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Die Künstlerinnen laden herzlich ins Wernerhaus ein. Von links: Eva Maurer, Marion Werner und Dagmar Larasser. Bonny Schmid-Burleson fehlt auf dem Bild.

Kunstwochenende 

Ein Fest fürs Auge im Steingadener Wernerhaus

Keramik, Holzskulpturen, Schmuck und Installationen: Beim 13. Kunstwochenende im Wernerhaus an der Loristraße 4 ist wieder einiges geboten, Marion Werner lädt alle Kunstinteressierten herzlich in ihr Haus ein.

Steingaden – Mit von der Partie sind bei der Steingadener Bildhauerin diesmal die Keramikerin Dagmar Larasser, Bonny Schmid-Burleson mit kleinen Installationen und Eva Maurer mit selbst entworfenen und gefertigten Schmuckstücken.

Betritt man den Raum, den Bonny Schmid-Burleson gestaltet hat, wähnt man sich zuerst in einem Kinderzimmer des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Beim näheren Hinblicken tun sich allerdings ungeahnte Welten auf. In verglasten Holzkästen inszeniert die Künstlerin geheimnisvolle Geschichten. Flohmarktfunde, Sammelstücke, Fundstücke, wie Spielsachen, kleine Püppchen, Zweige, Blätter, Knochen, getrocknete Blumen oder Federn werden hier kunstvoll in Szene gesetzt. In einem eingerollten, trockenen Blatt liegt ein Püppchen wie in einem Kokon. Zart, verletzlich und doch mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es immer schon so gewesen. Dem Betrachter drängen sich Fragen auf. Fragen, zu denen jeder selbst eine Antwort finden muss. Und auf die es sicher viele Antworten gibt.

Ähnlich fragil sind die Objekte, die Dagmar Larasser in ihrer Dießener Keramikwerkstatt schafft. Vasen, Schalen, Objekte aus Ton mit klaren Linien und klassischen, schlichten Formen. Was in seiner strengen, geometrischen Perfektheit wirkt wie ein Industrieprodukt, ist allerfeinste Handwerkskunst. Handgemacht und aufwändig glasiert. Die Glasuren, die in leuchtenden Farben ebenso wie in klassischem Weiß zu haben sind, entstehen in mehreren Tauchgängen. Anschließend werden die Objekte noch mit der Spritzpistole behandelt und Oxyde aufgetragen. Die Quadratischen Schalen entstanden aus einem dünnen Keramikblatt, das mit Walzen, Netz oder Strukturpapier behandelt wurde. Im Beet vor dem Haus wiegen sich Meerjungfrauen, Gute-Laune-Hühner oder Fische auf langen Stäben im Wind; ebenfalls Arbeiten von Dagmar Larasser.

In der Nische neben der Eingangstüre steht das neueste Werk von Marion Werner. Eine bäuerliche junge Frau mit Blumenstrauß in der Hand und in Bronze gegossen. Fast andächtig scheint sie dahin zu schreiten. Die Motive für ihre Figuren und Gruppenbilder findet Marion Werner in ihrer nächsten Umgebung: Menschen vom Lande, Pfarrer und Ministranten, neckische Nackte und freche Engerl tummeln sich hier und zaubern ein beglücktes Schmunzeln in die Gesichter ihrer Betrachter. Mit einer Prise Humor und Lust an üppigen Formen formt Marion Werner Holzblöcke zu kunstvoller Situationskomik, garniert mit sorgsam ausgewählten Accessoires.

Ein Fest fürs Auge, das angesichts der Kreationen von Eva Maurer anfängt zu leuchten. Zumindest die Augen der weiblichen Besucher dürften schwärmerisch über die Schmuckstücke aus Edel-Korallen und echten Süßwasserperlen kombiniert mit Gold oder Silber schweifen. Echte Einzelstücke sind auch die Schmuckstücke aus geschnittenen Steinen, die mit rauer, unebener Oberfläche einen ganz eigenen Charme entfalten. Es gibt also wieder viel zu entdecken im Wernerhaus. Und zu einem Plausch mit den Künstlerinnen bei Kaffee und Kuchen ist immer Zeit. 

Geöffnet ist die Ausstellung am Samstag, 13. Mai, von 13 bis 19 Uhr und am Sonntag, 14. Mai, von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ursula Fröhlich

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