Schwabsoier wollen keinen ausländischen Atomstrom

Schwabsoien - Der Strom kommt - auch in Schwabsoien - aus der Steckdose. Woher die Gemeinde aber in Zukunft elektrische Energie für die gemeindlichen Gebäude bezieht, darüber wurde nun diskutiert.

Noch bis zum 31. Dezember kommenden Jahres hat die Gemeinde Schwabsoien im Rahmen einer sogenannten kommunalen Rahmenvereinbarung einen Stromliefervertrag mit den Lechwerken (LEW). „Der Bayerische Gemeindetag hat uns aber aufgefordert, baldmöglichst eine neue Ausschreibung zu machen“, erklärte VG-Geschäftsführerin Andrea Knopp den Schwabsoier Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung.

Und dafür gebe es drei Varianten: Die erste Möglichkeit wäre, dass sich die Gemeinde an einer europaweiten gebündelten Ausschreibung beteiligt, die der Gemeindetag in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma übernehmen würde. „Ziel ist es, großflächig die besten Preise zu bekommen“, erklärte Knopp. Allerdings könne sich die Gemeinde entscheiden, ob sie „Normalstrom“ oder 100 Prozent Ökostrom haben wolle. „Der wäre dann fünf bis sechs Prozent teurer.“ Der Haken dabei: „Bei der EU-weiten Ausschreibung kann es natürlich sein, dass wir auch nicht-deutschen oder vielleicht auch Atomstrom bekommen“, wandte zweiter Bürgermeister Siegfried Neumann an. Die Kosten: knapp 1000 Euro.

Variante zwei sei laut Andrea Knopp eine regionale Ausschreibung etwa im Auerbergland-Verbund. Diese würde eine Münchner Kanzlei zum Preis von 2800 Euro pro Teilnehmer übernehmen.

Und die dritte wäre die bisher praktizierte Möglichkeit, den Strom über eine kommunale Rahmenvereinbarung zu beziehen. Dabei ermittelt der Gemeindetag die günstigste Preise und tritt dann vorwiegend an regionale Anbieter heran. „Aber der wird sicher nicht so günstig sein wie bei der ersten Möglichkeit“, sagte Knopp.

Vor allem mit Variante eins konnten sich die meisten Gemeinderäte nicht anfreunden: „Die Bundes- und Landesregierungen beschließen die Energiewende, und uns sagt man dann, dass wir uns zusammenschließen und dann möglicherweise ausländischen Atomstrom kaufen sollen, das ist doch schizophren“, meinte Manfred Schmid. „Wir haben hier die Chance, Ökostrom zu beziehen und müssen uns dann später vielleicht rechtfertigen, dass wir 20 Prozent mehr dafür ausgeben.“

Ähnlich sah es Ulrich Starker: „Ich finde Variante eins politisch nicht in Ordnung. Ich bin gerne bereit, mal was mehr zu zahlen, um auch ein Zeichen zu setzen und würde daher Variante drei nehmen.“ Konrad Leichtle brachte die Diskussion in eine andere Richtung: „Ich finde es schlimm, dass solche Entscheidungen auf die Gemeinden abgewälzt werden, aber aus finanzielle Sicht würde ich die EU-weite Ausschreiben wählen", sagte er.

Gesagt, getan. Damit war Leichtle allerdings der einzige, der bei der anschließenden Abstimmung für diese Möglichkeit die Hand hob. Die übrigen zehn Gemeinderäte stimmten für den Abschluss einer weiteren kommunalen Rahmenvereinbarung.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sogar der Papst schaut vorbei: Großer Faschingsumzug im kleinen Dorf
Erst vor rund vier Wochen hatten die Organisatoren den Urspringer Faschingsumzug öffentlich gemacht. Und dann beteiligen sich gleich 35 Gruppierungen. Es war ein …
Sogar der Papst schaut vorbei: Großer Faschingsumzug im kleinen Dorf
Durch Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“
Ein räudiger Fuchs hat jüngst in Sachsenried für Aufsehen gesorgt. Das kranke Tier schlich durch den Garten von Gemeinderat Rudi Kögel, der es fotografierte.
Durch Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Eine Krankheit, die deutlich gefährlicher ist als Corona, ist im Landkreis angekommen. 301 nachgewiesene Fälle wurden gemeldet. Die Dunkelziffer ist wohl ungleich höher, …
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Gemeinde Kinsau kann Sturmholz nutzen
Der Sturm im Juni vergangenen Jahres hat massive Schäden auf Kinsauer Flur angerichtet. Einiges an Windbruch im Forstbereich ist bis heute noch nicht ganz beseitigt …
Gemeinde Kinsau kann Sturmholz nutzen

Kommentare