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Ein Mann hat angetrunken einen schlimmen Unfall verursacht, seine schwerstverletzte Beifahrerin im Auto zurückgelassen und sich im Wald versteckt.

Fahrlehrer verursacht Horror-Crash - und flüchtet

Schongauer Land - Ein Mann hat angetrunken einen schlimmen Unfall verursacht, seine schwerstverletzte Beifahrerin im Auto zurückgelassen und sich im Wald versteckt. Doch nicht genug damit.

Bei dem flüchtigen Unfallverursacher handelt es sich auch noch um den Besitzer einer Fahrschule in der Region Schongauer Land. Um so unglaublicher ist die Geschichte, die sich am vergangenen Karfreitag bei Engen/Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau) abspielt. Horst K. (Name geändert) macht in seinem Porsche eine Spritztour auf der B 17 von Peiting in Richtung Steingaden. Neben dem 48 -Jährigen auf dem Beifahrersitz: eine junge Dame (29) aus Peiting.

In einer scharfen Kurve bei Engen kommt der Wagen des Peitingers auf die Gegenfahrbahn. Der Fahrer eines BMW aus Peiting (22) kann nicht mehr ausweichen. Der Porsche schleudert in den Wagen. Der BMW-Fahrer wird beim Zusammenstoß verletzt. Die Beifahrerin des Porschefahrers erwischt es schlimm. Der Unfallverursacher selbst bekommt nur ein paar Kratzer ab.

Fahrlehrer verursacht Horror-Crash - und flüchtet

Fahrlehrer verursacht Horror-Crash - und flüchtet

Fahrlehrer verursacht Horror-Crash - und flüchtet

Was dann passiert, ist schlichtweg unfassbar. Der Fahrlehrer bittet einen Landwirt an der Unfallstelle darum, telefonieren zu dürfen. „Er wirkte verwirrt, nervös, wie unter Schock“, erzählt Josef Echtler. „Deshalb hab ich ihn nicht aus den Augen gelassen.“ Als Bauer Echtler dem Porschefahrer kurz den Rücken zuwendet, nutzt der die Gunst der Stunde. „Auf einmal hat meine Mutter geschrien: Der ist gerade in den Wald gelaufen!“ Josef Echtler nimmt die Füße in die Hand, will dem Unfallverursacher folgen. Doch der ist im Dickicht verschwunden. „Der muss einen Affenzahn drauf gehabt haben“, staunt Josef Echtler. Verwunderlich. Denn sowohl der Landwirt als auch später die Polizei erschnuppern beim Unfallversursacher nur unschwer eine „Fahne“.

Während Ersthelfer und dann der Rettungsdienst sich um die Verletzten kümmern – die Peitingerin wird schwerstverletzt mit dem Hubschrauber ins Unfallklinikum nach Murnau geflogen – ruft die Polizei die Feuerwehr zur Hilfe. Und auch ein zweiter Rettungshubschrauber mit Wärmebildkamera sucht von der Luft aus den Wald nach Horst K. ab. Immerhin 40 Feuerwehrmänner aus Steingaden, Lauterbach und Urspring durchkämmen das Unterholz nach dem flüchtigen Unfallfahrer. Einer von ihnen ist Christian Schweiger aus Urspring. Fast eine Stunde hat er mit seinen Kameraden den Wald durchkämmt. „Dann bin ich fast über ihn drübergestolpert.“

Horst K. hatte sich bei einer Jagdhütte unter junge Bäume gelegt. „Man hat ihn kaum gesehen.“ Verwirrt sei er ihm vorgekommen, berichtet Feuerwehrmann Schweiger. „Wie unter Schock.“ Doch der Unfallflüchtige scheint sich von seinem „Schock“ schnell erholt zu haben. Als die Polizei wegen deutlichen Alkoholgeruchs zum Alkotest bittet, verweigert Horst K., wehrt sich. Schließlich wird eine Blutentnahme erzwungen – und der Führerschein sichergestellt. Nicht zum ersten Mal. Horst K. ist weder bei der Polizei noch bei der Kfz-Zulassungsstelle in Schongau ein Unbekannter. Nicht erst einmal ist er mit ordentlich Promille hinterm Steuer erwischt worden. Immer wieder waren der Schein und auch die Zulassung für die Fahrschule weg.

Von Barbara Schlotterer-Fuchs

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