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Abschlusskonzert in der Wieskirche nach einem fünftägigen Workshop: Die Werkgemeinschaft Musik mit Dirigent Michael Falk, dem Orchester und dem Chor.

Konzert in der Wieskirche

Mal polternd laut, mal sensibel leise

Voll auf ihre Kosten kamen die Besucher des Konzerts der Werkgemeinschaft in der Wieskirche. Den Musizierenden reichten dazu fünf Tage Probezeit.

Wies – Warum nicht einmal musikalischen Urlaub machen? Mit der Werkgemeinschaft Musik mit Sitz in Köln ist das möglich. Derzeit sind wieder Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik in der Landvolkshochschule in der Wies versammelt und musizieren zusammen.

Seit über 50 Jahren findet alljährlich so eine Veranstaltung statt. Und wieviel Spaß das gemeinsame Singen und Musizieren machen kann, zeigt die Anzahl der Teilnehmer und das Altersspektrum. „Es sind 114 Mitwirkende von 11 bis jungegebliebenen 92 Jahren“, sagte Sebastian Erpenbeck, Orchester- und Gesamtleiter der Chor- und Orchesterwoche. Und es ging einen Raunen durch das Publikum. In der Wieskirche fand nämlich ein abschließendes Konzert der Teilnehmer der 3. Chor- und Orchesterwoche statt.

Und die zahlreich erschienenen Besucher wurden mit einem zweistündigen Programm belohnt, das nicht nur sehr abwechslungsreich war. Es überraschte doch sehr, was die Musizierenden in der nur fünftägigen Probezeit so alles auf die Beine stellen und wirklich hochkarätige Musik präsentieren. Aufgeteilt in verschiedene Ensembles wie Blechbläser, Holzbläser, Streicher, sinfonisches Blasorchester, Orchester, Chor, Gospelchor und letztendlich das große Finale mit Chor und Orchester, kamen die Zuhörer in den Genuss einer großen Bandbreite an Musik.

Jedes Stück für sich war ein kleines Juwel und wurde mit viel Herzblut präsentiert. Nach zwei Instrumentalwerken der Blech- und Holzbläser sang sich der große Chor mit einem a-capella-Stück von Hugo Wolf so richtig gut ein. Ein Teil der Sänger bildete auch den sehr schwungvollen und ausdrucksstarken Gospelchor, der zwei typische Spirituals darbot.

Stille Zuhörer, die aber am Ende des Konzerts begeistert applaudiert haben.

Das große Streicherensemble benötigte eine Menge Platz im Altarraum. Und so war das Klangvolumen bei einem Stück von Giacomo Puccini „Crisantemi – Elegie für Streicher“ schon beeindruckend.

Sehr eindrucksvoll auch die Blechblasgruppe, die von der jungen Dirigentin Anne Löffelmann mit sicherer Hand geführt wurde. Hervorragend hier ein Werk eines zeitgenössischen Komponisten B. Sadler, das beinahe an Filmmusik von Hans Zimmer erinnerte und wirklich gewaltig klang in dieser Kirche.

Gewaltig auch das sinfonische Blasorchester, das anschließend den Altarraum bevölkerte. Auch hier überwältigte das große Klangvolumen. Und nun kam der Auftritt des großen Orchesters. Zunächst mit fünf von insgesamt 14 „Enigma-Variationen op. 36“ des britischen Komponisten Edwart Elgar, einem wunderschönen Werk, das 14 Menschen aus dem Umfeld Elgars beschreibt. Mal polternd laut, mal sensibel leise, mal fröhlich dahin plätschernd, so unterschiedlich wie die Charaktere der Menschen sind, so klang auch hier die Musik, die von dem Streicherensemble unter der Leitung von Thomas Brogsitter wunderbar herausgearbeitet wurde.

Das Finale dann mit Chor und Orchester war ein selten aufgeführtes Werk von Luigi Cherubini, ein italienischer Komponist und Zeitgenosse Ludwig van Beethovens. Dieser betrachtete Cherubini als einen der größten dramatischen Komponisten. Neben zahlreichen Opern schrieb Cherubini auch zwei Requien und sieben Messen. Eine davon, die Krönungsmesse in G, die „Messe solennelle en Sol“ wurde an diesem Abend präsentiert.

Eine gute Wahl, denn der Klangfarbenreichtum, die Virtuosität dieser Messe ist besonders ausgeprägt. Es ist auch eine der seltenen Messen, die ohne Solisten stattfindet. Der Chor entfaltete sich hier hervorragend, war hoch konzentriert und arbeitete unter der Leitung von Dirigent Michael Falk in perfekter Zusammenarbeit mit dem Orchester. Ein Ohrenschmaus.

Jubelrufe, „Bravos“ und begeisternde Pfiffe waren laut Wiespfarrer Monsignore Gottfried Fellner an so einem Ort nicht erlaubt. Applaudieren durften die Besucher jedoch. Und das tat man dann auch ausgiebig. 

Regina Wahl-Geiger

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