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Blasmusik aus einer anderen Liga präsentierten die Musiker des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen in Steingaden. Die rund 250 Besucher ware nach dem zweistündigen Konzert vollauf begeistert.

Gebirgsmusikkorps

Blasmusik auf allerhöchstem Niveau

Das war Blasmusik auf allerhöchstem Niveau: Das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen hat bei seinem Benefizkonzert in Steingaden gut zwei Stunden lang die 250 Besucher in der Turnhalle der Mittelschule begeistert.

Steingaden – „Ein herzliches und vielfältiges Programm“, hat eingangs des Konzerts mit Oberstleutnant Karl Kriner der Leiter und zugleich Moderator des Gebirgsmusikkorps versprochen. Und fügte bescheiden an: „Schön, dass wir bei Ihnen sein dürfen.“ Für den Steingadener Musikvereins-Vorsitzenden Andi Srauß war es „eine große Ehre, solch ein großes Orchester empfangen zu dürfen“.

Sehr gute Konzerte der Steingadener Musikkapelle unter ihrem Dirigenten Georg Müller ist man im Ort und der Umgebung ja längst gewohnt. Aber was diese Zeit- und Berufssoldaten auf der Bühne in Steingaden geboten haben, war dann doch noch eine andere Liga: Märsche, Ausschnitte aus Ouvertüren und Opern gehörten dabei ebenso dazu wie Potpourris von ABBA und „Memories“ von Beni Goodman und Lionel Hampton.

Einen schneidigen Marsch von Hans Eilbut, mit dem 1912 ein Wettbewerb gewonnen wurde und der den Geschmack der damaligen preußischen Zeit haargenau getroffen hat, hat Kriner als Einstieg in das Konzert gewählt. Es folgte die Ouvertüre zur Oper „Wenn ich ein König wäre“, in der sich die Oper in der Zeit um 1852 auf klassische Weise widerspiegelt.

Gleich danach folgte das „Duetto Concertato“ nach Themen von Guiseppe Verdi. Flöte und Fagott, höchstes und tiefstes Holzblasinstrument, konzertierten da miteinander. Die Solistinnen, Oberfeldwebel Meike Tappert und Hauptfeldwebel Bettina Peschanel, warfen sich dabei musikalisch die Bälle zu. Es folgten mit „Aerodynamics“ ein Werk der zeitgenössischen Musik, und noch kurz vor der Pause mit „The Melody Shop“ ein schwungvoller amerikanischer Marsch.

Eine Fülle bekannter Melodien präsentierte das Musikkorps nach der Pause. Einen Ausflug in die k. u k.-Monarchie machte das Orchester mit dem Marsch „Gigantic“ von Julius Fucik. Spannend die musikalische Verbrecherjagd „The incredibles“ und vergnüglich die „Swing Memories“ von Benni Goodman und Lionel Hampton.

Nach dem Marsch „Die blauen Jungs“ genehmigte sich das Gebirgsmusikkorps mit unvergesslichen Hits von ABBA einen Ausflug in die 70er-Jahre. Mit dem Marsch „Gruß aus Oberbayern“ klang der offizielle Teil des Konzertes dann aus.

Natürlich erklatschten sich die Besucher mit einem Marsch von Max Glaner noch eine schneidige Zugabe.

Für Steingadens Dirigent Georg Müller war das den Abend über ein Konzert-Repertoire, das technisch anspruchsvoll hervorragend gemeistert wurde. Kaspar Berlinger meinte gar „erwartungsgemäß großartig. Es ist faszinierend, wie selbst bei schnellen Passagen die einzelnen Töne klar und prägnant herüberkommen.“ Die Intonation bei den höchsten und auch bei den tiefsten Tönen seien warm und exakt.

Das Musikkorps spielte ohne Gage. Der Musikverein spendierte dafür ein warmes Abendessen. Karl Kriner und Hauptfeldwebel Felix Weber bekamen zusätzlich noch von Andi Strauß ein Brotzeit-Brettl überreicht. Der Musikverein-Vorstand war sich übrigens sicher: „Die, die nicht hier waren, haben etwas versäumt.“

VON WALTER KINDLMANN

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