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Für Stadtpfarrer Bernhard Mooser war Schongau ein kleines Paradies

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Die Umzugskarton stehen schon bereit: Für Stadtpfarrer Bernhard Mooser und Pfarrhaushälterin Anni Weiher heißt es Abschied nehmen aus Schongau. Foto: mg
Die Umzugskarton stehen schon bereit: Für Stadtpfarrer Bernhard Mooser und Pfarrhaushälterin Anni Weiher heißt es Abschied nehmen aus Schongau. Foto: mg

Schongau - Der Schongauer Stadtpfarrer Bernhard Mooser nimmt nach 18 Jahren in Schongau seinen Hut und wechselt zusammen mit seiner Haushälterin Anni Weiher an seine neue Pfarrstelle in Weißenhorn (nahe Ulm) . Am Samstag, 27. Juli, ist sein Abschiedsgottesdienst in Schongau.

„Ich hab’mit dem Packen schon begonnen“, berichtet Stadtpfarrer Bernhard Mooser von Mariae Himmelfahrt. Damit wird er auch in den nächsten Tagen noch beschäftigt sein. Dennoch, die Zeit für ein Interview mit der Heimatzeitung hat er sich gerne genommen.

-Wie behalten Sie Schongau in Erinnerung?

In sehr guter Erinnerung. Stellenweise war es für mich wie ein kleines Stück Paradies. Es war immer ein harmonisches Miteinander mit den Mitarbeitern, zwischen Kirche und Stadt, in der Ökumene, mit Moslems und Türken, da hat es nie Probleme gebeben. Wie gesagt, eine absolut paradiesische Situation in einer kleinen Pfarrei.

-Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Ja, wenn der Abschied nicht schwer fallen würde, dann würde etwas nicht stimmen. Ich freue mich aber auch auf die neue Herausforderung in Weißenhorn.

-Hat der Kirchenbesuch während Ihrer Zeit in Schongau zugenommen und eher nachgelassen?

Die Zahl nimmt überall ab, aber man kann Christentum nicht allein an der Zahl der Kirchenbesucher messen. Insgesamt aber kann ich ein bewussteres und reflektierteres Christsein feststellen.

-Kann man die Jugend in der heutigen Zeit überhaupt noch für die Kirche begeistern?

Ja klar! Schauen Sie unsere großer Ministrantenzahl an. Wir haben fast 60 Ministranten in der Pfarrei.

-Was waren für Sie die Highlights in Schongau?

Das waren die Altarweihe und die Kirchenrenovierung, aber auch all die kostbaren Begegnungen mit Menschen, die festlichen Gottesdienste und der Zugspitzblick auf dem Weg zur Schule...

-...den haben Sie in Weißenhorn aber nicht mehr!

Stimmt, dort muss ich zum Bahnhof gehen, wenn ich die Zug-Spitze sehen will (Mooser lacht).

-Was hat Ihnen in Schongau weniger gefallen?

Da fällt mir spontan nichts ein. Natürlich, wo Menschen sind, da geht’s menschlich zu. Manchmal wären offene Gespräche hilfreich gewesen. Ich erinnere nur an die Krise um Bischof Mixa. Da hätte man die Probleme offen bereden sollen.

-Denken Sie manchmal noch an den Raketenangriff beim Mitternachtsgebet in der Schongauer Stadtpfarrkirche während der Neujahrsnacht vor etlichen Jahren?

Ja, und im Nachhinein kann man noch über so eine Negativerfahrung schmunzeln. Dennoch, das hätte damals schlimm ausgehen können.

-Welche Tipps würden Sie Ihrem Nachfolger in Schongau geben?

Wichtig ist, die Pfarreiengemeinschaft, das wachsende Zueinander und Miteinander der beiden Schongauer Pfarreien Mariae Himmelfahrt und Verklärung Christi, gut zu begleiten. Sonst verpassen wir die Zukunft.

-Wann genau haben Sie in Schongau Ihren letzten Tag?

Am 31. Juli ist es so weit: Dann kommt der Möbelwagen, und am nächsten Tag, also am 1. August, wird in Weißenhorn eingezogen.

-Wie ist dort der Pfarrhof?

In Weißenhorn gibt es einen schönen Pfarrhof. Allerdings ist er etwas kleiner. Meinem Vorgänger in Schongau, Pfarrer Josef Fickler, bin ich im Nachhinein sehr dankbar, dass er den Schongauer Pfarrhof fachgemäß renoviert und vergrößert hat.

-Sie haben 250 Umzugskartons. Räumen Sie den ganzen Pfarrhof aus?

Keineswegs, ich nehm nur meine persönlichen Sachen mit und all die Bilder, die mir gehören. Aber - um Hermann Löns zu zitieren - das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz.

-Sie verreisen ja gerne. Darf man Sie fragen, wo es in diesem Jahr im Urlaub hingeht?

Ich möchte eine Wallfahrt nach Assisi machen...

-...aber doch nicht etwa zu Fuß von Schongau nach Assisi?

Nein, ich fahre mit dem Auto nach Assisi und werde dort viel wandern. Wir waren ja mit der Pfarrei schon mal in Assisi. Das hat mich sehr beeindruckt, und deshalb will ich noch einmal dort hin.

-Wer hält Sie auf dem Laufenden, was in Schongau weiter passiert?

Ich lese jeden Tag die Schongauer Nachrichten. Die hab’ ich in Weißenhorn abonniert.

-Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Dass die Schongauer durch meinen Nachfolger Pfarrer Marxer den Glauben und die Kirche noch tiefer und beglückender erleben dürfen und dass meine nunmehr dritte Pfarrstelle in Weißenhorn im Wesentlichen auch so gut läuft wie in Schongau und vorher in Fuchstal.

mg

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