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Grau und trist: Mit mehreren Blumenkübeln könnte der Dorfplatz in Wies aufgewertet werden.

Wies 

Denkmalpfleger: Dorfplatz kaum zu retten

„Gestaltung des Dorfplatzes in der Wies.“ So stand es auf der Tagesordnung des Gemeinderates. „Zum 36 422. Mal“, meinte Bürgermeister Xaver Wörle überspitzt. Der Rathauschef ärgert sich über die Kritik des Landesamts für Denkmalpflege.

Steingaden Der Dorfplatz wurde in den vergangenen Jahren neu gestaltet. Der Dorfbrunnen, den im April 2015 der Hohenfurcher Bildhauer Egon Stöckle gestaltet hatte und den eine hochkarätige Jury unter anderen ausgewählt hatte, sollte den krönenden Abschluss bilden. Jetzt hat sich Thomas Hermann vom Landesamt für Denkmalpflege zur Wort gemeldet. Er, schrieb an Bürgermeister Xaver Wörle, sei der Meinung, dass der Dorfplatz kaum zu retten sei. Der gesamte Platz sei einfach nur trist.

„So schlecht ist der Dorfplatz nicht“, meinte Wörle leicht verärgert ob dieser Bemerkung des Mitarbeiters des Landesamtes für Denkmalpflege. Dennoch will die Gemeinde das Aussehen des Dorfplatzes gestalterisch aufwerten und hatte dazu Heike Grosser eingeladen. Nur, so Wörle, die Kreis-Fachberaterin hatte keine Zeit. Also wollte die Gemeinde quasi im Alleingang etliche Blumenkübel aufstellen. Ein Vorhaben, das die Denkmalpflege nicht berührt. Das Amt ließ die Gemeinde allerdings wissen, dass Blumenkübel nicht zur Verschönerung des Dorfplatzes gehören. „Ich bin irritiert“, meinte Wörle dazu. Zig Stellen müssten da einverstanden sein, ärgert sich der Bürgermeister und erinnert daran, dass im Vorfeld der Neugestaltung Studenten der Uni München sogar eine Blumenwiese vorgeschlagen hatten. Jetzt wolle man wegen ein paar Blumenkübel der Gemeinde Prügel zwischen die Beine werfen. Wörle erinnerte daran, dass auch im österreichischen Kloster Melk Blumenkübel den Vorplatz auflockern. Rückblickend vertritt Wörle die Meinung, dass Wies durch den Dorfplatz und den vor dem Ort angelegten Parkplatz gewonnen hat. Nicht vergessen ist, dass ehemals der gesamte Dorfplatz tagsüber mit Bussen und Pkw vollgeparkt war.

Bei der anschließenden Diskussion im Gemeinderat vertrat Brigitte Graf die Meinung, dass der Brunnen und eventuell im Rund aufgestellte Blumenkübel zu wenig seien, um das Aussehen des Platzes aufzubessern. Auch fehle dem Platz die Begrenzung. Man brauche jetzt ein Konzept, das Hand und Fuß habe. Christian Breidenbach indes könnte sich durchaus einen Schotterrasen vorstellen. Brigitte Kainz findet das grau in grau des Platzes nicht sehr schön.

Letztlich schlug Wörle vor, sich spätestens im November mit Vertretern des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins, mit Heike Grosser und den Eigentümern des Platzes, Stefan und Karin Moser, zusammenzusetzen. Man wolle schon wissen, was die Wieser wollen. Danach sollten für 2018 die Weichen gestellt werden.

Thomas Hermann ist es, der dabei um „gestalterische Zurückhaltung“ bittet. Eines machte Steingadens Bürgermeister klar: „Wir werden verschiedene Stellen zwar informieren, drein reden lassen wir uns in dieser Angelegenheit nicht.“ Im Übrigen sei die Gestaltung des Dorfplatzes eine Geschichte, „die uns allen am Herzen liegt“.

Walter Kindlmann

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