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Sie wollen Bürgermeister in Steingaden werden: Von links Bernhard Hollerbach, Max Bertl, Roberta Leimbach und Thomas Illert mit Moderatorin Barbara Köpf.

Kommunalwahl 2020

Volles Haus bei Vorstellung in Steingaden: Vier Kandidaten und 500 Fragende

Das Interesse war groß bei der vom Förderverein Frauenliste organisierten Vorstellung der Steingadener Bürgermeisterkandidaten am Sonntagabend in der Schulturnhalle. Rund 500 der etwa 2200 Wahlberechtigten waren zu der Veranstaltung gekommen.

Steingaden – Wer soll die Nachfolge von Xaver Wörle antreten, der immerhin 24 Jahre lang im Steingadener Rathaussessel saß? Eine Frage, die sich offensichtlich viele Steingadener noch stellen, wenn man den Besucherandrang zur Kandidatenvorstellung, moderiert von Barbara Köpf, richtig deutet.

Die Männerrunde von Bernhard Hollerbach (50), Max Bertl (26) und Thomas Illert (53) wird zum ersten Mal in der Gemeindegeschichte durch eine Frau, nämlich Roberta Leimbach (55), ergänzt, wie Marianne Geyr von Schweppenburg vom Förderverein Frauenliste feststellte.

Zwei Kandidaten mit Gemeinderatserfahrung und zwei Neulinge

Roberta Leimbach, vor allem bekannt durch die Steingadener Blütentage, kann immerhin zwölf Jahre Gemeinderatserfahrung vorweisen. Seit sechs Jahren sitzt Bernhard Hollerbach im Gemeinderat. Neulinge auf diesem Gebiet sind Thomas Illert und der CSU-Ortsvorsitzende Max Bertl.

Drängende Fragen kristallisieren sich schnell heraus

Als drängende Fragen im Publikum wie im Ort kristallisierten sich schnell die Marktplatzbelebung, der innerörtliche Verkehr, der Breitbandausbau, die Erweiterung des Gewerbegebiets, der Tourismus, der Neubau des TSV-Vereinsheims und die Erweiterung des Kindergartens heraus. Aber auch die persönliche Einstellung zum 5G-Ausbau, zum Fair-Trade-Handel oder zu Möglichkeiten der CO2-Einsparung und Eindämmung des Flächenverbrauchs interessierten das Publikum.

Marktplatzbelebung ist bereits Thema im Gemeinderat

„Der Marktplatz ist das A und O“, meinte ein Besucher und bezweifelte, ob da überhaupt Platz für zusätzlichen Publikumsverkehr sei, da die Parkplätze fehlen. Zur Marktplatzbelebung hielt sich Leimbach bedeckt. Es sei Thema im Gemeinderat, deshalb dürfe sie nicht viel dazu sagen.

Illert berief sich auf die bisher bekannten Planungen mit einem Café und Regionalvermarktung. Er „sieht dem mit gutem Gewissen entgegen“.

Bertl legt Wert auf Erhalt der Gastwirtschaft

Auch Hollerbach will erst einmal die laufenden Verhandlungen abwarten. Bertl ist es wichtig, die Gastwirtschaft zu erhalten. Um zusätzlichen Tourismus zu erschließen, würde Leimbach kleine Projekte mit Fachleuten entwickeln. „Es gibt heute verschiedene Interessensgebiete bei den Gästen. Kultur alleine reicht da nicht aus“, war ihre Meinung.

Auch Bertl setzte diesbezüglich auf Beratung. Hollerbach sah auch die Gastgeber in der Pflicht, ein zeitgemäßes Angebot bereitzustellen.

Illert konnte sich gar nicht vorstellen, neue Gäste zu gewinnen. „Das Urlaubsverhalten geht in die Ferne“, glaubte er. In diesem Punkt widersprach Leimbach: Die Tendenz zum Urlaub im eigenen Land sei steigend.

Illert schlägt vor, den Ort zu untertunneln und erntet einige Lacher

Zur Verkehrssituation im Ort gab es verschiedene Vorschläge: Hollerbach machte sich für eine Umfahrung von Staltannen und Lauterbach stark, innerorts könnte er sich eine Beruhigung an der B 17 durch zwei Kreisel vorstellen. Illert erntete mit dem Vorschlag, den Ort zu untertunneln, einige Lacher. Bertl würde sich an höhere Ämter wenden, um auszuloten, was verkehrstechnisch möglich sei. Und auch Leimbach favorisierte diesbezüglich die Zusammenarbeit mit Fachleuten.

Fohlenhofausbau und gute Vereinsarbeit für die Jugend

Zur Frage, was sie für die Jugend tun wollen, beriefen sich die Kandidaten auf den Fohlenhofausbau und die gute Vereinsarbeit, die zu unterstützen sei. In puncto Gewerbegebiet, dessen letzte Fläche gerade von der Gemeinde veräußert wurde, waren sich alle klar, dass eine Erweiterung beziehungsweise ein neues Gewerbegebiet hermüsse. Thomas Illert warf dabei einen Blick auf Flächen, die derzeit im Kirchenbesitz sind.

Meinungen der Kandidaten gehen insgesamt nicht weit auseinander

Insgesamt gingen die einzelnen Meinungen und Vorschläge der Kandidaten nicht sehr weit auseinander. Ob die Veranstaltung den Steingadenern bezüglich ihrer Wahlentscheidung weitergeholfen habe? Da waren sich mehrere Besucher noch nicht schlüssig. „So halb und halb“, meinte einer.

URSULA FRÖHLICH


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