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Interessierte Zuhörer bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in Steinga den.

Bürgerversammlung in Steingaden

Bürgermeister macht seinem Ärger Luft

Sanierung des Fohlenhofes Nord- und Ostflügel, Ertüchtigung des Kanalsystems und eventuell Neubau einer Kläranlage zusammen mit Nachbargemeinden, Breitbandausbau, ein neues Sport Gelände und die Ansiedlung eines Drogeriemarktes: Darüber hat Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle auf der Bürgerversammlung im Schnelldurchlauf die 110 Besucher im Gasthof Post umfassend informiert.

Steingaden – Eine Bürgerversammlung gehört zu den schönen Aufgaben eines Bürgermeisters. Da kann er darüber berichten, was der Gemeinderat in den 14 Sitzungen mit den 498 Tagesordnungspunkten das Jahr über für die Gemeinde so alles fertiggebracht hat. „Der Gemeinderat war unwahrscheinlich fleißig“, so der Bürgermeister.

Diesmal nutzte Xaver Wörle aber die Gelegenheit, was eher ungewöhnlich ist, auch seinem Ärger gehörig Luft zu machen. Er wolle nicht unerwähnt lassen, dass es Leute im Dorf gibt, die einem das Leben schwermachen. „Sie beschweren sich über Kindergeschrei auf dem Sportplatz und schreiten zur Anzeige, wenn die Musikkapelle zum Dämmerschoppen aufspielt“, es gebe Nachbarschaftsstreitigkeiten, und dem Bürgermeister will man verbieten, in seiner eigenen Heimat auf die Jagd zu gehen.

Schon mal in Fahrt, bezog Wörle auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß mit ein, die zuvor tapfer die Notwendigkeit der Kreisumlage (56 Prozent) verteidigt hatte. Da, meinte Wörle, könne man auch Dienstleistungen verlangen. Egal ob Brandschutz, Vergaberecht oder Umweltschutz. Wenn er da nur an den alten Schuppen in Bernbeuren denke, dessen Abriss das Amt für Denkmalschutz unbedingt verhindern möchte. „Da stimmt was nicht in unserm Staat.“ Das Landratsamt solle, so sein Vorschlag, Leute ansiedeln, die für die Gemeinden da sind. In Richtung der Landrätin empfahl Wörle: „Bitte Andrea, nimm das mit!“

Steingadens Rathauschef nahm sich Zeit, darüber zu informieren, welche Maßnahmen in der Gemeinde anstehen. Beispielsweise die Sanierung des Fohlenhofes (Ost- und Nordflügel samt Innenleben). Was nicht so ganz einfach sei. Dafür müsste erst einmal ein separates Architekturbüro beauftragt werden, meinen ganz Schlaue. Die Kosten dürften bei rund acht Millionen Euro liegen. Allerdings, ohne Förderung sei die Sanierung nicht möglich. Da rechnet Wörle mit etwa 70 Prozent.

Thema Kläranlage und Kanalbau: Die Steingadener Kläranlage ist nach 45 Jahren in die Jahre gekommen. Er wolle zusammen mit Nachbarn einen neuen Standort suchen. Das Kanalsystem soll umfassend ertüchtigt werden.

Dorfplatz Wies: Über die Kritik aus Richtung Denkmalschutz, der Platz sei nicht zu retten, habe er sich geärgert. Weil dieses Amt in die vorangegangene Planung ja mit eingebunden gewesen sei. Immerhin, 90 Prozent seien zufrieden mit der Gestaltung.

Thema Sportgelände: Da sei die Gemeinde im Gespräch mit der Kirchenverwaltung wegen des in Frage kommenden Geländes.

Thema Drogeriemarkt: Da sei er mit Feneberg im Gespräch.

Xaver Wörle erwähnte die Betonstraße in Steingädele und Riesen (900 000 Euro), und den Straßenbau in der Geißelsteinstraße (300 000 Euro), das ehemalige Alten- und Pflegeheim, in das später einmal Wohnungen eingebaut werden sollen, die neu gebaute Raiffeisenbrücke (450 000 Euro) und die Kreuzbergkirche, deren Dachstuhl und Turm renoviert und ein Vorzeichen angebaut worden ist. Kosten: 230 000 Euro.

Am Ende, bei Wünsche und Anträge, gab es lediglich ein Bitte: Sylvia Hindelang wünschte sich für die Bürgerversammlung 2018 einen beheizten Saal. „Wir haben heut wirklich einen winterlichen Saal“, räumte Wörle ein. Schließlich bedankte sich der Bürgermeister bei all denen, die ehrenamtlich tätig sind und dafür sorgen, „dass Steingaden ein lebens- und liebenswertes Dorf bleibt“.

Walter Kindlmann

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