Kurz vor dem Abriss ist das Uhren-Mosaik an der Grundschul-Turnhalle doch gerettet. foto: hh

Staufer-Grundschule Schongau

Stadt gibt sich den Rettungs-Ruck

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Schongau – Noch bevor die Stadtratssitzung am Dienstagabend gestartet war, meldete sich Ilona Böse (SPD) zu Wort. Sie hätte gerne noch einen Punkt auf die Tagesordnung gesetzt – die Rettung des überdimensionalen Wanduhr-Bilds von Cobi Reiser.

Denn während die acht Tiermosaike, für die sich Schüler eingesetzt hatten, längst ausgesägt und gerettet im Bauhof einlagern, war die Rettung des prägenden Wandbilds an der Grundschul-Turnhalle mehr als fraglich. Das Gebäude wird derzeit entkernt und soll in knapp zwei Wochen abgerissen werden. Und die 40 000 Euro der Stadt sowie die rund 13 000 Euro Spenden reichten nur für den Aus- und Wiedereinbau der Tiermosaike in die neue Grundschule – für die Uhr war nichts übrig.

Doch jetzt hat sich laut Böse eine neue Lösung aufgetan 

Über den Historischen Verein wäre es jetzt doch möglich, das Uhrenbild zu retten. Das mit rund 25 000 Euro veranschlagte Aussägen des Bildes sei finanziell gesichert. Ursprünglich war geplant, das Bild in zwei Stücke zu teilen und ebenfalls in den Bauhof zu verfrachten. Doch das hätte neben Transportkosten noch zusätzliche Sanierungsarbeit verlangt, wenn es ums Wiederaufstellen gegangen wäre. Deshalb die Idee, das Bild komplett auszusägen und auf dem Schulgelände zwischenzulagern, bis der Neubau steht. Der Haken: Dafür braucht es einen Fundamentblock, damit das Bild zwei Jahre sicher liegt. Und für den ist kein Geld mehr da. Deshalb Böses Bitte, im Namen des Historischen Vereins: „Die Stadt müsste die nötigen 7500 Euro zur Verfügung stellen, sonst ist das Bild unwiederbringlich verloren.“

Eigentlich hatten Stadtrat und Bauausschuss wiederholt abgelehnt, mehr als 40 000 Euro beizusteuern. „Aber es wurde so viel Engagement gezeigt, da sollten wir uns großzügig zeigen“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD). Michael Eberle (CSU) betonte, irgendwann müsse Schluss sein, doch bei diesem finalen Rettungsakt sei man dabei. Auch Ralf Schnabel (UWV) sah es so und forderte Firmen auf, denen man mit der Gewerbesteuer-Senkung hunderttausende Euro gespart habe, ein paar tausend Euro zu spenden. „Es gibt auch die klare Aussage, dass die Stadt keine weiteren Kosten übernimmt“, betonte Sluyterman. Verantwortlich sei der Historische Verein.

Der ist froh, dass die Rettung doch noch klappt. Es seien aber einige interne Diskussionen nötig gewesen, ehe man sich dem gestellt habe, sagte Helmut Vollmann. Dank mehrerer Großspender seien die Kosten für die Rettung beisammen, das Aufstellen könnte die Wüstenrot-Stiftung finanzieren. Auch eine zweite Stiftung sei noch im Gespräch. Danken wollte er Lehrerin Irmgard Schreiber-Buhl, die als treibende Kraft „Außerordentliches“ geleistet habe. boris forstner

Spenden

können an das Sonderkonto des Historischen Vereins Nr. 33 55 08 35 30 bei der Kreissparkasse Schongau, IBAN: DE 86 73451450 3355083530, überwiesen werden

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