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Diese besonders erfolgreichen Schüler wurden von der Frank-Hirschvogel-Stiftung ausgezeichnet. So haben Antonia Bußjäger und Hans Fischer den Quali mit 1,9, Julia Sprenzel (rotes Kleid) mit 1,7 bestanden. Mit einem Notenschnitt von 1,33 ware n Andreas Ott, Lucia Schwarz und Florian Wörle sowie Alida Echtler mit 1,11 die Besten ihres Jahrgangs. Sechs weitere Schüler aus den beiden zehnten Klassen erhielten von der Sparkasse bzw. der Raiffeisenbank einen Geldpreis für ihr vorbildliches Verhalten.

Abschluss Mittelschule Steingaden

Zum Architekten der Zukunft werden

Ein hörbarer Seufzer ging durch die Reihen: Schüler, Eltern und auch die Lehrer waren froh, dass es nun vorbei ist. Am gestrigen Freitag haben 49 Entlassschüler der Mittelschule Steingaden ihre Zeugnisse erhalten.

Steingaden – „Neun oder zehn Jahre, manche auch noch ein Jahre länger, haben Sie auf diesen Tag hingearbeitet, um dieses Papier, das Zeugnis, zu erhalten“, erinnerte Jürgen Jahrsdörfer in seiner Rede. Und mit einem verschmitzten Lächeln fügte der Rektor der Mittelschule Steingaden noch hinzu: „Es ist Euer Verdienst. Die Noten darauf habt Ihr mit mehr oder weniger Aufwand erarbeitet.“

Nun sei die stressige Zeit aber vorüber, „die Schule ist rum“. Dabei war sich Jahrsdörfer aber der Tatsache bewusst, dass die Eltern nicht ganz unschuldig gewesen sein können am Erfolg der Kinder. Sie hätten sie unterstützt, aber auch Druck gemacht, wenn es nötig gewesen sei.

Und auch wenn der Nachwuchs nun bei der Entlassfeier sitze und strahle, habe es bestimmt die eine oder andere Auseinandersetzung zuhause gegeben. Und mit Blick auf seine nun ehemaligen Schüler merkte Jahrsdörfer noch an, dass manches Prüfungsergebnis weniger den Kenntnissen als der Null-Bock-Stimmung zu verdanken sei. Nun aber sei es an der Zeit, dass alle Beteiligten durchschnaufen könnten. Auch die Lehrer: ihren Anteil am Erfolg ließ Jahrsdörfer nicht unerwähnt.

Aber nun sei „Euer Tag gekommen“, so der Schulleiter. „Habt Mut, Euch auf etwas Neues einzulassen“, gab er den Schülern mit auf den Weg. Es brauche Vertrauen, um Sicherheit zu erlangen und Halt zu finden. „Also vertraut auf Euch“.

Doch etwas kritischer meinte Jahrsdörfer, dass nun an der Zeit sie für die Schüler, die bislang immer nur erhalten und empfangen hatten, etwas zurückzugeben: Sie sollten aktiv werden in der Gemeinde, sich einbringen und so zum Architekten ihrer Zukunft werden – weniger Gefangener ihrer Vergangenheit bleiben.

Damit leitete der Rektor über zur Schulfamilie: Er sei stolz, meinte Jahresdörfer, dass in Steingaden Schulfamilie nicht nur ein Begriff sei, sondern gelebt werde und alle einander unterstützten. So gesehen sei das Zeugnis vielleicht doch nur ein Papier mit Zahlen darauf – und nicht immer das Wichtigste.

War Bürgermeister Xaver Wörle als Schulverbandsvorsitzender zunächst auf das unrühmliche Kapitel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft eingegangen, machte er anschließend klar, dass nun auch für die Schüler ein neues Kapitel im Leben beginne. Und er wünschte den Schülern, dass sie mit Freude, Ehrgeiz und Elan an die bevorstehenden Aufgaben herangehen sollen: neue Eindrücke sammeln und sich den Herausforderungen stellen, laute das Motto. „Mit Eifer, Fleiß und Mut sowie dem Willen, es zu tun, stehen Euch alle Türen offen.“ Sie sollten also keinen Angsthasenfußball spielen und nicht Altherrenkicker werden.

Allerdings hob Wörle auch mahnend den Zeigefinger: Die jungen Leute sollten auch die Regeln des menschlichen Zusammenlebens beherrschen und sich in die Gesellschaft einbringen, Verantwortung übernehmen.

Hatten die Schüler die Abschlussfeier gestaltet und ihr auch den musikalischen Rahmen gegeben, lag es dann an Moderatorin Elisa Pröbstl: „Auch wenn nun die Musik aus Titanic läuft, verlassen wir Schüler keineswegs ein sinkendes Schiff.“ Der Dank der Schüler gelte ihren Ex-Lehrern, die „mit Geduld und Nerven“ dafür gesorgt hatten, dass sie das letzte Schuljahr bestehen würden.

Von Oliver Sommer

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