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Essen nicht nur fürs Foto leidenschaftlich gerne Butterbrote: Lucia (8), Ludwig (44), Angelika (39), Sarah (12) und Isabell Kögel (14) aus Sachsenried.

Zum 30. September

Butterbrot als verlässlicher Begleiter

Sachsenried - Heute ist der Tag des Butterbrotes. Brotscheibe, Butter, dazu Schnittlauch oder eine Prise Salz – die Grundlagen finden sich in jeder Küche. Doch isst jemand überhaupt noch ein reines Butterbrot? Bei Familie Kögel aus Sachsenried ist die Antwort ein klares Ja.

„Wenn ich als Kind im Dorf unterwegs war und bei der Frau Gast und ihren fünf Mädla vorbeigeschaut hab, gab es für uns Besucher zur Stärkung immer ein Butterbrot“, erinnert sich Ludwig Kögel an seine liebsten Butterbrotmomente. Zur Auswahl standen im Hause Gast immer drei Varianten: klassisch mit Schnittlauch, süß mit etwas Zucker, oder eben einfach pur. So oder so, für den Sachsenrieder war das in jedem Fall der perfekte Energielieferant beim Stromern. Wie er versichert, hat man es derart gestärkt leicht noch länger ausgehalten. Da kam es dann schnell vor, dass man zu spät nach Hause kam.

Und daran kann sich der Landwirt auch noch entsinnen: Zu seiner Kindeszeit kam bei dem heute 44-jährigen daheim vorwiegend selbst gemachte Butter aus dem Butterfässle aufs Brot.

Egal ob zum Frühstück, Abendbrot oder für zwischendurch

Genau wie bei seiner Frau Angelika, die sich oft selbst das Pausenbrot schmieren musste: „Wenn meine Mutter schon im Stall war und mein Papa zur Arbeit aufbrach, habe ich mir selber eine Brotzeit für die Schule gemacht.“ Gab es dann keine selbst gemachte Butter, oder hatte die heute 39-Jährige zu wenig Zeit, die Butter aus dem Kühlschrank weich und streichzart werden zu lassen, weil sie verschlafen hatte – was nach eigener Aussage glücklicherweise selten vorkam – musste an so einem Tag ein Marmeladenbrot für die Schule reichen. Bei diesen Gedanken beginnt die dreifache Mutter zu schmunzeln: „Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb hat das Butterbrot für mich und meine Familie einen hohen Stellenwert.“ Egal ob zum Frühstück, zum Abendbrot oder einfach schnell mal zwischendurch, das Butterbrot ist für Familie Kögel ein verlässlicher Begleiter. So sehen das auch die Töchter.

Isabell, 14 Jahre alt, greift am Abend zur dunklen Scheibe Brot mit Butter: „Schnittlauch drauf und vielleicht ein Spiegelei, so ist es mir am liebsten.“ Die Realschülerin ist aber kein Fan davon, ein Butterbrot in die Schule mitzunehmen. Da ist ihr eine Scheibe Brot, nur mit Wurst belegt, lieber. Dazu gönnt sie sich vielleicht noch eine Kleinigkeit vom Pausenverkauf.

Gebratene Zucchini mit Butterbrot

Die 12-jährige Sarah bevorzugt zum Frühstück eine Butterbreze mit Kaba. Eine ihrer Leibspeisen sind aber gebratene Zucchini. Dazu ist ihr dann doch ein König Ludwig Brot – ein bayerisch-kräftiges Roggen-Dinkel-Malzbrot – mit ein wenig Butter recht. „In die Schule bekomme ich meistens ein Marmeladenbrot mit. Am Pausenverkauf in der Realschule hole ich mir dann meistens noch eine Butterbreze oder einen Käsespitz.“

Eine dicke Scheibe Brot und ordentlich viel Butter darf es für Lucia, die jüngste im Bunde, sein: „Pur, oder mit Marmelade habe ich am liebsten in der Schule dabei“, verrät die Achtjährige. Eher gewöhnungsbedürftig ist ihre Kreation mit Streichwurst auf dem Butterbrot, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Seit 1998 hat das Butterbrot einen eigenen Jahrestag. Wahrscheinlich hat die Central Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft ihn nur eingeführt, um den Absatz von Brot und Butter zu steigern. Doch sei’s drum: Wer will schon bestreiten, dass ein leckeres Butterbrot diese Aufmerksamkeit nicht auch einmal verdient. 

Franziskus Reich

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