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Gedenkfeier in Hirschdorf am Ehrenmal für die 15 am 3. Juni 1957 verunglückten Kameraden.

Gedenken an Iller-Unglück

Gedenken an 15 Soldaten 

Altenstadt/Hirschdorf - „Die Furchtbarkeit des Geschehens wird mich zeitlebens nicht verlassen. Ich bitte die Lebenden und die Toten, mir zu vergeben.“ Das waren die Worte des für den Tod von 15 jungen Wehrpflichtigen verantwortlichen Zugführers vor Gericht. Es war das größte Unglück, von dem die damals noch junge Bundeswehr betroffen wurde.

Erstmals wurde dieser jährliche Gedenktag (es war der 59.) von den Soldaten des Ausbildungsstützpunkts der Luftlande und Lufttransport Altenstadt in Absprache mit der Stadt Kempten ausgerichtet. Am Ehrenmal in Hirschdorf nahe der Unglücksstelle hielt Oberstleutnant Christian Schoebel die Gedenkrede, Kränze wurden niedergelegt, ein Trompeter spielte das Lied vom „Guten Kameraden.“ Die Schützen aus Hirschdorf trugen mit Böllerschüssen zur Gedenkfeier bei.

Es war am 3. Juni 1957, als Rekruten des 4. Zuges der 2. Kompanie des Luftlandejägerbataillons 19 (später Fallschirmjägerbataillon 262) nahe Hirschdorf die Iller überwinden sollten. Geprägt von der Ausbildung durch kriegsgediente Vorgesetzte und angetrieben von der Absicht, möglichst kriegsnah und fordernd auszubilden, führte der Befehl des als Zugführer eingeteilten jungen Vorgesetzten, die reichlich Hochwasser führende Iller zu durchwaten, letztlich zum Tode von 15 jungen Soldaten. Die für eine Flussüberquerung ungeeignete Ausrüstung und die Tatsache, dass viele der Wehrpflichtigen Nichtschwimmer waren, hätten aus heutiger Sicht bei der Entscheidung zur Iller-Durchquerung eine Rolle gespielt, sagte Christian Schoebel. Der letzte Leichnam wurde zwei Wochen später, am 19. Juni, aus der Iller geborgen. Einer der damaligen Wehrpflichtigen war Manfred Karremann, heute 79 Jahre alt. Er hatte am 3. Juni zusammen mit dem Zugführer problemlos die Iller durchquert, ging über die Brücke zurück und reihte sich mit seinen nassen Klamotten wieder hinten in die lange Reihe seiner 29 Kameraden ein, die einer nach dem anderen in die Iller marschierten. „Ich sah, wie sich das Drama abspielte“, erinnert er sich auf der Gedenkfeier in Hirschdorf. Karremann war drei Tage nach dem Unglück auf der Trauerfeier in der Prinz Franz-Kaserne einer der Sargträger. Damals wurde das Lied vom Guten Kameraden intoniert. „Wenn ich es höre, bewegt mich das nach 59 Jahren noch genau so wie damals“, so Karremann.

Christian Schoebel, Leiter des Altenstadter Ausbildungsstützpunktes, sagte, es sei führ ihn eine Ehre und Verpflichtung zugleich, an die tödlich verunglückten Kameraden zu erinnern, die von 59 Jahren in der Iller ihr Leben verloren haben.

Walter Kindlmann

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