Die Verzweiflung ist einem Lächeln gewichen: Peter Barbian, Leiter der Langau, ist zuversichtlich, dass die besondere Einrichtung gerettet ist – erst mal bis zum Jahresende, aber immerhin.
+
Die Verzweiflung ist einem Lächeln gewichen: Peter Barbian, Leiter der Langau, ist zuversichtlich, dass die besondere Einrichtung gerettet ist – erst mal bis zum Jahresende, aber immerhin.

Betrieb der einzigartigen Einrichtung für dieses Jahr wohl gesichert

Finanzspritzen und Spenden retten die Langau

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
    schließen

Die Freizeit- und Bildungsstätte Langau scheint – zumindest bis Ende 2021 – gerettet. Finanzmittel der evangelischen Landeskirche sind zugesagt, eine staatliche Blitz-Hilfe ist bereits geflossen. Hinzu kommt eine Welle der Spendenbereitschaft, die die beliebte Einrichtung bei Steingaden regelrecht überrollt hat.

Steingaden – Peter Barbian ist die Rührung ins Gesicht geschrieben: „Mir bleibt die Spucke weg, wenn ich darüber rede.“ Darüber, dass nicht nur eine Welle der Spendenbereitschaft, sondern auch der Solidarität über die Langau bei Steingaden hinweggerollt ist, als bekannt wurde, dass diese deutschlandweit einzigartige Einrichtung wegen Corona in ihrer Existenz bedroht ist.

Briefe und Postkarten haben Einrichtungsleiter Barbian und sein Team aus ganz Deutschland bekommen. „Haltet durch!“, spricht eine Frau Mut zu. Noch immer sitzt Barbian in den freien Minuten zwischen Online-Meetings im leer gefegten Gebäude und beantwortet jede Zuschrift persönlich.

„Wir haben E-Mails bekommen von Leuten, die ich das letzte Mal vor 20 Jahren gesehen habe.“ Der Inhalt: Fassungslosigkeit und „ganz viel Mitgefühl“. Bis jetzt melden sich bei Peter Barbian noch immer Menschen, die er gar nicht kennt, die ihm aber Mut zusprechen.

Auch viele Privatleute haben gespendet

Tatsächlich hat es nicht lange gedauert, bis sich die Langau über eine nie gekannte Spendenbereitschaft freuen durfte. Steingadener Vereine wie die „Zwischentöne“ überreichten Spendenschecks, die Rotarier aus Garmisch und Murnau zeigten sich spendabel. Und auch verschiedene Stiftungen wie die verlagseigene Ippen-Stiftung überwiesen mehrere Tausend Euro.

Noch immer nicht fassen kann es Barbian aber vor allem, wie viele Privatleute die Langau mit kleineren, aber auch überraschend großen Geldbeträgen bedachten. In zwei Wochen im Dezember kamen so alleine 30 000 Euro auf das Konto der Langau. „Das ist etwas weniger als die Spenden, die wir sonst das ganze Jahr über hinweg bekommen.“

Berichterstattung hat Wirkung gezeigt

Im Dezember machten die Schongauer Nachrichten öffentlich, dass es finanziell katastrophal steht um die Langau, der nach einer sieben Millionen-Sanierung wegen der Krise plötzlich alle Einnahmen weggebrochen waren. Menschen mit Behinderung konnten dort plötzlich nicht mehr mit ihren Familien Urlaub machen, auch das Bildungsangebot: alles gestrichen.

Mit der Berichterstattung sei vor allem bei den offiziellen Stellen viel Bewegung in die Sache gekommen. Vor allem von staatlicher Seite sei binnen kürzester Zeit unkompliziert Geld geflossen. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Optimismus nicht verloren

Und auch der Mammut-Zuschuss der evangelischen Landeskirche wurde kurz vor Weihnachten zugesichert. Eine Summe, die letztlich über das Schicksal der Langau entschieden hat. „Das war unser Weihnachtsgeschenk.“

Schließlich dürfte diese Finanzspritze die Einrichtung „bis weit ins Jahr 2021 hinein“ retten. Selbst nach diesen ganz existenziellen schlimmen Momenten in diesem Jahr hat Peter Barbian seinen Optimismus längst nicht an den Nagel gehängt. Er hofft darauf, dass vielleicht im Sommer wieder ein bisschen Realität einkehrt und ein paar Einnahmen generiert werden können. „Dann schaffen wir es bis zum Jahresende.“

Und sollten sich wieder einmal dunkle Gedanken breit machen, dann kann Peter Barbian mit seinem Team ja vielleicht Mut aus den Briefen und Postkarten schöpfen, die im Laufe der vergangenen Wochen von lieben Menschen an die Steingadener Einrichtung geschickt worden sind – Barbian hat einzelne Zuschriften als Andenken aufgehoben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare