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An Silvester: Musik als Hunde-Beruhiger

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Die Ohren zuhalten? Das wird Matthias Erhard (Sohn von Wilfried Erhard) seiner Feli zwar nicht, trotzdem kümmert er sich an Silvester besonders um die Hündin.  fra
Die Ohren zuhalten? Das wird Matthias Erhard (Sohn von Wilfried Erhard) seiner Feli zwar nicht, trotzdem kümmert er sich an Silvester besonders um die Hündin. fra

Schongau - Die Hunde spielen verrückt und wollen nur noch eines: Schutz vor dem Raketenlärm an Silvester. Tierexperten erzählen, warum man mit Geschirr Krach machen und im Ernstfall nicht zu viel beruhigen sollte.

Raketenkrach, Böllerlärm und Brandgeruch: Der Jahreswechsel ist für die Vierbeiner alles andere als ein Zuckerschlecken. Eher ein Grund, panisch von Wand zu Wand zu laufen - auf der Suche nach einem Ausweg, um dem Krach zu entfliehen. Besonders Hunde und Katzen scheuen die explosionsartigen Geräusche. Kein Wunder: Während Katzen etwa 20 Mal besser hören als Menschen, hören Hunde fünfmal so laut.

„Da kann der Silvesterabend ganz schnell zu einem Problem werden“, weiß auch Wilfried Erhard aus Kinsau. Der Vorsitzende des Peitinger Schäferhundevereins hat selbst zwei Hunde unter seine Obhut genommen, rund um die Uhr ist er für seine Schützlinge da. Auch zum Jahreswechsel - „denn gerade dann ist es besonders wichtig, dass die Tiere nicht alleine sind.“ Doch der Kinsauer hat noch mehr Tipps auf Lager. Allein die Anwesenheit des Herrchens hilft nämlich nicht unbedingt, „sehr wichtig ist es, dass der Hund an die lauten Geräusche gewöhnt wird“, will Erhard allen Besitzern ans Herz legen. Dazu reicht es schon aus, am Silvester-Nachmittag Krach mit Geschirr oder Töpfen zu veranstalten. Laute Geräusche eben, an die sich der Hund langsam gewöhnen kann.

Eine noch bessere Lösung hat der Hundefreund für seine eigenen Schäferhunde gefunden: Im Rahmen der Vereinstätigkeit sind die beiden auf Schüsse trainiert worden. „Silvester darf auch ich aber trotzdem nicht unterschätzen“, erzählt Erhard weiter. Schließlich sind es dann viele laute Knalle, die die Hundeohren zum Klingeln bringen. Auch, wenn er mit seinen Hunden sprichwörtlich weg vom Schuss wohnt.

Trotzdem hat er für Silvester einen Plan: Die Nacht verbringen seine Hunde bei ihm im Keller - eingerichtet mit Futter und Schlafkörbchen, natürlich. „Da unten ist es dann schon nicht mehr ganz so laut.“ Einen echten Geheimtipp hat Erhard aber trotzdem noch auf Lager: Er spielt seinen Hunden Musik vor. „Nicht zu laut, aber auch nicht zu leise.“ Dann konzentrieren sich die Vierbeiner aber eher auf die Melodien, anstatt bei jedem Raketenknall zu erschrecken.

Sollte auch das immer noch nicht helfen, weiß Elke Keller weiter. Streicheln, etwa? „Nein, auf keinen Fall!“, warnt die Schongauer Tierheim-Leiterin. Das Tier dürfe nicht den Eindruck bekommen, dass es mit seiner Angst im Recht ist. Das macht die Situation nicht besser. Keller empfiehlt hingegen Beruhigungstropfen. „Dann lassen sie sich von Haus aus nicht so leicht erschrecken“ - und sind auch nach dem Silvesterkrach nicht grundsätzlich ängstlich. Denn das kann passieren - davor warnt Wilfried Erhard. Dann kann schon der tägliche Spaziergang mit dem Hund zum Problem werden. „So schnell können viele Besitzer gar nicht schauen, bei dem kleinsten Geräusch nimmt ihr Tier Reißaus.“ Und das, obwohl sie ihren Bello so ja gar nicht kennen. Er hatte aber schließlich den Silvesterkrach nicht gekannt.

(fra)

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