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Auf gute Zusammenarbeit: Falk Sluyterman (links) mit Wolfgang Markus. Der neue Schongauer Asylkoordinator möchte ehreamtliche Helfer motivieren.

Stadt stellt Kalbitzer-Nachfolger vor

Wolfgang Markus dirigiert Flüchtlingshelfer

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Schongau - Ein rühriger Rentner ist der neue Asylkoordinator in Schongau. Wolfgang Markus, ein gebürtiger Kölner, der seit geraumer Zeit in Schongau lebt – und sich mit dem Verwaltungssystem bestens auskennt. „Das ist ein großer Vorteil“, sagt Bürgermeister Falk Sluyterman.

Nadelstreifenanzug, seitlich nach hinten gekämmtes mittellanges Haar, aufrechter Gang und ein zielgerichteter Blick, stets nach vorne. Irgendwie ein Mann von Welt, der ganz genau weis, was er will, und was er kann. Diesen Eindruck vermittelte Wolfgang Markus scheinbar nicht nur bei seiner Vorstellung als neuer Schongauer Asylkoordinator. Bürgermeister Falk Sluyterman sagte Donnerstagmittag zu ihm: „Eigentlich müssten sie Stadtrat sein, so viel wie sie in Schongau unterwegs sind und sich interessieren.“

Wolfgang Markus, 68, gebürtiger Kölner und ehemaliger Dirigent, jedoch seit geraumer Zeit in Schongau lebend, ist laut Sluyterman „wie geschaffen“ für das neue Amt des Teilzeit-Integrationsbeauftragten. Einerseits, weil er bereits für den Freundeskreis Asyl als Sprachvermittler gearbeitet hat. Andererseits, weil er viele Jahre im Landratsamt tätig war. Erst in Weilheim, unter anderem als Chauffeur des ehemaligen Landrats Luitpold Braun. Dann, ab 2008, als Friedrich Zeller gewählt wurde, wechselte er nach Schongau. War dort für’s Archiv und die Umstellung auf EDV zuständig, ehe er sich 2014 in den Ruhestand verabschiedete. Markus kennt sich also bestens aus mit dem Verwaltungssystem. Und das sei laut Sluyterman „ein großer Vorteil“ für das Amt des Asylkoordinators.

Ehrenamtliche Helfer koordinieren und motivieren

Markus Hauptaufgabe ist nämlich das Vernetzen und Koordinieren der ehrenamtlichen Helfer. Ein Schreibtischjob im Schongauer Rathaus, bei dem viel Papierkram anfällt. Aber bei weitem nicht nur. „Ich bin dafür verantwortlich, dass wir das mit der Integration hinbekommen, dass keine schlechte Stimmung aufkommt, dafür möchte ich die ehrenamtlichen Helfer motivieren.“ Fragen wie „wie sollen wir das bloß schaffen?“ sind für Markus keine Option. Falls sie doch aufkommt, und das wird sie gewiss, verlässt er seinen Bürostuhl, fährt hinaus zu den Unterkünften und Hilfseinrichtungen wie die Fahrradwerkstatt oder Kleiderkammer und spricht mit den Leuten, versucht Zweifel auszuräumen, zu motivieren.

Nur 20 bis 25 Stunden im Monat: "Das ist nicht meine Idee."

Im Vergleich zu Tobias Kalbitzer kann sich Markus seine Zeit, weil Rentner, frei einteilen. Wenngleich ihm die 20 bis 25 Stunden im Monat mit Sicherheit nicht ausreichen werden: „Das ist nicht meine Idee“, sagt er. Das Problem: Aufgrund der angespannten Haushaltslage kann sich Schongau nicht mehr Stunden leisten.

Umso besser, „dass die Stimmung in Schongau noch richtig gut ist“, sagt Sluyterman. Aber die Mammutaufgabe Integration ist noch lange nicht vollbracht. Derzeit leben in Schongau 302 Flüchtlinge. Damit ist Schongau im Vergleich zu anderen Gemeinden – 2,5 Prozent bei rund 12 000 Einwohnern – über dem Durchschnitt. Und die Zahl wird weiter steigen. „Das hat uns die Landrätin in einem Gespräch mitgeteilt“, sagt Sluyterman, der mit uns sich und Wolfgang Markus meint, der sich die vergangenen zwei Wochen schon intensivst in sein neues Amt eingearbeitet hat.

Der Asylkoordinator

ist ab sofort per E-Mail unter markus.wolfgang@schongau.de erreichbar.

Johannes Schelle

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