige Zusammensetzung bekommt, um die anstehenden Aufgaben zu meistern.“

Weitere Themen:

Viel Wind und kein Ende: Das Thema Windkraft beschäftigt die Schwabsoier schon eine ganze Weile. „Wir werden sehen, wie es weitergeht“, sagte Rathauschef Siegfried Neumann, nachdem er den Zuhörern einen Abriss der Geschehnisse der vergangenen Monate gegeben hatte. Wie berichtet, sehen sich die Schwabsoier im aktuellen Regionalplan geradezu von möglichen Windrädern umzingelt. Generell kritisierte Neumann, dass vom Planungsverband und der Regierung von Oberbayern bis vor kurzem nur „über uns, aber nicht mit uns gesprochen wurde“. Dann gab es aber eine Extra-Anhörung mit Vertretern aller beteiligten Behörden. Und nach der sieht es nun so aus, dass zwei der umliegenden Vorrangflächen „wegen Umzingelung“ wegfallen, vier andere wegen der Nähe zum Bundeswehr-Standort Altenstadt. Apropos Flugverbotszone: Laut Neumann habe die Bundeswehr „endlich Stellung genommen zur Zukunft der Flugverbotszone“ bei Altenstadt. Die solle auch nach dem möglichen Ende der Springerausbildung an der Luftlande- und Lufttransportschule (LL/LTS) erhalten bleiben. „Damit fallen im geplanten Windpark Fuchstal/Denklingen 15 Windräder weg.“

Gemeinde wächst weiter: „Wir wachsen weiter“, verkündete Bürgermeister Siegfried Neumann erfreut und meinte damit vor allem den Zuzug von jungen Familien mit Kindern. „Wir halten also auch die junge Bevölkerung im Ort durch unsere schönen Neubaugebiete und den Ausbau von leerstehenden Gebäuden in der Ortsmitte.“ Denn genau die Ortskern-Neugestaltung sei die Aufgabe des neuen Gemeinderates: Weil es so viel Leerstand im Ortskern gebe, dürfte es schwer werden, neue Baugebiete im Außenbereich auszuweisen.

Gute Prognosen für die Grundschule: Positive Zahlen aus der gemeinsamen Grundschule Schwabbruck/Schwabsoien: Im aktuellen Schuljahr wird die von 82 Kindern besucht, die Prognose für das Schuljahr 2014/15 sagt gar 97 Kinder voraus. Die anhand der Geburten geschätzten Zahlen für die Jahre danach: 2015/16: 86 Kinder; 2016/17: 91 Kinder; 2017/18: 87 Kinder.

Hat sich das Geruchs-Problem erledigt? Ein dauerndes Ärgernis war und ist unangenehmer Gestank aus der Kanalisation, vor allem an der Kaufbeurer Straße. Wie berichtet, wurden schon alle Leitungen durchgespült, auch wurden Ingenieure vom Planungsbüro eingeschaltet. Deren Fazit: „Dieser Geruch ist kein Abwasser.“ Aber, so Neumann: „Seitdem die Schongauer Nachrichten darüber berichtet haben, stinkt es nicht mehr.“ Schmunzeln im Saal.

Appell für Rauchmelder: Einen Appell zum Kauf und Nutzen von Feuermeldern richtete Siegfried Neumann an die Zuhörer. Wie er berichtete, ist es kürzlich bei ihm zu Hause in seiner Pellets-Heizung durch einen technischen Defekt zu einem Schwelbrand mit Rauchentwicklung gekommen. Durch die Schutztüren sei kein Rauch nach außen gelangt. „Hätte der Rauchmelder nicht angeschlagen, hätten wir vom Brand nichts mitbekommen. Rauchmelder retten also Leben!“

Jochen Schröder

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