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Sie wissen noch nicht, wie es weitergeht: Jacqueline und Christoph Häckl nach dem verheerenden Brand in der Neujahrsnacht. Die Brandursache ist geklärt, welche Versicherung den Schaden bezahlt noch nicht.

Brandursache geklärt

Feuerwerk im Müll schuld an Vollbrand

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Sein schlechtes Gewissen war offenbar zu groß. Der Verursacher des verheerenden Wohnhausbrandes in der Neujahrsnacht in Urspring hat sich offenbart: Es war der Sohn der Familie. Der 13-Jährige gestand, das zuvor abgebrannte Feuerwerk in der Mülltonne entsorgt zu haben. Die fing Feuer und setzte das Holzhaus in Brand. Wie es jetzt weitergeht, ist noch unklar.

Urspring Die Kriminalpolizei erklärte gestern auf Anfrage, dass sie ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Als Brandursache nannte ein Sprecher „fahrlässiges Handeln der Bewohnerfamilie“. Der Fall wird jetzt an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

„Er hat ein sehr schlechtes Gewissen“, sagt Christoph Häckl über seinen 13-jährigen Sohn, der es nur gut gemeint hatte, als er in der Neujahrsnacht die abgebrannten Feuerwerksbatterien aufräumte und in der Mülltonne am Haus entsorgte. Als die Familie schon in den Betten lag und schlief, fing die Mülltonne an zu brennen. Das Feuer griff auf die Holzwände über, das Haus brannte ab.

Wie berichtet, hatten die Häckls großes Glück, weil der im Ort wohnende 18-jährige Tobias Reichart bei seinem nächtlichen Spaziergang das Feuer bemerkte. Er verständigte die Feuerwehr, weckte die Familie und half dabei, die Kinder aus dem Haus zu bringen. „Er hat uns rausgeholt, sonst hätte es Tote gegeben“, ist ihm Familienvater Häckl unendlich dankbar.

Der Familie blieb zum Glück der steinerne Anbau an das Holzhaus, in dem die Häckls jetzt mit ihren Kindern recht beengt leben. Von der Gemeinde hatten sie zwar ein Ausweichquartier angeboten bekommen, aber Christoph Häckl und seine Frau Jacqueline lehnten dankend ab: „Wir werden definitiv hier bleiben“, sagen sie. Sie haben eine Heizung, Strom vom Nachbarn und Wasser. Und sie denken positiv: „Wir haben ein Dach über dem Kopf, wir sind gesund, uns geht es gut“, sagt der Familienvater tapfer. Er rechnet damit, mindestens ein Jahr in dem Anbau wohnen zu müssen.

Wann die Brandruine abgebrochen und mit dem Neubau begonnen werden kann, ist derzeit allerdings noch unklar. Das Haus gehörte Häckls Eltern, er wohnte darin mit der Familie zur Miete. Derzeit ist seinen Angaben nach der Gutachter dabei, den genauen Schaden zu ermitteln. Erste Schätzungen der Kriminalpolizei lagen bei rund 300 000 Euro. Unklar ist nach Auskunft des 35-Jährigen auch noch, welche Versicherung für den Schaden aufkommen wird. Haftpflicht- und Brandschutzversicherung sind sich demnach noch nicht einig geworden.

Häckl nutzt die Zeit zum Aufräumen, berichtet er. Und er will einen weiteren Versuch starten, dem Retter seiner Familie zur danken. Er wisse mittlerweile, wo Tobias Reichart wohne und sei auch schon zweimal dagewesen. Der 18-Jährige war allerdings nicht zu Hause. Auch bei Facebook habe er ihn schon angeschrieben, berichtet Häckl, eine Antwort steht noch aus. Wie berichtet, ist die Familie auch den übrigen Urspringern sehr dankbar, die ihnen nach dem Unglück in der Neujahrsnacht zur Seite standen und auch beim Aufräumen halfen. Und das, obwohl sich die Häckls zuvor in der Dorfgemeinschaft eher rar gemacht hatte. Die Familie war erst vor gut einem Jahr von Rosenheim nach Urspring gezogen.

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