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Stefan Wintersberger kehrt zwar dem Kulturzentrum in Schwabniederhofen den Rücken, aber er bleibt der Kulturszene im Schongauer Raum erhalten – mit einem gewagten neuen Projekt.

Aktuelles Interview

Viel mehr als Bauerntheater

Schwabniederhofen - Er ist Gründungsmitglied, eine treibende Kraft im Kulturzentrum Schwabniederhofen, jetzt legt er sein Amt nieder – Stefan Wintersberger, technischer Leiter des Bühnen- und Lehrbetriebs an der Bayerischen Theaterakademie, Vater von zwei Kindern und begeisterter Kulturschaffender, steht dem KulZe nach sieben Jahren nicht mehr als Kulturattaché zur Verfügung.

Warum er aufhört, was seine persönlichen Höhepunkte in seiner Schaffenszeit waren und welche Projekte er als nächstes geplant hat, darüber sprachen wir mit dem 47-Jährigen.

- Herr Wintersberger, Sie sind Gründungsmitglied des Kulturzentrums, waren sieben Jahre lang an vorderster Front dabei. Warum hören Sie auf?

Ich meine einfach, dass es noch neue Aufgaben für mich gibt. Das KulZe ist in den sieben Jahren sehr erfolgreich geworden, wir haben beispielweise innerhalb kürzester Zeit den Kulturpreis des Landkreises gewonnen. Und jetzt möchte ich einfach was Neues ausprobieren.

- Wie kam es 2008 zur Gründung des KulZe?

Zu der Zeit hatten wir Theaterproben im Gasthaus Janser, da mussten wir oft die Bühne auf- und abbauen, wenn eine Hochzeit oder Ähnliches war. Das war ziemlich stressig. Eines Abends auf dem Nachhauseweg haben wir überlegt, wie schön es wäre, ein eigenes Theater zu haben. Als wir an der damaligen Raiffeisenbank und dem Lagerhaus vorbeikamen, hatte ich die Idee, daraus ein Theater zu machen. Ein paar Tage später haben wir uns das Gebäude angeschaut, und der Plan war schnell gefasst, daraus erst einmal ein Theater und später ein Kulturzentrum entstehen zu lassen.

Warum der Name Kulturzentrum?

KulZe deshalb, weil erstens jedes Dorf einen „Theaterstadl“ hat, zweitens wollten wir mehr machen als Bauerntheater. Wir wollten Klassik reinbringen, Kinderstücke, Lesungen, Tanzkurse und vieles mehr. Das ist uns ja auch gelungen.

- Was waren Ihre Aufgaben als Kulturattaché des KulZe?

Der Name „Kulturattaché“ kommt daher, dass ich früher für das türkische Generalkonsulat gearbeitet habe und mein Ansprechpartner für eine Veranstaltung der türkische Kulturattaché war. Ich fand diesen Namen so faszinierend, der hat mir so gut gefallen, und in diesem Sinne wollte ich meine Aufgaben übernehmen.

- Und was waren Ihre Aufgaben?

Diese waren unter anderem, das Programm zu organisieren, zu schauen, wann wir die Veranstaltungen machen, wann die Künstler Zeit haben. Ich habe viele Künstler aus dem Raum München geholt und immer auch ein bisschen drauf geschaut, dass namhafte Künstler dabei waren, die man sonst nicht so leicht kriegt. Diese zu überreden und mit ihnen Verträge zu machen, das war so meine Hauptaufgabe. Und natürlich abends die Vorstellung dann auch zu betreuen. Wobei ich das natürlich nicht alles alleine gemacht habe, ich hatte immer die Unterstützung von meinen Kollegen.

Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte während der sieben Jahre?

Meine persönlichen Highlights waren der klassische Abend mit einer Opernsängerin der Mailänder Scala. Dann gab es noch einen Abend mit einer 30-köpfigen Brass-Band aus München, die auch eine Opernsängerin dabei hatten, das war klasse, oder der 30-köpfige Chor „Don Camillo“ – was halt immer gigantisch war für diese kleine Bühne, wenn so große Ensembles auftraten, wie sie den Raum gefüllt haben. Die Kinderstücke und Musicals der Theaterakademie gehören auch zu meinen Highlights, aber mein absoluter Höhepunkt war das Konzert von Claudia Koreck. Erstens, dass wir sie überhaupt bekommen haben, und zweitens mag ich ihre Musik einfach unheimlich gerne. Das war echt ein sehr gelungener Abend.

- Wer übernimmt künftig Ihr Aufgabenfeld?

Ich gehe davon aus, dass mein Vorstandskollege Florian Zick meine Aufgaben übernimmt. Er ist selbst leidenschaftlicher Musiker, spielt in zwei Bands, und er ist auch derjenige, der die meisten Kontakte zu anderen Künstlern und Bands hat, der sich einfach in der Szene hier gut auskennt.

Christine Wölfle

Das ganze Interview lesen Sie in unserer Printausgabe.

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