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Einzigartiges „Dorfladen“-Konzept in Oberbayern: Ganzer Ort kann mitmachen – Einfaches Prinzip

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Automaten müssen nicht unpersönlich sein: So gemütlich sieht der neue Dorfladen in Steingaden aus, den Philipp Hertle und Max Bertl am Freitag eröffnen. In den Automaten bieten regionale Erzeuger ihre Produkte an. Ein einzigartiges Konzept für Klein-Produzenten aus dem Ort Bauernhof-Eis, Wurst und Käse
Automaten müssen nicht unpersönlich sein: So gemütlich sieht der neue Dorfladen in Steingaden aus, den Philipp Hertle und Max Bertl am Freitag eröffnen. In den Automaten bieten regionale Erzeuger ihre Produkte an. Ein einzigartiges Konzept für Klein-Produzenten aus dem Ort Bauernhof-Eis, Wurst und Käse © Hans-Helmut Herold

Die heimischen Waren des ganzen Ortes soll es geben beim neuen „Dorfladen“ in Steingaden. Der Clou: Alle Bürger dürfen als Direkt-Anbieter mitmachen. Per Automat.

Steingaden – Viele Metzger, manche Eier-Produzenten haben es vorgemacht: Die Ware gibt es aus dem Automaten. Diese Idee haben der Steingadener Philipp Hertle und Bürgermeister Max Bertl dem Ort zu eigen gemacht und starten ab dieser Woche ein völlig neues Projekt: Heimische, frische Ware aus dem Automaten – was für eine mega Idee!

Völlig anders als die Münzwurf-Automaten vor Metzgereien gestaltet sich das Dorf-Projekt Steingaden: Hier darf jeder, der kann und Lust hat, bestücken und verkaufen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein Fach kann gemietet und in Eigenregie nach Belieben befüllt werden. Statt findet das Ganze in der Blockhütte vor dem Rathaus, wo früher die Tourist Info Steingaden ihren Sitz hatte. „Mitten im Ort, direkt an der B17“, verspricht sich Bertl durch die günstige Lage durchaus einen Standortvorteil.

Einzigartiger „Dorfladen“ in Steingaden: Regionale Produkte aus dem Automaten

Die Grund-Idee erklärt Bertl so: „Wir haben in Steingaden 7500 Milchkühe.“ Und: So sehr der Gemeindechef die Milch aus dem Feneberg mag – er „will nicht die Milch aus Berchtesgaden, wenn so viele Kühe im Ort gute Milch liefern“. Bei einem Info-Abend kam die Sache mit dem Automaten zur Sprache. Philipp Hertle war begeistert, besorgte binnen kürzester Zeit zwei Automaten für die Blockhütte. Ihn begeisterte das Konzept: „Es ist ein schöner Einstieg für Leute, die etwas in kleinen Mengen produzieren und nur auf so einem Weg verkaufen können.

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Alle, die in Steingaden etwas produzieren, könnten jetzt ihre Produkte über unseren Dorfladen vertreiben.“ Denn: „Einer, der 20 Hühner hat, kann ja keinen Automaten für 16 000 Euro verkaufen. Aber er kann jetzt zwei Fächer mieten.“ Hertle hofft, „dass die Leute Spaß haben, das Ganze ist kein Riesenaufwand“. Den neuen Automaten-„Dorfladen“ sieht er als eine Art „Tauschbörse“.

Dorfladen eröffnet am Freitag – „Wir fangen mal an und sehen, was passiert“

Momentan tüftelt Hertle noch jeden Abend an dem Automaten. Für ihn als Laien gar nicht so einfach, die ganze Technik. „Ich kann das Gerät auf jeden Fall selber warten, das bringe ich mir gerade bei.“ Die Spannung bis zur Eröffnung des ungewöhnlichen Dorfladens am Freitag , steigt. Hertle: „Wir fangen mal an und sehen was passiert.“

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Denn auch wenn Hertle weiß, dass sein neues Herzens-Projekt vielleicht nicht gerade wie eine Rakete durchstartet, so sind die ersten, die mitmachen schon gefunden: Bauernhof-Eis gibt es Martinshof in Steingädele, Käse aus Steingaden und vom Weinland in Peiting, die Steingadener Metzgerei liefert Wurstwaren, der Bäcker Backwaren, die Imker Honig. Lamm- und Schaffleisch sollen noch hinzukommen. Und wer weiß: Vielleicht lassen sich ja auch noch andere Vereine oder Privatleute finden, die beispielsweise selbst gemachte Marmelade verkaufen oder Töpferware?

Am besten sollten alle in den kommenden Wochen und Monaten mal bei der Durchfahrt durch Steingaden bei der Blockhütte vor dem Rathaus anhalten und einen Blick in die Automaten-Fächer des außergewöhnlichen „Dorfladens“ werfen. Sicher findet sich dort das eine oder andere Unikat oder ein Gaumenschmaus aus Steingaden und Umgebung.

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