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Festakt zum zehnjährigen Jubiläum des Klostergartens in Steingaden mit den Initiatorinnen (v.l.) Monika Kramkowski und Roberta Leimbach, der Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, sowie Pater Adrian Lerchenmüller.

10 Jahre Klostergarten Steingaden

In blühender Natur die innere Mitte finden

Genau vor zehn Jahren ist anlässlich der ersten Steingadener Blütentage auch der Klostergarten St. Johannes fertiggestellt worden, der sich im Laufe der Jahre zum Besuchermagnet entwickelt hat. Mit einem kleinen Festakt ist das Jubiläum gefeiert worden.

Steingaden – Duftende Spalierrosen, schattige Obstbäume, Kräuter und Heilpflanzen, biblische Symbolpflanzen, Ruhebänke und ein Steinlabyrinth im Zentrum: Im Steingadener Klostergarten als Lehr- und Meditationsgarten können Besucher die Seele baumeln lassen, Kraft tanken und in blühender Natur zur inneren Mitte finden.

Das Kleinod, das laut Pater Adrian Lerchenmüller zusammen mit der Kirche und dem Kreuzgang einen „mächtigen Dreiklang“ bildet, ist ein Gemeinschaftsprodukt von engagierten Steingadener Bürgern. Gemeinde, Pfarrgemeinde, ehrenamtliche Helfer und großzügige Spender wie die Bürgerstiftung und die Kulturgemeinschaft, haben sich zusammengetan, um die 18000 Euro Erstellungskosten aufzubringen und notwendige Maßnahmen kostengünstig auszuführen.

Beim Bau des Gartens vor zehn Jahren war es vor allem Heini Lang mit seinem verdienstvollen Team, der die Bauarbeiten ausführte. Gepflegt wird der Garten seit Jahren in ehrenamtlicher Arbeit von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins in Steingaden.

Die Idee zum Klostergarten hatte sich im Rahmen der Vorbereitung der Steingadener Blütentage entwickelt: „Wir könnten unterschiedlicher nicht sein, trotzdem verbindet uns viel“, sagte Roberta Leimbach lachend, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, die neben Planerin Monika Kramkowski eine der beiden „Mütter“ des Klostergartens ist. „Eigentlich sollte ich eine Art Kräuterspirale mit traditionellen Heilpflanzen machen“, sagte Kramkowski bei der Jubiläumsfeier.

Nach der Besichtigung einiger Klostergärten schwebte ihr damals allerdings etwas anderes vor: Sie wollte etwas „Lebendiges machen“. Alte Bilder und Pläne zeigten, dass an der Stelle des heutigen Klostergartens bereits im 16. Jahrhundert ein schlichter Kellereigarten existierte, der, vermutlich zur 600-Jahrfeier des Klosters im Jahr 1747, zum zweiten Kreuzgarten mit zentralem Brunnen ausgebaut wurde.

In neuerer Zeit diente der Klostergarten als Pfarrgarten, der aber kaum noch genutzt wurde. Mit ihrer Idee, einen Lehr- und Meditationsgarten anzulegen, rannten Roberta Leimbach und Monika Kramkowski vor knapp zehn Jahren bei Pfarrer Günther Bäurle offene Türen ein. Heute ist der kleine Garten laut Pater Adrian ein „großes Glück“. Er unterstützt Menschen auf der Suche nach Tiefe und Spiritualität sowie Halt im Leben und bildet die eigentliche Mitte des Orts. Zudem ist er ein Aushängeschild für die Gemeinde geworden und hat schon viele Besucher angezogen.

Monika Kramkowski, die selbst einen großen Heilpflanzengarten besitzt, hat im Klostergarten zwei große Themen umgesetzt: Nämlich Heilpflanzen und christliche Symbolpflanzen. 80 biblische Pflanzen wie zum Beispiel die Akelei, die nach Hildegard von Bingen die dritte heilige Pflanze ist, die im Aufbau ihrer Blätter die göttliche Dreifaltigkeit symbolisiert, sind hier zu finden. Aber auch geschützte Pflanzen wie Frauenschuh und Alpenfeuerlilie, für deren Kultivierung im Klostergarten sich Fridolin Schwarz besonders einsetzt.

Bis zu 15 Führungen pro Jahr bietet Kramkowski auf Nachfrage für Gruppen und Privatleute an. Und sie kann viel zu den Pflanzen erzählen: Das konnten auch die Gäste bei der Feier genießen, die zudem vom Obst- und Gartenbauverein mit Erfrischungsgetränken und Häppchen verwöhnt wurden. Musikalisch ergänzt wurde das Lustwandeln zwischen blühenden Stauden und Blumen im Klostergarten von Vroni und Moritz Köpf mit Harfe und Akkordeon.

Ursula Fröhlich

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