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Auf der Staatsstraße 2059 von Steingaden nach Lechbruck wird es im Bereich des Gewerbegebietes am Krummbach keine Geschwindigkeitsbeschränkung geben. 

Gemeinderat Steingaden

Landratsamt lehnt Tempolimit ab

Nichts ist es mit der von der Gemeinde Steingaden seit Jahren geforderten Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Staatsstraße 2059 zwischen Steingaden und Lechbruck. „Eine ärgerliche Sache“, sagte Bürgermeister Xaver Wörle und informierte den Gemeinderat über den bisher mit dem Landratsamt geführten Schriftverkehr. Eine unendliche Geschichte.

Steingaden – Vor beinahe zwei Jahren hatte die Gemeinde den Wunsch geäußert, die Höchstgeschwindigkeit auf der Staatsstraße 2059 zwischen Steingaden und Lechbruck auf Höhe des Gewerbegebietes „Am Krummbach“ sowie der Abzweigungen der Gemeindeverbindungsstraßen nach Urspring und Steingädele auf 70 km/h zu begrenzen. Ohne Erfolg. Trotz der Unfälle, die sich auf diesem Streckenabschnitt ereignet haben.

Die Gemeinde hatte zwar mit hohem Kostenaufwand eine Linksabbiegespur im Bereich der Einmündung der Krummbachstraße hergestellt, genützt habe es aber nichts, so der Bürgermeister.

Das Landratsamt teilte der Gemeinde mit, man habe den Wunsch der Gemeinde auf Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit geprüft. Die strengen Voraussetzungen seien hier nicht gegeben. Eine erheblich übersteigende Gefahrenlage liege in Bezug auf das Unfallgeschehen nicht vor.

Im November 2017 startete die Gemeinde Steingaden einen neuen Versuch, die Geschwindigkeit auf der Staatsstraße 2059 zu begrenzen. Sie führte in ihrer Begründung an, dass sich mittlerweile das Gewerbegebiet deutlich vergrößert habe: „Schönegger Käse-Reifelager, Raiffeisen-Lagerhaus, der gemeindliche Bauhof und etliche weitere Gewerbe-Ansiedlungen. Der Lkw-Verkehr habe sich nahezu verdoppelt. Außerdem befänden sich auf dieser Strecke etliche Feldausfahrten, die zusätzliche Gefahrenstellen bilden.

Eine von der Gemeinde durchgeführte Geschwindigkeitsmessung brachte das Ergebnis, dass 13 Prozent der Fahrzeuge auf der Staatsstraße 2059 auf Höhe der Einmündungen aus Steingädele und Urspring zu schnell unterwegs waren. 179 Fahrzeuglenker hätten danach Punkte in Flensburg bekommen, 22 ein Fahrverbot erhalten.

Das Landratsamt ist nach einem Ortstermin zusammen mit der Polizei am 22. Januar 2018 immer noch anderer Meinung. Übereinstimmend sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die rechtliche Grundlage für die beantragte Geschwindigkeitsbegrenzung nicht gegeben sei.

Das trieb Steingadens Bürgermeister dann doch den Zorn ins Gesicht. Man habe diese Entscheidung mit Überraschung zur Kenntnis genommen, teile aber die Ansicht des Landratsamtes nicht. Im Übrigen hätte es die Gemeinde begrüßt, wenn sie zu der Verkehrsschau im Januar eingeladen worden wäre. Man hätte nämlich bei dieser Gelegenheit die Argumente der Gemeinde vor Ort bekräftigen können.

Wörle bat, diese Entscheidung zu überdenken, bevor er den Gemeinderat darüber informiere. Auf der jüngsten Sitzung hatte er das Gremium über diese unendliche Geschichte in Kenntnis gesetzt.

Walter Kindlmann

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