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Die Musiker und Sänger im Altarraum der Wieskirche.

Konzert in der Wieskirche

Geistliche Volkslieder spürbar fröhlich und locker

„Bitte singen Sie kräftig mit – und nehmen Sie das Liedblatt mit nach Hause!“, stand auf dem Handzettel. Persönlich verteilte ihn Ernst Schusser, der Leiter des Volksmusikarchivs und der Volksmusikpflege des Bezirks Oberbayern, an die zahlreichen Besucher in der Wieskirche.

Wies – Sie waren zum Konzert „Herr bleib bei mir...“ mit geistlichen Volksliedern, Instrumentalmusik und Gedanken zur Wieskirche von Wiespfarrer Gottfried Fellner erschienen, zu dem das Volksmusikarchiv eingeladen hatte.

Die Sammlung und Dokumentation der regionalen musikalischen Volkskultur der Gegenwart und der Vergangenheit ist das Ziel des Archivs. Lieder, Melodien, Schallplatten, Fotos, Bücher und Zeitschriften sind darin enthalten. „Die Freude, die in den Liedern steckt, möchten wir vermitteln“, sagte Schusser. Und das gelang auch an diesem Nachmittag: Zusammen mit den Rottenbucher Blechbläsern, der Murnauer Geigenmusi und dem Vokalensemble des Volksmusikarchivs unter der Leitung von Annemarie Meixer, fand ein schönes Konzert statt. Und das Schöne eben daran war auch, dass die Besucher mitsingen durften.

Die geistlichen Volkslieder sind keine komplizierten Stücke, schnell kann man die Melodie erlernen. Unter Anleitung von Schusser verlor das Publikum auch sofort eine anfängliche Scheu, denn Schusser brachte Freude und Entspanntheit mit. „Wenn Sie lauter singen, glaubt Ihr Nachbar, Sie sind sicher“, scherzte er.

Die Zuschauer in den Sitzbänken der Wieskirche sangen begeistert mit.

Spürbar fröhlich und locker sang man dann auch. Zuerst stand das das bekannte Wieslied „Kommt, ihr Sünder, kommt gegangen“ von Franz Wilhelm Freiherr von Ditfurt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Handzettel, in dem Jesus Gnade und Hilfe gepriesen wird.

Wiespfarrer Gottfried Fellner unterstrich in seinen Gedanken zu diesen Volksliedern – in Verbindung mit dem Erntedankfest an diesem Sonntag – das dankbare Verständnis des einfachen Volkes, das sich in den Texten und Melodien widerspiegelt. Erntedank sei zwar noch keine lange Tradition bei den katholischen Christen, so der Pfarrer. Aber es sei schon immer ein Grundanliegen der Menschen gewesen, sich für die Ernte zu bedanken.

„15 Millionen Tonnen Lebensmittel landen alleine in Deutschland jährlich im Müll“, sagte Fellner. Eine unvorstellbare Zahl, die nachdenklich machte.

Als Gast an diesem Abend war der Oberbayerische Bezirkstagspräsident Josef Mederer aus Altomünster zum Konzert gekommen. „Wir wollen regelmäßig solche Veranstaltungen machen, damit die geistlichen Volkslieder wieder Anklang finden und die überlieferten Melodien wieder aufleben“, sagte er zur Begrüßung. Ein neues Heft mit Liedmaterial wurde dazu herausgebracht, und auch eine CD konnte man erwerben.

Viel Dankbarkeit und auch viel Gemeinsinn stecken in den Texten dieser Lieder. „Wir brauchen Hoffnung, die uns trägt, und einen Menschen, der versteht“, heißt es da in dem Lied „Herr, bleib bei uns“.

Verließ man nach diesem schönen Konzert die Kirche, fand man große Körbe mit gesegnetem Brot vor. Es war ein Projekt der „Aktion Minibrot“ der Katholischen Landvolkbewegung, die der Landbevölkerung im Senegal und in der Bukowina hilft. Gegen eine Spende konnte man sich das Brot als Wegzehrung mitnehmen.
Regina Wahl-Geiger 

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