Ehrung zum 40-jährigen Orgel-Jubiläum: Josef Kirchhofer (2.v.re.) erhielt aus der Hand von Chorsprecher Günther Schuster (2.v.li.) einen Violinschlüssel. Es gratulierten auch Pfarrer Joachim Schnitzer und zweite Chorleiterin Monika Faller.Foto: FKN

Seit 40 Jahren an den Tasten

Burggen - Seit 40 Jahren sitzt Josef Kirchhofer in Burggen an der Orgel. Zu diesem Jubiläum wurde der 55-jährige Schwabsoiener jetzt von Pfarrer Joachim Schnitzer geehrt.

Die Leidenschaft für das Königsinstrument war bei Josef Kirchhofer schon früh geweckt worden: Als junger Bub hatte ihn der damalige Burggener Pfarrer Johannes Johler dafür begeistern können, das Orgelspiel zu erlernen. Was bestimmt recht selten ist: Schon mit 13 Jahren durfte er zum ersten Mal eine heilige Messe musikalisch gestalten. Wenngleich dies damals noch gar nicht in vollem Umfang möglich war: Der Spieltisch allein musste genügen, denn körperlich war er noch nicht groß genug gewachsen, um mit den Füßen die Pedale zu erreichen.

Dies sollte sich bald ändern: Ab 1972 bereicherte Kirchhofer schon Abendmessen mit seinem Orgelspiel, zum 1. Januar 1975 begann er offiziell als Organist in Burggen. Nach dem plötzlichen Tod des 1. Organisten in Burggen, August Aquilla starb 1978, übernahm Josef Kirchhofer dann alle Dienste als Organist der Pfarrei St. Stephan. Was sich gerade in der Zeit seiner Ausbildung, die er auswärts absolvierte, gar nicht so einfach gestaltete. Heute Landwirtschaftslehrer an der Ökofachschule in Weilheim, studierte der junge Kirchhofer zunächst Landwirtschaft in Triesdorf an der Hochschule Weihenstephan. Nach dem Abschluss zum Diplom-Agraringenieur (FH) arbeitete er lange als betriebswirtschaftlicher Berater am Amt für Landwirtschaft und unterrichtet seit mittlerweile vier Jahren als Lehrer betriebswirtschaftliche Fächer.

Die Orgel fasziniert Josef Kirchhofer nicht nur wegen ihres Klangreichtums und den vielen Variationsmöglichkeiten. Den Organistendienst im Rahmen der Liturgie sieht er als seine Hauptaufgabe an. Die Orgel begleitet den Gemeindegesang, dient als Begleitinstrument von Chor und Solisten, ist Teil der Liturgie - „ein ganz spezielles sakrales Instrument“, so Kirchhofer. Die Orgel dann auch noch als Konzertinstrument zu spielen, sei rein zeitlich nicht möglich gewesen, „ich habe meine Schwerpunkte im Leben anders gesetzt“. Denn gleichzeitig leitet Kirchhofer einen gemischten Chor in seiner alten Heimatgemeinde - etwa 30 Sänger proben einmal pro Woche und gestalten regelmäßig zwei Gottedienste - „anfangs waren es noch fünf Messen pro Woche.“ Zur Hand geht ihm Vize-Chorleiterin Monika Faller.

Und weil in seiner zweiten Heimatgemeinde - Schwabsoien - ebenfalls viele sehr sangesfreudige Bürger leben, leitet er dort den 45-köpfigen Männerchor. Einzig und allein eine Frau steht ab und an zwischen den Männern - Ehefrau Rosemarie. Wegen ihr zog der Burggener 1983 nach Schwabsoien, das Ehepaar hat fünf Kinder. „Und alle sind musikalisch und können ganz gut singen“, so der stolze Vater.

„Es ist ein Geschenk für die kleine Gemeinde, wenn sie einen so guten Organisten und Chorleiter hat, der die Menschen zum Lobe Gottes führt und somit gleichzeitig ein wesentlicher Teil der Verkündigung wird“, so Pfarrer Joachim Schnitzer. Für Kirchhofer sei das Orgelspiel nicht nur Amt, sondern Gabe und Berufung, die Herzen der Menschen immer wieder zu berühren und die Musik erlebbar zu machen, so Günther Schuster, Chorsprecher und gleichzeitig Vorsitzender des Pfarrgemeinderates.

Zum Jubiläum überreichte Pfarrer Schnitzer einen Präsent-Korb. Die Ehrung war verbunden mit einer Dankes-Urkunde vom Amt für Kirchenmusik der Diözese Augsburg. Im Namen des Kirchenchors übergab Günther Schuster symbolisch einen großen Violinschlüssel. Eingangs hatte der Chor ihm ein Ständchen gesungen - „Da pacem Domine“ (Gib Frieden, Herr).

Elke Robert

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