Aus der Städteverschwisterung erwuchs die große Liebe

Schongau - Er ist die Liebe ihres Lebens - und die hat sie auch geheiratet. Nina Cecchi (27), die viele Jahre ihrer Jugend in Schongau verbrachte und dort auch Abitur machte, hat ihren heutigen Mann Ricardo im Rahmen der Städteverschwisterung kennengelernt.

Wenn sie auf die Anfänge der Bekanntschaft zu sprechen kommt - seinerzeit war es noch eine Jungmädchen-Schwärmerei - bekommen ihre Augen einen ganz speziellen Glanz. „Das war 1998, da habe ich erstmals an der Verschwisterung teilgenommen“, erzählt sie. Dazugekommen ist sie über eine Freundin - Nicole Böse, Tochter von SPD-Stadträtin Ilona Böse. Die erste Reise führte nach Colmar.

Und dort sah die damals 15-Jährige anlässlich eines Gastfamilienabends auch erstmals ihren Ricardo, der fünf Jahre älter war als sie. „Er hat mir gleich gefallen, aber mehr war auch nicht“, erinnert sie sich, fügt noch hinzu: „Dazu war ich viel zu schüchtern“. Was ihr blieb, war nur ein Foto des Umschwärmten, das ihr eine Belgierin aus Sint Niklaas, die ebenfalls am Austausch teilgenommen hatte, später per Post schickte. „So behielt ich Ricardo ein ganzes Jahr lang im Kopf, obwohl ich nie damit rechnete, ihn irgendwann richtig kennenzulernen“.

Kommissar Zufall wollte es jedoch anders. Ein Jahr später nahm sie wieder am Jugendaustausch teil. Und diesmal ging’s nach Gorinchem in Holland, eine mit der belgischen Schwesterstadt Sint Niklaas befreundete Stadt. Und dort sollte sie wieder auf Ricardo treffen. „Es hat allerdings ein paar Tage gedauert, bis wir richtig in Kontakt gekommen sind“, erinnert sie sich noch heute, als wäre es erst gestern gewesen. Dann ging alles ziemlich schnell.

„Bei einer Party im Zuge der Verschwisterung hat’s gefunkt, da sind wir uns näher gekommen“, sagt sie, und ihre Stimme hat dabei einen ganz besonderen Klang. Eine Woche dauerte es noch, dann waren Nina und Ricardo ein festes Paar. Die non verbale Kommunikation war da längst kein Problem mehr, die andere erfolgte auf Englisch. Doch jeder Urlaub hat einmal ein Ende. So auch dieser, dem eine schmerzhafte Trennungsphase folgte.

Zwei Monate später traf man sich dann wieder - anlässlich des Oktoberfests, zu dem der Verschwisterungsgedanke schon seit langem gepflegt wird und sich Schüler aus allen Partnerstädten jährlich am Lech treffen. Von da an trafen sich Nina und Ricardo fast alle sechs Wochen - mal in Lucca, mal in Schongau. Auch den Jahreswechsel ins neue Millennium verbrachte man gemeinsam.

Danach kam es zum ersten Besuch bei der Familie von Ricardo, dem weitere folgten. „Zwischendurch haben wir uns regelmäßig Briefe geschrieben, ganz romantisch“, erzählt sie, dass „damals SMS und E-Mail noch nicht so aktuell waren“.

Als Nina, eine geborene Klinghammer - unter diesem Namen machte sie in Schongau auch ihr Abitur - in den Jahren 2004 und 2005 ein Auslands-Semester Soziologie in Pisa absolvierte, war sie ihrem Ricardo, der an der gleichen Universität Wirtschaft studierte, ganz nah. In dieser Zeit besuchten die Zwei auch ein Ehevorbereitungs-Seminar.

Im Sommer 2005, das Semester war vorbei, dann die nächste - schmerzliche - Trennung. Doch die Liebe war mittlerweile so gewachsen, dass Ricardo es ohne seine Nina einfach nicht mehr aushielt. Im Januar zog er nach Augsburg, im April wurde geheiratet. Seitdem ist Ricardo als Sozialversicherungsberater für italienische Landsleute tätig.

Und Nina? Die ist seit August vergangenen Jahres strahlende Mama. Da erfuhr die Liebe der beiden ihre vorerst letzte Krönung, als Töchterchen Pia das Licht der Welt erblickte. Und eins ist für das Ehepaar schon jetzt klar. Klein-Pia soll in jedem Fall zweisprachig erzogen werden. „Das kann in heutiger Zeit nur von Vorteil sein“, sagt Mama Nina und ergänzt noch: „Schließlich soll sie sich ja auch mit ihren Großeltern unterhalten können.“

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