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Bußgeldbescheidewegen Fütterung Helmut Stork vergangenes Jahr bei der Hegeschau im Moser-Wirt – dieses Jahr müssen die Geweihe und Gehörne aus Platzgründen in die Tenne weichen.

Gemeinsame Hegeschau im Gasthof Moser in Wies

Geweihe statt Brautverziehen

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Dass ein Landkreis gleich drei Hegeschauen hat, in denen die Jäger die Trophäen der Rehe und Hirsche präsentieren, war in Bayern bisher einmalig. Seit diesem Jahr gibt es aber nur noch zwei Hegeschauen, eine für den Bereich Weilheim und eine für den Raum Schongau. Dafür könnte es jetzt eng werden.

Wies – Helmut Stork hat tief ins Archiv geschaut. Der Sachgebietsleiter bei der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt hat herausgefunden, warum es bisher im Raum Schongau zwei Hegeschauen gab – eine für die Hegegemeinschaften Rottenbuch, Peiting, Schongau und Bernbeuren (stets in der Peitinger Schloßberghalle), die andere für die Hegegemeinschaft Steingaden und die Hochwildhegegemeinschaft Wildsteig (zuletzt im Gasthof Moser in der Wies): „Das war seit 1988 so“, hat Stork herausgefunden. Drei Jahre zuvor war nämlich die Hochwildhegegemeinschaft Wildsteig gegründet worden, weil es dort viel Rotwild gibt. Diese HHG reicht zum Teil nach Steingaden, deshalb wurde für diese beiden ein Extra-Termin eingerichtet.

Daran wurde nicht mehr gerüttelt, das hatte sich als Tradition etabliert. „Doch irgendwann haben wir gesagt, dass der Aufwand für alle Beteiligten reduziert werden müsste“, so Stork. Schließlich musste nicht nur der ausrichtende Jagd- und Naturschutzverein Schongau zwei Termine mit zwei Ausstellungsorten stemmen, auch für die Landratsamt-Mitarbeiter waren zwei Sonntags-Termine hintereinander, an denen quasi dasselbe erzählt wurde, kein Spaß – zumal es in der Vergangenheit immer wieder Eklats beim hochemotionalen Thema Jagd gab, bei dem die Jagdbehörde nicht immer einer Meinung ist mit den Jägern. Zum Beispiel Stichwort Fütterung – „da hat es auch diesen Winter wieder Bußgeldbescheide gegeben“, sagte Stork, will aber nicht weiter auf das heikle Thema eingehen.

Schon vor Jahren hatte das Landratsamt deshalb versucht, die Hegeschauen wieder zu vereinheitlichen, schreckte jedoch vor Zwangsmaßnahmen – was es durchaus könnte – zurück. Doch vergangenen Sommer startete die Behörde einen neuen Versuch. „Wir haben uns zusammengesetzt und eine neue Regelung gefunden“, sagte Stork – nämlich nur noch eine Hegeschau im Schongauer Land. Das sei recht unkompliziert gewesen, sagt Robert Eichner, Vorsitzender des Jagdvereins Schongau: „Wir sind schnell zu einer Lösung gekommen.“

Die Schau wird am kommenden Wochenende im Gasthof Moser in der Wies stattfinden. Für die Gehörne, die vergangenes Jahr noch in der Gaststube ausgestellt waren, ist in der Tenne im Obergeschoss genug Platz. „Da haben wir vielleicht drei oder vier mal im Jahr Brautverziehen, sonst wird der Raum nicht genutzt“, sagte eine Mitarbeiterin des Gasthofs. Problematischer wird schon die Situation im Gastraum, wo Berichte und Vorträge zu hören sind: Da könnte es mit Jägern und Jagdgenossen aus den vier zusätzlichen Hegegemeinschaften eng werden – schließlich war auch die Schloßberghalle meist mit mehr als 100 Besuchern gefüllt. „Das müssen wir uns einfach anschauen“, sagt Eichner pragmatisch. Falls es nicht klappe, könne man nächstes Jahr immer noch in die Schloßberghalle wechseln, „die ist nicht dauerhaft aus dem Rennen“.

Stork ist ebenfalls gespannt, wie das alles klappt. „Der Ort ist schön, die Verpflegung gut – wenn es vom Platz passt, kann man das gerne beibehalten“, sagte er. Er werde auch die Tatsache ansprechen, dass es gerade in der beim Verbiss nicht unproblematischen Hegegemeinschaft Wildsteig seit fast zwei Jahren keinen Leiter gibt. „Es wäre schön, wieder einen Ansprechpartner zu haben, vor allem bei der in diesem Jahr anstehenden Abschussplanung“, sagte Stork.

Von der immer wieder geführten Debatte, die Hegeschau ganz abzuschaffen, hält Stork übrigens, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die am Sonntag zu Gast sein wird, nichts: „Wir wollen den Informationsaustausch gerne beibehalten. Auch wenn manchmal kontrovers diskutiert wird“, so Stork

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