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Mit Folkloretänzen aus aller Welt begeisterten die Flötenschülerinnen von Monika Kirchbichler (zweite von links) die mehr als 500 Besucher, die durch die sechste Peitinger Museumsnacht schlenderten. 

Sechste Peitinger Museumsnacht

 Von Flöten-Folklore und nostalgischer Faschingsskigaudi

Peiting - Mehr als 500 Besucher, nostalgisches Filmmaterial über Feldernalm und Michl Dacher, Besenbinden und Klöppeln sowie Wissenwertes über Imker- und Fischerei: Die sechste Peitinger Museumsnacht war aufregend für Alt und Jung.

Mit Folkloretänzen aus aller Welt begeisterte das junge Flötenensemble von Monika Kirchbichler die über 500 Besucher der sechsten Museumsnacht im Klösterle. Und die Welt war diesmal zu Gast in Peiting. Vor dem Eingang verwöhnten die syrischen Asylsuchenden die Freunde kulinarischer Köstlichkeiten mit Spezialitäten aus ihrer Heimat. Drinnen konnte man Ghulam-Nabi Amiri aus Afghanistan beim Modellieren christlicher Motive über die Schulter schauen und begegnete im dichten Gedränge über vier Etagen Bergfreunde aus Südtirol, England und Übersee.

Alte Filme über Michl Dacher und Faschingsskitag

Kein Wunder, war doch der Dacher Michl, dessen Stube neu gestaltet wurde, in der ganzen alpinen Welt zu Hause. So musste Xaver Bader immer wieder seinen Film vom Empfang Dachers in seiner Heimatgemeinde nach der Rückkehr vom Lothse (8516 Meter), den er 1977 als erster Bergsteiger ohne Sauerstoffmaske erstiegen hatte, vorführen. Dacher, der stets bescheiden geblieben ist, war geerdet in seiner Heimatgemeinde.

Wie barbarisch es ist, Menschen aus ihrer Heimat zu vertreiben, schilderte die 16-jährige Rinad Said Sulaiman mit Bildern aus ihrer Heimatstadt Damaskus vor und nach der Zerstörung. Da kann sich jeder glücklich schätzen, der im Pfaffenwinkel aufwachsen und leben darf. Bleibt nur zu hoffen, dass die Welt der Tiere des Waldes, der Bienen und Fische den nächsten Generationen erhalten bleibt. Albert Kiepsel und Wolfgang Turansky verstanden es einmal mehr, die Jugend dafür sensibel zu machen.

Die lebendige Wallfahrt zu Maria Egg findet ihren Niederschlag in einem imposanten Denkmal. Thomas Ort schilderte anschaulich an Hand von Modellen den Werdegang des Bronzegusses von der Drahtgerüstvorgabe über das geschmiedete Eisengerüst, die Modellierung mit Plastilin in verschiedenen Stadien bis hin zur Negativform und dem Wachsausschmelzverfahren.

Jugend eifrig beim Werkeln und Musizieren

Eifrig mit dabei beim Musizieren und Werken wiederum die Jugend. So war beim Ferienprogrammteam basteln für Ostern angesagt. Die Geigenschüler von Reinhild Häcker warteten mit bayrischen und irischen Stückl auf und mussten Zugabe um Zugabe spielen. Beim Punzieren waren die Kinder mit solcher Begeisterung dabei, dass Hans Wörnzhofer mit ihnen in den Osterferien noch eine Sonderschicht einlegt. Zu Bestaunen gab es zudem die alte Kunst des Klöppelns, welche Marianne Schreiegg aus Apfeldorf noch beherrscht. Sepp Ried aus Langenried zeigte, wie man früher die Besen aus Birkenreisig band. Anregungen für Türkränze und Außendekorationen mit Naturmaterialien gaben Claudia Immisch und Susanne Stöger.

In die gute alte Zeit der Super-8-Filme vor 40 Jahren entführte Xaver Bader sein Publikum mit den Streifen „Die Mottenfänger vom Geiß Tal (Stöbern auf der Feldern-Alm)“ und „Die Hörner-Tour – eine Faschingsskigaudi längst vergangener Tage“. Da wurden Erinnerungen wach und so saß man noch bis spät nach Mitternacht zum Hoagarten im Kellergewölbe zusammen.

hg

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