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Hat gut Lachen: Steingadens Kämmerer Siegfried Bernert hat seinen Haushaltsplan vorgelegt. 

Gemeinderat Steingaden

Steingaden rechnerisch  schuldenfrei

8,5 Millionen Euro beträgt der Haushalt der Gemeinde Steingaden für das Jahr 2017. Er liegt damit um rund 100 000 Euro unter dem des Vorjahrs. Für Bürgermeister Xaver Wörle alles in allem „ein relativ entspannter Haushalt“.

Steingaden – „Wir können uns bequem zurücklehnen“, meinte Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Schon klar. Wenn nämlich dem Schuldenstand in Höhe von 1,523 Millionen Euro die Rücklagen von 1,592 Millionen Euro abgezogen werden, ergibt sich eine Nettorücklage von 69 210 Euro. „Damit ist die Gemeinde rechnerisch schuldenfrei,“ so Xaver Wörle und Kämmerer Siegfried Bernert.

Und das obwohl die Gemeinde in den vergangenen Jahren eine Menge Geld in die flächendeckende Wasserversorgung in den 53 Ortsteilen mit 6408 Hektar Gemeindeflur, den Hochwasserschutz am Viehwaidsee, den Hochbehälter in Riesen, die Dorferneuerung in Urspring und Lauterbach sowie ins Feuerwehrhaus und den Fohlenhof investiert hat.

Hohe Investitionen stehen der Gemeinde mit dem Breitbandausbau in der Flächengemeinde und dem Ringschluss der Wasserversorgung von Fronreiten nach Wies und Langau bevor. Für diese Baumaßnahmen hat der Kämmerer 1,6 Millionen Euro eingeplant. Dazu kommen die jährlichen Pflichtaufgaben für Personal, heuer 1,162 Millionen Euro, Schulen 359 000 Euro und Kindergarten 266 000 Euro.

Im Zuge der Landkreisumlage muss die Gemeinde von jedem eingenommenen Steuer-Euro 56 Cent an den Landkreis abführen. Das sind in diesem Jahr 1,35 Millionen Euro und damit 180 000 Euro mehr als im Vorjahr. Sehr ärgerlich für Wörle. Im Landkreis Ostallgäu liegt der Hebesatz bei 47 Prozent. „Und die haben auch Krankenhäuser und Schulen zu unterhalten“, sagt Wörle. Bei diesem Hebesatz hätte die Gemeinde unterm Strich 120 000 Euro mehr zur Verfügung.

Das Landratsamt habe rund 500 Angestellte. Aber die Hilfe sei nicht immer so wie es die Gemeinde erwarte, betont der Bürgermeister. Da seien 1,35 Millionen Euro schon sehr viel Geld.

Der Verwaltungshaushalt sieht in diesem Jahr übrigens 5, 573 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 2, 894 Millionen Euro vor. Erfreulich bei den Einnahmen sind die Einkommensteuerbeteiligung mit 1, 11 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisung von 913 000 Euro und die Gewerbesteuer von immerhin 600 000 Euro. Die staatliche Schlüsselzuweisung, das sind Anteile an der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer, bildet für die Gemeinde die wichtigste Einnahmequelle. Die erfreulich hohe Schlüsselzuweisung braucht Kämmerer Siegfried Bernert allerdings gar nicht groß auf der Habenseite verbuchen, sondern kann sie umgehend als Kreisumlage weiterreichen.

1, 162 Millionen Euro muss die Gemeinde heuer für seine 40 Beschäftigten ausgeben. Tendenz steigend. Im vorigen Jahr waren es 50 000 Euro weniger. Abgedeckt werden damit die Löhne und Gehälter für das Kindergartenpersonal, das Tourist Info-Büro, die Bauhofmitarbeiter und die Sitzungsgelder für Gemeinderäte sowie die Aufwandsentschädigung für den ersten und zweiten Bürgermeister.

Bürgermeister Wörle und die Gemeinderäte waren sichtlich zufrieden über den Haushalt 2017. „Der“, so Wörle, „in den Ausgaben nicht zu niedrig und in den Einnahmen nicht zu hoch kalkuliert worden ist.“

Walter Kindlmann

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