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130 Besucher waren zur Steingadener Bürgerversammlung im Gasthof Graf gekommen.

Bürgerversammlung Steingaden

Bürgermeister kündigt für 2020 Rückzug an

Wasser, Abwasser und Kanalbau, Sanierung Fohlenhof Nordbau und Südflügel, Straßen- und Wegebau, Versorgung des Ortskerns mit Nahwärme und Belebung des ehemaligen Zenetti-Ladens am Marktplatz. Darüber hat Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle auf der Bürgerversammlung in seinem Rechenschaftsbericht die 135 Besucher umfassend informiert.

Steingaden – Ein „persönliches Anliegen“ des Bürgermeisters kam am Ende der Bürgerversammlung. Bis zur nächsten Kommunalwahl 2020 sind es noch rund eineinhalb Jahre. Xaver Wörle machte klar: „Nach dieser Amtszeit trete ich als Bürgermeister nicht mehr an.“ Er sei dann 64 Jahre alt. Aber nicht das Alter sei es, es gebe andere Gründe. „Es sind Gefühls- und herzlose Gründe gegenüber meiner Person. Besonders in der schweren Zeit, die er nach dem Unfalltod seines Sohnes zusammen mit seiner Familie durchleben musste. Schlimm sei dabei, dass die Mehrheit schweige. „Die Ellenbogengesellschaft nimmt Überhand.“ Das bewege ihn. Deswegen müsse nach 24 Jahren als Bürgermeister von Steingaden am Ende dieser Amtsperiode Schluss sein.

Beim Thema Baumaßnahmen erwähnte Wörle die Kreuzbergkirche, die für rund 400 000 Euro rundum erneuert wurde. Saniert wird noch die Orgel. Kosten: weitere 35 000 Euro. Wörle kündigte ein neues Feuerwehrhaus für die Fronreitener Wehr an. Nach dem Muster Lauterbach. Heißt: Es ist dabei jede Menge Eigenleistung einzubringen.

Die Sanierung Fohlenhof, Nordbau und Südflügel würden rund 8,5 Millionen Euro kosten. „Da sind wir dran,“ versicherte Wörle.

Zum Thema Trinkwasser sagte Bürgermeister Xaver Wörle, man wolle einen Notverbund mit Wildsteig schaffen. Statt einer neuen Kläranlage schließt sich Steingaden mit Lechbruck zusammen. Kosten rund 200 000 Euro. 2019 wird geplant, 2020 bebaut, 2021 fließt das Abwasser von Steingaden nach Lechbruck.

Thema Nahwärme: Die Gemeinde will alternative Wärme nutzen und damit den Ortskern mit Energie versorgen. Und zwar über die im Fohlenhof installierte Pellet-Heizung, die bereits etliche Gebäude der Gemeinde mit Wärme versorgt, aber damit nicht ausgelastet ist. „Diese Heizung im Fohlenhof langweilt sich“, meinte Wörle. Die Genossenschaft dazu sei bereits gegründet.

Bei „Verschiedenes“ erwähnte Wörle den ehemaligen Zenetti-Laden. Ihm schwebe da ein Kultur-Café mit kulturellem Angebot vor. „Das wäre eine ganz tolle Sache.“

Eingebunden in die Bürgerversammlung war auch ein Rechenschaftsbericht der Bücherei im Fohlenhof, die im September mit dem Bücherei-Siegel des Sankt Michael Bundes ausgezeichnet wurde. Bücherei-Leiterin Sylvia Hindelang erwähnte im Schnelldurchlauf die Aktivitäten der Bücherei mit derzeit 20 Mitarbeitern, 1436 angemeldeten Lesern und 1900 Entleihungen im vergangenen Jahr.

Wie all die Jahre zuvor auch, hat Wörle am Ende der Versammlung nahezu das gesamte Dorf in seinen Dank miteingeschlossen. Zweitem Bürgermeister Leo Eicher ist es dabei immer ein Bedürfnis, dem ersten Bürgermeister für dessen Arbeit zu danken. „Er sorgt Tag für Tag dafür, dass in der Gemeinde alles gut funktioniert.“

VON WALTER KINDLMANN

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