So sehen die schweren Messfahrzeuge aus, mit denen die 3D-seismischen Messungen vorgenommen werden. Sie sind nicht ganz unumstritten, weil die Fahrzeuge ein ziemliches Gewicht haben und durch die Rüttelplatten Schäden zum Beispiel an Gebäuden oder Kanälen befürchtet werden. Foto: mzv-archiv

Seismische Untersuchung: Thermalwasser im Untergrund von Schwabsoien?

Schwabsoien - Die Karlsruher Firma GeoEnergy plant seismische Untersuchungen in Schwabsoien, Altenstadt, Schwabbruck und Sachsenried und hofft, Thermalwasser zu finden.

In der jüngsten Bürgerversammlung hatte es Schwabsoiens Bürgermeister Konrad Sepp schon erwähnt, jetzt war es Thema im Gemeinderat: „Die Firma will 3D-seismische Messungen in einem quadratischen, etwa 44 Quadratkilometer großen Gebiet vornehmen“, so der Rathauschef. „Und die Regierung von Oberbayern braucht jetzt unsere Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange.“

Wie Firmensprecher Wildberg erklärt, begründen sich die erwähnten Anhaltspunkte auf frühere Messungen und Profile in 2D-Technik. „Und die lassen uns hoffen, dass an einigen Stellen in ausreichender Größe und ausreichender Temperatur Thermalwasser zu finden ist.“ Dieses könnte dann zur Stromerzeugung oder zur Fernwärmenutzung gefördert werden. Gebraucht werde Wasser mit mindestens 130 Grad Celsius Temperatur.

Das ist zumindest das Ziel. Die dafür nötigen Messungen, die von einer Spezialfirma ausgeführt werden, sind für das Frühjahr 2012 geplant. Davor werde man aber die betroffenen Gemeinden, den Landkreis, viel wichtiger aber alle Bürger, noch durch die Medien und mit Bürgerversammlungen informieren, erklären Sepp und Wildberger unisono. Denn: Zum Aufbau eines möglichst genauen Messfeldes für das Vibroseis-Verfahren müsste die Firma auch Privatgrundstücke betreten, und die dafür nötigen Erlaubnisse müssen erst noch eingeholt werden.

Wie Sepp nach der Vorstellung des Projektes im Gemeinderat erklärte, gehe es der Gemeinde Schwabsoien vor allem um den Schutz des Wasserspeichers. „Dieses werden sie auch nicht berühren, das hat man uns zugesagt“, so der Rathauschef. Im Gremium herrschte aber dennoch etwas Aufregung, befürchten doch einige Räte Schäden etwa an Gebäuden und Straßen durch die Rüttel-Arbeiten. „Die Messungen finden hauptsächlich auf öffentlichen Wegen und Geländen statt. Sollte es zu Schäden - auch bei Privatleuten - kommen, werden diese entschädigt“, warb Sepp für Zustimmung. Bedenken wegen etwaiger Schäden werden allerdings in die Stellungnahme an die Regierung von Oberbayern mit aufgenommen.

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