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Weithin war das Feuer der Katholischen Landjugend in Peiting-Kurzenried zu sehen.

Sonnwendfeuer in Kurzenried

Sofaplatz mit Blick aufs Flammenmeer

Meterhoch schlugen Freitagnacht die Flammen in Kurzenried gen Himmel. Ein Fall für die Feuerwehr waren sie jedoch nicht. Die Peitinger Landjugend hatte zur Sonnwendfeier angeschürt – ein fürwahr heißes Vergnügen.

Peiting/Kurzenried – Flexibel sind sie ja, die Mädels und Burschen der Peitinger Landjugend. Sind im Winter die ausgedienten Sofas mangels Schnee nicht beim Kanapeerennen zum Einsatz gekommen, hat man auf diese jetzt beim Sonnwendfeuer zurückgegriffen. Man hat die urigen Stücke einfach in die Nähe des Scheiterhaufens gestellt, der in der Nacht abgebrannt werden sollte. Nicht zur rasanten Abfahrt, sondern zum gemütlichen Relaxen sollten sie dienen.

Alles läuft nach Plan. „Kein Wind, kein Regen, die Hitze kommt noch“, so formuliert es Gabriele Stöger, 1. Vorständin der Katholischen Landjugend kurz vor dem Entzünden. Und recht soll sie behalten, die Hitze kommt gewaltig. So gewaltig, dass die eng umschlungenen Pärchen auf den Kanapees die Flucht in kühlere Gefilde ergreifen. Manche lieben es ja heiß, aber das ist denn dann doch eine Idee zu viel des Guten. Die Flammen schlagen nach wenigen Minuten meterhoch in den noch blau leuchtenden Himmel. Ein Sonnwendfeuer wie im Bilderbuch.

Auch in diesem Jahr hat sich die Landjugend zum zweiten Mal eines besonderen Verfahrens bedient. Ein ausgedienter Stadl auf dem Grund von Andreas Holl in Kurzenried musste weg. „Warum das Holz mühsam abbauen und zu der Feuerstelle bringen, wenn alles vor Ort viel einfacher ist“, sagten sich die Burschen und brachten den Stadl per Radlader zum Einsturz. 2. Vorstand Florian Barnsteiner sammelte im nahen Umfeld noch unbehandeltes Holz ein und schlichtete es auf die Stadlhölzer. Fertig war der gigantische Haufen aus Altholz auf der Anhöhe in Kurzenried. Wie von Barnsteiner zu erfahren war, hatte die Landjugend mit ihrem Sonnwendfeuer in den vergangenen Jahren immer Pech. Regen versalzte ihnen die Suppe bzw. verdünnte das Bier. Doch seit sie die „Stadlversion“ praktizieren, läuft es bestens.

So wie an diesem Abend, als zu den lodernden Flammen Simon & Garfunkel ihr „Sounds of Silence“ beisteuern. Die Pärchen genießen dies – wieder eng umschlungen. Einfach perfekt.

Von Hans-Helmut Herold

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