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Ein spezielles „Kaiserbett“ für Kinder mit Autoaggressionen gibt es jetzt in der Langau. Links Peter Barbian.

Umbauarbeiten abgeschlossen

„Einfach Mensch sein“ in der Langau

Die Bildungs- und Erholungsstätte Langau bei Steingaden ist mehr als nur ein Haus, das machten die Redner, unter ihnen die Bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm anlässlich der Einweihungsfeier deutlich. In sechs Jahren Planungs- und Bauzeit wurde unter anderem das 400 Jahre alte Haupthaus an die Erfordernisse der heutigen Zeit angepasst.

Steingaden – „Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in belastenden Lebenslagen unterstützen, Familienerholung und Familienbildung – dies ist der Fokus des Tagungs- und Gästehauses Langau“, erklärt Peter Barbian, langjähriger Leiter der Erholungs- und Bildungsstätte. Seit ihrer Einweihung 1969 wurde die Langau kontinuierlich erweitert und gepflegt, entsprach aber zuletzt nicht mehr heutigen baulichen Anforderungen und heutigem Komfort.

Mit der nun abgeschlossenen umfassenden Modernisierung erhielt das Gästehaus ein neues Gewand: Das wunderschöne alte Bauernhaus, eine frühere Klosterschwaige, wurde energetisch optimiert und brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Alle 53 Zimmer haben nun ein eigenes Bad/WC, und es wurden zudem acht Familienappartements geschaffen, die den Gästen eine flexible Raumnutzung ermöglichen.

Darüber hinaus stehen den Besuchern Tagungs- und Besprechungsräume, ein Kaminzimmer sowie ein neuer Restaurantbereich zur Verfügung. Auch an eine attraktive Lobby als Treffpunkt und einen Saal für größere Veranstaltungen wurde gedacht.

„Stolz sind wir auf unseren neuen, barrierefreien Bewegungsbereich, der vor allem unseren Gästen mit Behinderungen unterschiedlichste Bewegungserfahrungen ermöglicht“, erklärt Barbian.

„Eine absolute Neuheit in Deutschland ist der Demenzbereich mit angeschlossenem Garten“, ergänzt Barbian. Damit biete die Langau Familien, die einen Angehörigen mit Demenz pflegen, einen entspannten „Urlaub für alle“. Denn Unsicherheit und Tabuisierung belasteten nicht nur die Betroffenen selbst, sondern häufig auch die Angehörigen. Diese sind in der Pflege unverzichtbar, aber mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz und mangelnde Pflegekenntnisse führen sie oft an ihre seelischen und körperlichen Grenzen.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Betreute Urlaube in der Langau können diesen Familien zu einer Erholungszeit verhelfen und ihnen Impulse geben, ihren Alltag anschließend wieder besser zu bewältigen. „Aber natürlich sind auch Schulklassen, und Einzelreisende jederzeit in der Langau willkommen und können in der Erholungs- und Bildungsstätte für eine Weile das tun, was diesen besonderen Ort seit nunmehr 40 Jahren ausmacht: „Einfach Mensch sein!“, so Peter Barbian.

Die Kosten der Generalsanierung beliefen sich auf rund 10,2 Millionen Euro. Davon trug das Land Bayern den Löwenanteil mit rund 3,8 Millionen (Sozialministerium und Bayerische Landesstiftung) rund 3 Millionen steuerte das Bundesfamilienministerium bei, 750 000 Euro die Evangelische Kirche in Bayern und 300 000 Euro die Glücksspirale. Rund zwei Millionen verbleiben als Eigenanteil beim Träger.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm betonte in ihrer Festrede, das Geld sei gut angelegt in dieses kleine Paradies des Verständnisses, der Ruhe und Geborgenheit. „Die alte Dame Langau im neuen Gewand strahlt wieder“, freute sich Stamm.

Sie habe ein offenes Ohr für die Anliegen der Langau, wusste Christine Klein, die Vorsitzende des Aufsichtsrates der Langau. „Wenn ich etwas für Sie tun kann, lassen Sie es mich wissen“, habe Stamm, damals noch als Sozialministerin, gemeint. Ein Angebot, auf das man nun, angesichts der errechneten Kosten für den Umbau, gerne zurückkam.

Die Einweihung in der Langau nahmen die Pfarrer Dirk Wollenweber und Johannes Habdank vor.

Oliver Sommer

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