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Christoph Garbe geht in seine letzte Saison als Künstlerischer Leiter des Festlichen Sommers in der Wies. 

Festlicher Sommer in der Wies

Beethoven bei Konzertreihe ins Bewusstsein rücken

In keiner Konzertreihe darf dieses Jahr der 250. Geburtstag Beethovens fehlen, obwohl es über sein Geburtsdatum Spekulationen gibt und nur sein Taufdatum 17. Dezember 1770 verbrieft scheint. Ob sich der Künstlerische Leiter des „Festlichen Sommers in der Wies“, Christoph Garbe, dem aktuellen Hype anschließen möchte, lotet das Gespräch über das diesjährige Programm aus.

Schongau– Bereits von Kindesbeinen an ist Garbe, seit 2014 Künstlerischer Leiter des FSidW, mit Musik vertraut, der Tölzer Knabenchor wurde ihm zur prägenden Erfahrung, Dirigieren und Komposition studierte er in München und Zürich. Beethovens Klaviersonaten gehören zum vertrauten Repertoire. Sechs der neun Beethoven-Sinfonien hat er dirigiert, fast alle in der Wies. „Beethoven schafft Musik, bei der man 100 Prozent zuhören muss“, sagt Garbe. Nachdenklich wirkt er bei der Frage, was ihm das Jubiläum bedeutet. „Dass es Beethoven deutlicher in den Fokus, ins hörende Bewusstsein der Konzertbesucher rückt. Der allgemeinen Euphorie, die Gefahr läuft, im Eventgewitter zu verpulvern, mag ich mich allerdings nicht anschließen.“

Zur Eröffnung der diesjährigen Wies-Konzerte am Sonntag, 21. Juni (19 Uhr), hat er Beethovens C-Dur-Messe op. 86 gewählt. Für Garbe steht sie quasi als Referenz-Komposition, die ihr Schwergewicht in den so individuell vertonten Text legt. Ihre unmittelbare Intensität spiegelt die sakrale Bedeutung in extremem Maße wieder. Ihr voran gestellt ist das erste der fünf Violinkonzerte Mozarts, das wie ein musikalisches Spiegelbild der frühen Klassik und des europäischen Rokokos anmutet: aristokratisch, anmutig, humorvoll und herrlich melodisch.

Asami Yamada als Solistin

Als Solistin konnte Asami Yamada, Mitglied der Münchner Philharmoniker, gewonnen werden.

Wieder andere Farben dürfen romantische Genießer am Sonntag, 19. Juli (19 Uhr), in der Wies erwarten, denn dann freut sich Garbe, einen ausdrücklichen Orchesterwunsch der Süddeutsche Philharmonie „als Verneigung vor diesen wunderbaren Musikerkollegen“ zu erfüllen. Die „Rheinische“ Sinfonie von Schumann steht auf dem Programm.

1850 komponiert, stammt sie aus einer noch recht ungetrübten Phase seines Schaffens. Im zweiten Teil erklingt Mendelssohns herrlich gesangvolle, weite Bögen spannende Sequenz „Lauda Sion“ für Soli, Chor und Orchester. Den Text dieser Fronleichnams-Sequenz verfasste 1263/64 kein Geringerer als der bedeutende Kirchenlehrer, der italienische Dominikaner Thomas von Aquin.

Herausforderung für Chor der Stadt Schongau wächst

Für Garbe liegt das Augenmerk hier auf der Symbolkraft, die Schumann seinem Werk zugrunde legt, auf der Überzeichnung Mendelssohns, der immer wieder neue Klangvorhänge öffnet. Für den Chor der Stadt Schongau wächst damit die Herausforderung, „einen substanzreichen und trotzdem sehr beweglichen Klang für diesen herrlichen Hymnus zu entwickeln“. In seiner Arbeit mit dem Chor ist daher „Begeisterung, etwas, das dich größer macht, dich auch einmal jenseits Deiner Grenzen trägt“ notwendig.

Am Sonntag, 2. August, (19 Uhr), wird Christoph Garbe sein letztes Konzert als Künstlerischer Leiter des FSidW gemeinsam mit den stets wach in der Interaktion präsenten, von Garbe sehr geschätzten, historisch informierten Orchester „La Banda“ gestalten. Musikalisch lichtdurchflutet wünscht er sich dafür die Wies, stellt Mozarts „Prager“ wie auch Haydns „Londoner“ Symphonie ins Sonnengeflecht des Weltkulturerbes. Umrahmt von diesen beiden orchestralen Seelenmusiken leuchtet Mozarts „Laudamus Te“ für Solosopran (Priska Eser). Denn den Lobgesang in der Wies, die ihn „so viel gelehrt, ihm so viel geschenkt hat“, mag er sich nicht nehmen lassen.

Tenor Andreas Hirtreiter im Schongauer Ballenhaus

Auch 2020 werden die Konzerte des FSidW durch ein Rahmenprogramm erweitert, öffnet sich die Bühne des Schongauer Ballenhauses für den Tenor Andreas Hirtreiter. Er bietet eine erstaunliche Mischung an vokalen Kostbarkeiten am Samstag, 21. März (18 Uhr), unter dem Motto „Die schöne Müllerin im neuen Gewand“ gemeinsam mit dem Pianisten Max Hanft.

Das Inspirationsfüllhorn, das der Originalzyklus von Schubert ihm bereits beschert hat, hat ihn zu einem besonderen Cross-Over durch die Musikgeschichte beflügelt, aber „keine Sorge für Puristen, auch Schubert ist dabei“.

Kristina Kuzminskaite, Leiterin des Stadtorchesters Schongau, wird den jungen Nachwuchskünstler der Region unter dem Titel „Alte Musik für junge Hände“ am Sonntag, 28. Juni (16 Uhr), in der Stiftskirche in Rottenbuch eine Plattform bieten.

Der Kartenvorverkauf

erfolgt unter www.wieskonzerte.de und bei folgenden Vorverkaufsstellen: Tourist-Information Steingaden: (nur Barverkauf vor Ort) Krankenhausstraße 1, Steingaden, Tel. 08862/200,

Kreisbote Ticketservice: Am Marienplatz 2-6, 82362 Weilheim Tel. 0881/68611

Eva Maurer Mode, Ecke Weinstraße/Amtsgerichtsstraße, Schongau, Tel. 08861/9084660

DOROTHE GSCHNAIDNER

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Einen Parkplatz in Schongau zu finden, war an diesem Abend kein leichtes Unterfangen. Grund dafür war das traditionelle letzte Konzert der Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“, das in der Stadtpfarrkirche Schongau stattfand und wie üblich zahlreiche Zuhörer anlockte.

Es sind skrupellose Tricks, mit denen Verbrecherbanden Senioren oft um ihr gesamtes Vermögen bringen. Polizei und Sparkasse setzen auf eine umfangreiche Aufklärungskampagne.

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