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Gartengenuss am liebsten im Pavillon: Werner (li) und Elisabeth Böglmüller (2.v.li.)

Aktionstag in Steingaden und Böbing

Garten als Spiegelbild und Paradies

Es grünt so grün. Auf großes Interesse stieß jetzt der Aktionstag des Netzwerks Gartenwinkel-Pfaffenwinkel. Gartenbegeisterte aus der Region öffneten ihre Gartentüren, gaben Tipps und Anregungen und boten auch Kulinarisches.

Steingaden/Böbing – Das „grüne Schatzkästchen Pfaffenwinkel“ einer interessierten Öffentlichkeit nahe bringen wollen die Mitglieder des Netzwerks Gartenwinkel Pfaffenwinkel. „Jeder Garten ist ein Spiegelbild von dem, der ihn angelegt hat“, weiß Roberta Leimbach, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Steingaden. Sie selbst hat sich bereits Gärten vom Münsterland bis Italien angeschaut und den Austausch mit anderen Gartenbesitzern immer sehr interessant gefunden. Deshalb öffnete sie auch gerne ihre Gartentüre für die über 150 Besucher, die in der Region unterwegs waren, um Anregungen zu sammeln.

„Das ist so schön hier. Man kann sich gar nicht sattsehen“, schwärmte eine Besucherin aus Lechbruck. „Leimbachs Gartenwelt“ besteht aus vielen kleinen „Gartenzimmern“, sprich kunstvoll angelegten romantischen Sitzplätzen im Grünen, die von Roberta Leimbach und ihrem Mann Peter je nach Lust und Laune auch genutzt werden. Von den rund 120 Rosensorten im Garten war zwar noch nicht so viel zu sehen, aber die idyllischen Winkel und Plätze mit duftenden Blüten und einer großen Kräutervielfalt lohnten sich genauso wie der leckere Kuchen, der samt Erfrischungsgetränken serviert wurde.

Eine Besonderheit ist auch die große Clematis-Vielfalt. Roberta Leimbach zieht die Pflanzen vorzugsweise in Töpfen, die im Freien überwintert werden. Sie empfiehlt, lieber die kleinblütigen Sorten zu wählen.

„Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies“ – dieses Zitat von Aba Assa ist das Motto von Elisabeth und Werner Böglmüller, die ihren benachbarten Garten ebenfalls zur Besichtigung öffneten. Hier treffen kreative Ideen auf selbstgemachte, aber auch gesammelte Kunstobjekte sowie Treibholz und andere Fundstücke aus der Natur. Den Teich krönt ein Brunnenstein, der vor vielen Jahren vom Steingadener Kloster ausrangiert wurde. Gartenteich und Pavillon luden genauso zum Verweilen ein, wie ein Strandkorb oder der Sitzplatz am Gartenhaus, wo ein alter Radioapparat dezente Hintergrundmusik lieferte. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Das zeigten die Böglmüllers praktisch. Schon vor vielen Jahren wurde der Gartenzaun zum Nachbargrundstück abgebaut. Die so entstandene große Gartenfläche hat fast schon Park-Charakter.

Sie zieht ihre Blumen alle selbst: Angelika von Curthen (Mitte) vom Bruggerhof in Böbing.

Dass man für einen attraktiven, blühenden Garten keine Pflanzen aus dem Gartencenter braucht, führte Angelika von Curthen in ihrem Garten am Böbinger Bruggerhof vor. Alle Pflanzen hat sie eigenhändig aus Samen gezogen. Sogar die unzähligen Dahlien, die im Sommer den Garten in ein Blütenmeer verwandeln werden. „Es ist eine große Erfüllung, Blumen selbst zu ziehen“, betont die passionierte Hobby-Gärtnerin, die ihr Wissen gerne weitergibt. Selbst gezogene Pflanzen stehen zwar langsamer in voller Blüte, sind ihrer Erfahrung nach aber wesentlich robuster und stabiler und weniger anfällig für Schädlingsbefall. Wichtig ist es ihr auch, altes Bauernwissen aus der Region zu pflegen. Deshalb waren in ihrem Garten auch benachbarte Gartenbäuerinnen, ein Imker und der Verein Slowfood Pfaffenwinkel mit Probierständen vertreten.

Die Gartenparadiese des Netzwerks Gartenwinkel Pfaffenwinkel können übrigens das ganze Jahr über besucht und Führungen gebucht werden. Auch große Gruppen sind willkommen.

Ursula Fröhlich


Infos: Informationen des Netzwerks Gartenwinkel gibt es unter www.gartenwinkel-pfaffenwinkel.de

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