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Nicht betreten: Der Zettel am Lehrmittelraum.

Staufer Grundschule Schongau

Schimmelbefall und Eiskeller statt Aula

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Schongau – Alles andere als angenehm ist seit einiger Zeit der Unterricht im Altbau der Schongauer Staufer-Grundschule. Frei nach dem Motto „Bikini oder Pelzmantel“ herrschen mal zehn, mal 32 Grad in den Klassenzimmern, die Aula nennt Schulleiterin Ulla Heitmeier derzeit nur noch „unseren Eiskeller“. Heikel: Das Lehrmittelzimmer ist wegen Schimmels geschlossen.

„Der Raum soll zunächst nicht betreten werden. Die Stadt Schongau untersucht den Schimmelbefall.“ Diese handgeschriebene Warnung von Schulleiterin Ulla Heitmeier hängt an der Tür zum Lehrmittelraum im Keller des noch stehenden alten Grundschulbaus. Bereits seit Mitte November ist der Raum, in dem Unterrichtsmaterial und Bücher gelagert werden, gesperrt. Hohe Luftfeuchtigkeit hatte Schimmelsporen sprießen lassen, besonders Bücher, die direkt mit der feuchten Wand in Berührung kamen, sind stark befallen.

Eine Gesundheitsgefahr wegen eventueller Schimmelsporen besteht laut Stadt Schongau jedoch nicht: Bereits einen Tag nach der Meldung des Schimmelbefalls sei ein Fachingenieur vor Ort gewesen, so die Auskunft von Thomas Ola aus dem Städtischen Bauamt. Dieser habe diverse Beprobungen und Analysen vorgenommen. „Um jegliche Gefährdung ausschließen zu können, wurde Mitte Dezember in je einem Klassenraum pro Stockwerk eine Raumluftmessung durchgeführt“, so Ola. Die Ergebnisse liegen der Stadt seit vergangener Woche vor: „Kein Hinweis auf eine Schimmelpilzbelastung in den Innenräumen und Klassenzimmern.“

Raumluftmessung in allen Stockwerken

Für die Reinigung und Desinfektion der Lehrmittel sowie des Raumes durch eine Fachfirma würden derzeit Angebote eingeholt. Gereinigt werden sollen die Sachen in den Faschingsferien. Wie hoch der Schaden ist, kann Heitmeier nicht einschätzen. Was unbrauchbar geworden ist oder nicht mehr gereinigt werden kann, werde jedoch ersetzt. „Dafür hat die Stadt den Haushalt erhöht.“

Offensichtlicher und für alle deutlich spürbar ist das Heizungsproblem im alten Schulhaus. Schulkinder und Lehrer, die von ihren Klassenzimmern durch die Aula in einen anderen Unterricht wollen, gehen momentan wohl etwas schneller als sonst: Das Thermometer an der Innenwand zeigte Dienstagmittag gerade einmal 11 Grad an, an den kalten Tagen wie jetzt bleibt es sogar einstellig.

Ohnehin sei der Schulhof laut Heitmeier derzeit nur eingeschränkt nutzbar, da von Abbrucharbeiten scharfkantige Überreste wie Eisenarmierungen unter der Schneedecke verborgen sein könnten. Wenn die Kinder auch noch wegen schlechten Wetters nicht nach draußen können, fänden die Pausen nicht etwa in der Halle, sondern im Klassenzimmer statt, so Heitmeier. Dort ist es allerdings unter Umständen auch nicht viel wärmer: Weil es Probleme mit der Heizung gibt, sind die Räume entweder viel zu kühl, oder im Gegenteil völlig überheizt.

Eine äußerst ungute Situation für Schulkinder wie Lehrerkollegium und Personal. Was steckt dahinter? Die ursprüngliche Heizungszentrale war in der Grundschulturnhalle untergebracht. Nach deren Abriss musste eine neue Heizungsversorgung für die Bestandsgrundschule und den Kollegstufenbau des Gymnasiums eingerichtet werden. Dies verlief aber alles andere als reibungslos.

Pausen finden im Klassenzimmer statt

Wegen veralteter, teilweise wohl nicht ganz schlüssig nachvollziehbarer Heizverteilungskreise und dem zeitgleichen Abbruch des Blocks B kam es „zu nicht vorhersehbaren Problemen bei der durchgängigen Beheizung der Bestandsbauten“, so Ola. Weil sich dann auch noch die Bauzeiten verzögerten, hätten die Vormaßnahmen leider nicht eingehalten werden können. Ursprünglich seien diese Arbeiten nämlich für eine Zeit außerhalb der Heizperiode geplant gewesen.

Zwischenzeitlich habe man sich mit Elektroheizgeräten beholfen. Laut Ola sind die frostigen Zeiten aber nun vorbei: „Die Probleme sind mittlerweile behoben, sodass die Klassenzimmer nun konstant mit der optimalen Raumtemperatur versorgt werden.“ Die Heizung der Pausenhalle soll voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder funktionieren. Die Stadt bedauert die Situation. Ola: „Die Verwaltung möchte sich ausdrücklich für das entgegengebrachte Verständnis für die Unannehmlichkeiten bedanken.“ Die neuen Räumlichkeiten für die Grundschule werden voraussichtlich im Frühjahr 2019 fertiggestellt.

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