Eigens angereist war der Rehborner Bürgermeister Stefan Link, um den Film „Leben mit der Energiewende“ zu präsentieren. Link hat in seiner Gemeinde ebenfalls eine Energiewende mit Windkraft angestoßen. foto: os

Balkonkraftwerke für die Energiewende

Steingaden - Ob die Energiewende in Deutschland gelingt, liegt nicht an der Politik, sondern an den Menschen. Dieser Überzeugung ist Filmemacher Frank Farenski.

Fast an der selben Stelle konnte Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle schon einmal einen Bürgermeister begrüßen, der sich der Energiewende verschrieben hat und mit seinem Dorf für Furore sorgt. Damals hatte Wolfgang Zirngibl die These aufgestellt, dass Deutschland nach wie vor besetztes Gebiet sei, fest in der Hand der großen vier Stromversorger. Nun konnten Wörle und der Vorsitzende des Arbeitskreises, Florian von Polenz, abermals einen engagierten Bürgermeister begrüßen. Thomas Link steht dem Rheinland-Pfälzischem Rehborn vor und hat, neben seinem Engagement für die Energiewende in Deutschland, an der Entstehung des Films „Leben mit der Energiewende 2“ mitgewirkt.

Bekannt wurde der kleine Ort im Landkreis Bad Kreuznach durch das „Rehborner Modell“, wie Link den anwesenden, gut 50 Interessierten erklärte. Hier wurde der erste deutsche Windpark mit einer neuen Generation von so genannten Schwachwindanlagen verwirklicht. Bei einer Nabenhöhe von 139 Metern und einer Flügellänge von je 60 Metern haben diese Windkraftanlagen relativ kleine Generatoren von nur 2,5 Megawatt. Das bedeutet, dass die WEA wesentlich häufiger und damit gleichmäßiger ihre volle Leistung ausschöpfen können und letztlich mehr Strom produzieren, so Link. Vor allem geht es dem Bürgermeister aber darum, dass diese Windanlagen den Bürgern nützen und nicht Monopolisten daran verdienen.

Darum geht es kurz gesagt auch in dem neuen Film, den Link im Gepäck hatte. Es könne nicht sein, so Link, dass Millionen Euro abfließen an die Energieverkäufer, die unser Land zerstörten und unser Klima durch das Verbrennen fossiler Energieträger. Die noch dazu immer teuerer werden.

Mittlerweile sei es im Hunsrück zu warm und zu trocken für die Fichte, in Kürze werde wohl auch die Buche die veränderten Klimabedingungen zu spüren bekommen.

Themen, die auch der Film aufgreift und Menschen besucht, deren Dörfer in der Lausitz in Kürze den gefräßigen Braunkohlebaggern zum Opfer fallen werden. Oder vorrechnet, dass wir in einem Zeitraum von neun Jahren, für die gleiche Menge importierter fossiler Rohstoffe, 60 Milliarden Euro mehr bezahlen, Jahr für Jahr. Und damit die Behauptung widerlegt, die erneuerbaren Energien seien schuld an den hohen Energiekosten in Deutschland. Und der die wahren Absichten der Konzerne und ihrer Fürsprecher in der Politik aufzudecken versucht. Wenn etwa Energiekommissar Günther Öttinger kaum verholen für eine Renaissance der Atomkraft wirbt und meint, das Volk wolle es doch so.

Auf der anderen Seite zeigt der Film, dass kluge Köpfe schon vor 30 Jahren über die Diktatur der Energiekonzerne geschrieben haben und darüber, dass das Volk selbst dafür sorgen müsse, dass diese alten Strukturen zerstört werden. Etwa, indem man sich so genannte Balkonkraftwerke aufs Dach setzt. Photovoltaikanlagen, die man, quasi aus dem Auto aufs Dach oder eben den Balkon setzen kann und die heute schon die Grundlast eines Haushaltes an Strom decken können. Und die frei sind von staatlicher Kontrolle und immer mehr Anhänger finden.

Auch hat der Filmemacher Farenski im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung eine Expertin gefunden, die davon überzeugt ist, dass sich Deutschland zu 100 Prozent aus regenerativen Energie selbst mit Strom versorgen kann. Man habe das Wissen, treibe die Infrastruktur voran, nun liege es an den Menschen, die Energiewende zu vollenden.

Wir sind die Energiewende, das ist denn auch die Quintessenz des gut 90-minütigen Films, den man sich im übrigen im Internet auf der Homepage www.energiewende-derfilm.de. jederzeit anschauen kann.

os

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