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Am Schwanenweiher Schongau soll nun doch Wasser fließen

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Schongau - Die Ausgestaltung der gekiesten Freifläche am Schwanenweiher in Schongau fehlt noch. Die Pläne fanden jetzt im Stadtrat Anklang, doch den meisten fehlte das Plätschern von Wasser.

Mit dem Vorschlag, dort künstlerische Stelen für 20000 Euro aufzustellen, war Planer Peter Kern vor mehr als einem Jahr mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Seine jetzt präsentierten Ideen dagegen fanden mehr Anklang. In Zusammenarbeit mit der Kolping-Familie - der Fußweg war erst kürzlich nach Adolph Kolping benannt worden - haben sich „sehr fruchtbare Gespräche“ ergeben, so Kern. So sollte der Platz nicht nur Menschen dienen, die dort leben oder vielleicht ihre Mittagspause verbringen, sondern auch Kindern und Jugendlichen eine gewisse Aufenthaltsqualität bieten.

Kerns Vorschlag: Eine einem Tropfen nachempfundene Holzterrasse, die sich rund 15 Zentimeter über den Boden erhebt und auch Sitzmöglichkeiten in verschiedenen Höhen enthält. „Die Holzkonstruktion schafft schnelle Akzeptanz bei Kindern, außerdem braucht man keine großen Eingriffe in den fertigen Platz“, warb Kern. Im Mittelpunkt kann sich der Architekt einen übermannsgroßen schwarzen Stein vorstellen, der an einigen Stellen geschliffen und mit Sprüchen und Zitaten von Adolph Kolping versehen wird. „Die sollte man suchen müssen, die Menschen sollen sich damit beschäftigen“, sagte Kern. Auch zwei, drei Holzbohlen im Boden könnten durch Metallstreben ersetzt und mit Sprüchen verziert werden. An der Spitze des Tropfens kann sich Kern einen weiteren Stein vorstellen oder auch eine kleine Erinnerung, warum der Platz Schwanenweiher heiße. Kosten würde alles zusammen 48 000 Euro.

„Aus meiner Sicht wäre das eine gute Gestaltung“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD). Man habe im Haushalt 50 000 Euro eingeplant, das würde passen. Doch die Stadträte waren trotz allgemeinen Lobs nicht mit allem einverstanden. Peter Blüml (CSU) war der erste, der einen kleinen Brunnen vermisste, und seine Parteikollegen Kornelia Funke und Michael Eberle, Heinrich Forster und Ilona Böse von der SPD („Eine kleine Fläche mit Wasserspiel wäre toll“) sowie Brigitte Ressle (UWV) pflichteten ihm bei. Das löste bei Kern im ersten Moment Entsetzen aus: „Das ist wie ein Messerstich in den Rücken.“ Denn Wasser sei in der Planung immer ein zentrales Thema gewesen, doch aus Kostengründen hätten die Stadträte alle vorgeschlagenen Varianten abgelehnt.

Dabei hatte es sich aber um größere Teiche oder einen Brunnen mitten in der Wiese gehandelt, nicht um eine Wasserspielerei am Aufenthaltspunkt. Und Kern hatte den Schock schnell überwunden. „Natürlich fallen mir da viele Möglichkeiten ein, etwa ein kleines Stück freilaufend, am Stein herunter, wo man reinfassen kann, oder mit kleinen Töpfen. Es würde mich freuen, wenn man zum Wasser zurückkommt.“

Nur Stephan Hild (UWV) fand es falsch, den fertigen Platz wieder wegen eines Brunnens aufzureißen. „Da ist man schnell bei 15 000 Euro zusätzlich, das hat nichts mit sorgsamen Umgang von Geld zu tun.“ Gerbl war trotzdem der Meinung, dass das Thema noch einmal geprüft werden solle. „Wir haben ja keinen Zeitdruck.“ Dann sollen auch andere Vorschläge wie eine mögliche Sicherung Richtung Straße, ob heimisches oder tropisches Holz verwendet werden soll, ob ein Stein als Kletterfelsen für Kinder nicht zu gefährlich ist und welche Art von Bänken rund um den Schwanenweiher aufgestellt werden sollen entschieden werden.

Boris Forstner

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