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Im Zeichen des Fußballs stand die Verabschiedung von Schongaus Grundschul-Hausmeister Wolfgang Klein.

Schongaus Grundschul-Hausmeister geht in Rente

Seelentröster und Hungerstiller

Schongau - Ganze Generationen von Schülern haben Wolfgang Klein als Hausmeister der Schongauer Staufer-Grundschule kennen- und schätzen gelernt. Jetzt ist der "Jackl" in Rente gegangen.

Es gibt Menschen und es gibt Institutionen. Und dann gibt es noch solche, die vereinen beides. Einer, der das ganz selbstverständlich tut, ist der „Jackl“ – der Hausmeister der Schongauer Grundschule. Wolfgang Klein war dort 18 Jahre lang Seelentröster, Schatzsucher, Hungerstiller. Und wer in dieser Zeit Grundschüler war, der hat ganz bestimmt seine eigene Geschichte mit dem „Herrn Klein“. Nach 45 Dienstjahren hängt er seinen Hausmeisterkittel an den Nagel und geht in Rente.

Dass sich so ein Urgestein nicht still und heimlich verdrücken kann, ist klar. Dementsprechend gefasst wirkt der Hausverwalter zu Beginn seiner großen Abschiedsshow. Herausgeputzt in Tracht und Haferlschuh’, springt er die Treppen hoch in die Grundschulturnhalle. Gesäumt von unzähligen Kindern, die links und rechts stehen, Fahnen schwingen und ihn anfeuern. Dazu erklingt die bekannten Melodie des Champions League-Songs.

In der Halle warten schon Lehrer und ehemalige Kollegen, Kinder und frühere Rektoren. Willkommen zur „Champions League der Hausmeister“. Unter diesem Motto steht die Veranstaltung. Denn Klein ist bekennender Fußballfan und Trainer. Sein Lieblingsverein wird beim Blick in die liebevoll geschmückte Halle schnell klar: Das Blau der Münchner Löwen ist omnipräsent.

Den Anfang machen die Größten: Die Klasse 4a beginnt mit einer tänzerischen Aufführung, es läuft ein „Hoch auf uns“. Als die letzten Töne verklingen, halten sie flink ein Banner in die Luft: „Ein Hoch auf Herr Klein“ ist die heutige Botschaft. Klein schmunzelt. Dann sind die Kleinsten an die Reihe. Mit einem Rap sagen die Erstklässler ihm „Pfiadi“. Zur Erinnerung gibt’s noch einen Fußball mit Unterschriften der Abc-Schützen. „Weil Bälle in ihrem Leben eine so große Rolle spielen“, zwinkert Schulleiterin Ursula Heitmeier.

Sie spricht kurz darauf von einem „Meister der kurzen Wege“, der manchmal fast „zu nett“ war. Wenn’s um die gesunde Ernährung in den Pausen ging zum Beispiel. „Da hat er dann meistens doch für die Schüler gesprochen“, sagt die Leiterin lachend. Und heimlich eine Traubenzuckerrolle aus der Schublade gezaubert. Klein sei „das Mehr“ der Schule gewesen. Der menschliche Faktor, der oft Feuerwehr gespielt hat, wie es in einer anderen Rede heißt. „Und immer so lustige Durchsagen gemacht hat“, sagt ein Mädchen.

Für den Kinderfreund dürfte es an diesem Vormittag nicht nur ein Gänsehautmoment gewesen sein. Seine Pappenheimer scheinen ihn wirklich zu kennen. Von seinem Hund „Brezi“ ist die Rede, von seinen vielen Leiden- und positiven Eigenschaften. Für die Verschnaufpause zwischendurch sorgt die Bläserklasse der Grundschule, dirigiert von Marcus Graf.

Ganz zum Schluss ist Klein noch selber dran. „Es hat einfach Freude gemacht“, verkündet er aus vollem Herzen. Und muss doch auch hin und wieder schlucken. Jetzt übergebe er an seinen Nachfolger Wolfgang Fischer. Denn „ich bin jetzt 63 und habe fertig“.

Elena Wlacil

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