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Um das geht es: Das denkmalgeschützte Gebäude am Kellerberg in Steingaden.

Sondergebiet für Verbrauchermarkt

Denkmalamt hat Bedenken beim Kellerberg

Steingadens Gemeinderat musste sich jetzt erneut mit dem Flächennutzungs- und Bebauungsplan für das „Sondergebiet Verbrauchermarkt am Kellerberg“ befassen. Für erheblichen Unmut sorgte dabei die Stellungnahme durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Das hatte für den Bau des Feneberg- Marktes etliche Änderungen und Empfehlungen vorgeschlagen.

Steingaden – Das war der Stand: Bisher hatte das Amt für Denkmalpflege bei der Auslegung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes für den „Verbrauchermarkt Feneberg am Kellerberg“ in Steingaden noch gar keine Stellung genommen. Obwohl es bei den Trägern öffentlicher Belange, wie übrigens weitere 25 Ämter, Einrichtungen und Gemeinden, von der Gemeinde um Stellungnahme gebeten worden war.

Dafür präsentierte das Amt jetzt der Gemeinde Steingaden eine ausführliche und sehr umfangreiche Stellungnahme, die für das Vorhaben der Gemeinde nicht wirklich hilfreich ist. Im Mittelpunkt stand dabei das denkmalgeschützte „Kellergebäude“ in Steingaden. Bei dem, so das Amt, handele es sich um einen langgestreckten verputzten Tuffquaderbau mit Krüppelwalmdach. Dem Bebauungsplan sei aus dem Hinweis des Kreisbaumeisters zu entnehmen, dass eine Beeinträchtigung des Baudenkmals nicht gegeben sei, da nur dessen Keller denkmalgeschützt sei.

Das allerdings sei nicht korrekt: Das Amt vertritt die Meinung, dass das gesamte Gebäude denkmalgeschützt ist. Das gehe aus der Denkmalliste deutlich hervor. Ein Supermarkt in unmittelbarer Nähe des Baudenkmals müsse aufgrund der enormen Größe des geplanten Baukörpers von 35 x 50 Metern, einer Firsthöhe von 6,5 Metern und den 74 Parkplätzen zwangsläufig als erhebliche Beeinträchtigung des Baudenkmales angesehen werden.

Sondergebiet Verbrauchermarkt Kellerberg: Der Markt soll eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter erhalten. Rechts oben sieht man das Kellerberg-Gebäude.

Denkbar, so das Amt für Denkmalpflege in München, erscheine ein Supermarkt aus denkmalpflegerischer Sicht an dieser Stelle nur, wenn dieser deutlich vom Baudenkmal an die südliche Grundstücksgrenze in ost-westlicher Ausrichtung auf ein bauliches Mindestmaß beschränkt werde. So ließe sich die Höhe des geplanten Flachdaches merklich reduzieren. Ein schmälerer, dafür längerer und eventuell abgewinkelter Baukörper, würde weniger auffällig wirken. Denkbar wären dem Amt zufolge sogar mehrere kleinere, miteinander verbundene Baukörper. Das Amt war in seiner Stellungnahme mit Vorschlägen und Hinweisen wahrlich nicht kleinlich.

Das insgesamt 5300 Quadratmeter große Areal befindet sich am Kellerberg zwischen Schongauer-, Ammergauer- und Osterbichlstraße. Der Supermarkt soll eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter bekommen. Das Amt für Denkmalpflege hat sogar noch angeregt, um die Auswirkungen des Supermarktes auf das Baudenkmal abschätzen zu können, sei ein aussagekräftiges Modell des Planungsgebietes zwingend notwendig. Ohne Prüfung von Standortalternativen im Planungsgebiet und anderer Bauwerksproportionen sei eine denkmalfachliche Stellungnahme nicht möglich.

„Nach eineinhalb Jahren Planung sollen wir wohl einen anderen Standort suchen“, meinte Bürgermeister Xaver Wörle in der jüngsten Sitzung des Steingadener Gemeinderates sichtlich genervt ob all dieser Einwände und Vorschläge des Amtes für Denkmalpflege. Das Baudenkmal Kellerberg, so Wörle, werde durch die Planung jedenfalls nicht beeinträchtigt.

Gemeinderätin Brigitte Graf erinnerte daran, dass der Gemeinderat bei der gesamten Planung den Kellerberg immer im Blick gehabt habe. Schließlich hatte das Gremium, nicht ohne in seiner Stellungnahme ausdrücklich auf die besonderen Schutzbestimmungen im Abschnitt „Denkmalschutz“ hinzuweisen, sowohl den Flächennutzungs-, als auch den Bebauungsplan gebilligt und die erneute Auslegung mit Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beschlossen. „Wir harren jetzt der Dinge, die bei den nächsten Stellungnahmen kommen werden“, sagte Rathauschef Wörle. Eigentlich hatte er im Vorfeld ja bereits gehofft, dass eine erneute Auslegung gar nicht mehr notwendig sein würde.

WALTER KINDLMANN

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