Bald gibt’s das auch wieder regulär: Alexander Maier von der Schongauer Zulassungsstelle mit einem alten SOG-Bulldog-Kennzeichen. foto: bo

Alte Kennzeichen kommen zurück

SOG-Liebhaber warten auf grünes Licht

Schongau - Vermutlich nach den Sommerferien können sich theoretisch alle Bürger aus dem Landkreis Weilheim-Schongau ein SOG-Kennzeichen an ihren Wagen schrauben. Bald soll auch die Vorreservierung starten - Anfragen gab es schon zuhauf. Und die sind zum Teil kurios.

Es hat schon ein bisserl was mit Detektivarbeit zu tun, was die Mitarbeiter der Zulassungsstelle am Landratsamt derzeit machen. Denn vor der Einführung des SOG-Kennzeichens müssen erst einmal alle noch bestehenden Halter ermittelt werden. „Bei uns im Landkreis sind das noch rund 1000 Fahrzeuge, meist alte Zugmaschinen“, sagt Alexander Maier, ranghöchster Vertreter bei der Zulassungsstelle in Schongau. Doch auch am Landratsamt Landsberg muss nachgeforscht werden - schließlich gehörten deren Gemeinden Apfeldorf, Kinsau, Reichling und Epfach vor 1972 noch zum Landkreis Schongau. „Da dürften es noch 150 Fahrzeuge mit SOG-Kennzeichen sein“, sagt Maier. Im Kreis Garmisch-Partenkirchen, zu dem heute die ehemalige Schongauer Landkreisgemeinde Bad Bayersoien gehört, dürften es Maiers Schätzungen zufolge noch 30 bis 40 SOG-Gefährte sein.

Warum dieser Abgleich so wichtig ist, liegt auf der Hand: Beispielsweise, wenn ein Halter mit neuem SOG-Kennzeichen geblitzt wird, die Nummernkombination aber doppelt existiert und sich dann ein Landwirt wundert, wie er mit seinem Uralt-Bulldog Tempo 130 gefahren sein soll. „So etwas müssen wir natürlich unbedingt vermeiden, das gibt nur Ärger“, sagt Maier.

Ansonsten ist es ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm. Erheblich erleichtert wurde die Aufgabe, weil weder im Landkreis Landsberg noch in Garmisch-Partenkirchen das neue SOG-Kennzeichen eingeführt wird. Das wäre theoretisch möglich gewesen, stieß aber auf null Interesse (siehe Kasten). „Das hätte die Sache viel komplizierter gemacht. Man müsste ja schauen, dass das selbe Kennzeichen nicht aus Versehen bei zwei verschiedenen Landratsämtern ausgegeben wird“, so Maier. „Das wäre sicher keine Verwaltungsvereinfachung geworden.“ Auch aus Ingenried, das früher zum Landkreis Marktoberdorf gehörte, kam keine Anfrage. Theoretisch hätten sich dann alle Bürger aus dem Landkreis Weilheim-Schongau ein MOD anschrauben können.

Damit bleibt es beim SOG, und das soll bald ganz bequem im Internet oder an den Zulassungsstellen in Weilheim und Schongau reserviert oder werden können. Weil es immer ein Wunschkennzeichen ist, kostet es für Neuzulassungen etwa zehn Euro mehr. Teurer wird es laut Maier dagegen, wenn ein bestehendes WM-Schild umgerüstet wird. Dann können wegen des erhöhten Aufwands bis zu 60 Euro fällig werden.

Viele warten schon sehnsüchtig auf die Möglichkeit zur Umrüstung, wie reichliche Anfragen beweisen. „Man glaubt gar nicht, wie das nach 40 Jahren noch aktuell ist“, wundert sich Maier. Wobei vielfach nicht die Stärkung des regionalen Schongauer Selbstverständnisses im Vordergrund steht, sondern der Wunsch nach einer bestimmten Buchstaben-Nummernkombination. So hat sich kürzlich ein Penzberger gemeldet, der unbedingt das SOG-Kennzeichen haben will, weil seine Kombination mit WM schon vergriffen ist. „Da ist denen dann egal, ob WM oder SOG davor steht.“

Bald soll der Termin bekanntgegeben werden, wann eine Vorreservierung möglich ist. Das Schild selber gibt es dann erst Mitte September. Vor dem Termin hat Maier schon etwas Angst: „Hoffentlich kommen da nicht alle Interessenten auf einmal.“ Ein Blick in den Nachbarlandkreis Ostallgäu gibt ihm wenig Hoffnung: Dort konnten sich die Bürger bereits vor einem Monat die alten Kennzeichen FÜS oder MOD sichern - und sowohl in der Zulassungsstelle Füssen mit 1000 Anrufen als auch in Marktoberdorf mit 750 liefen die Telefone heiß.

bo

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