Die größte Heilpflanze der Welt: der Ginkgo-Baum.
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Die größte Heilpflanze der Welt: der Ginkgo-Baum.

Aktion von Anita Eicher und dem Steingadener Obst- und Gartenbauverein

Ginkgo-Patenschaft: Ein Baum fürs Leben

  • vonRafael Sala
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Der Ginkgo-Baum erfreut sich zunehmender Beliebtheit – nicht nur im fernen Asien, wo er besonders üppig gedeiht, sondern auch in Europa, vor allem in Deutschland. In Steingaden gibt es jetzt sogar Ginkgo-Patenschaften.

Steingaden – Jemand, der sein Herz an den Ginkgo-Baum verloren hat, ist Anita Eicher. „Mich fasziniert immer wieder, welchen enormen Überlebenswillen dieser Urbaum hat“, schildert sie im Tagblatt-Gespräch. Um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und möglichst viele dieser Bäume pflanzen zu können, hat sich die Lechtalerin etwas Besonderes einfallen lassen: eine Ginkgo-Patenschaft.

Da in Steingaden und Umgebung zahlreiche Pflanzplätze zur Verfügung stehen und sich bereits viele Spender gemeldet haben, besteht auf Eichers Initiative hin ab sofort die Möglichkeit, bei Floristik Schön eine Urkunde für einen solchen Baum zu erwerben. Dieser wird dann – mit Standortangabe für den Paten – in diesem Jahr gepflanzt. „Eine solche Patenschaft wäre auch ein schönes Geschenk für eine Vielzahl von Anlässen wie Geburtstage und Hochzeiten“, schildert Eicher.

Entstanden ist die Idee für das „Ur-Projekt“, wie es die Steingadenerin nennt, unter dem Eindruck des besonderen Jahres 2020, in dem sich weltweit der Corona-Virus ausgebreitet hat. „In dieser außergewöhnlichen Zeit hatte ich das tiefe Bedürfnis, einen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten, der vielen Menschen Lebenskraft symbolisiert – eben wie der Ginkgo-Baum, den es nachweislich weltweit bereits schon vor über 350 Millionen Jahren gab.“

Lange vor den Dinosauriern war das, am Beginn des sogenannten Karbon-Zeitalters, als die Meere für viele Lebewesen infolge atmosphärischer Vergiftungsprozesse keinen sicheren Lebensraum mehr boten, die ersten Landpflanzen entstanden und sich monströse Farne, Schachtelhalme, Bärlappe und riesige Wälder über den Globus ausbreiteten. Auch Riesen-Libellen schwirrten damals durch die Lüfte. Und der Ginkgo-Baum trat in dieser Zeit ebenfalls seinen Siegeszug an.

Die Nährstoffe in der Pflanze sind gut für die Durchblutung des Gehirns, sie helfen bei Schwindelgefühlen und Konzentrationsstörungen und sollen sogar Alzheimer vorbeugen. Interessant: Das Blatt des Ginkgo-Baumes sieht selbst aus wie zwei Gehirnhälften. „Eine echte Wunderpflanze“, wie Eicher, die auch im Steingadener Obst- und Gartenbauverein tätig ist, findet.

Zudem habe sie in den letzten Jahren viele Menschen mit Elektrosensibilität kennengelernt. „Ich fragte mich: Welche Möglichkeiten haben diese Menschen, um sich zu erholen? Natürlich unter einem Ginkgo-Baum“, so ihr Rat.

In Steingaden gibt es Richtung Lechbruck einen Erdwall. Eine Familie hatte sich bereit erklärt, dort im Rahmen eines Pilotprojekts abwechselnd Zwerg-Ginkgo-Bäumen mit Säulenobstbäumen entlang ihres Grundstücks zu pflanzen. „Ziel war es, herauszufinden, ob es möglich und sinnvoll ist, dieses Vorhaben dort umzusetzen“, schildert Eicher weiter.

Auch andere Bürger seien auf sie zugekommen mit der Bitte, sich nach geeigneten Standorten umzusehen und möglichst viele dieser Bäume zu pflanzen. „So kam mir die Idee mit der Patenschaft.“ Inzwischen haben immer mehr Gärtnereien, Baumschulen und Blumenläden Ginkgo-Bäume im Angebot.

Ginkgo-Patenschaft: Infos gibt es beim Steingadener Obst- und Gartenbauverein und bei Anita Eicher unter der Telefonnummer 08862/932121.

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