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Silvia Hübner vor dem Lindenhof in Steingaden, der zu einem Suiten- und Tagungshotel umgebaut werden soll.

Umbau für rund zwei Millionen Euro

Lindenhof wird Suiten-Hotel

Der Lindenhof am nördlichen Ortseingang der Gemeinde Steingaden ist als herkömmliches Gasthaus Vergangenheit. Er wird für rund zwei Millionen Euro bis Ende nächsten Jahres zu einem Suiten-Hotel & Tagungs- Eventrestaurant mit maximal 38 Sitzplätzen umgebaut.

Steingaden – Der Steingadener Bürgermeister Xaver Wörle sieht in diesem Vorhaben ein „ideales Konzept“. Und im Umfeld des Hotels weniger Lärmbelastung als bei einem Gasthaus. Den Besitzern des Lindenhofes, Silvia Hübner und Karl-Heinz Hensel, ist die Entscheidung für den Erhalt des Lindenhofes nicht leicht gefallen. Eigentlich war der Verkauf der Gaststätte geplant. „Wir hatten auch ein gutes Angebot“, sagt Silvia Hübner. Allerdings sei bei diesem Gedanken ihr Herz immer schwerer geworden. „Ich konnte nicht, jetzt bleiben wir den Steingadenern erhalten“, meint sie schmunzelnd.

„Die Renovierung und geringfügige Erweiterung des Lindenhofes soll hauptsächlich im bestehenden Baufenster erfolgen“, sagt Dietmar Hörner, der zuständige Architekt aus Schongau. Die Verbindung des Hauptgebäudes mit dem Stall stellt eine kleine Erweiterung dar. In dieser Verbindung soll ein Frühstücksraum im Erdgeschoss und im Obergeschoss ein Atelier untergebracht werden. Anstatt des ehemaligen Biergartens hinter dem Haus ist ein Wintergarten geplant. Ein vorgebauter, großzügiger Eingangsbereich soll vor dem jetzigen Eingang entstehen.

Das Konzept der beiden Eigentümer sieht vor, dass das Hotel und das Restaurant in erster Linie für gebuchte Veranstaltungen und Übernachtungen geöffnet werden. Im Monat sind maximal acht Tage regulärer Restaurationsbetrieb vorgesehen. Vornehmlich wollen sich die Eigentümer dabei auf Freitage und Samstage zwischen 17 und 23 Uhr konzentrieren. Im entstehenden Wellnessbereich sollen den Hotelgästen auch Behandlungen angeboten werden. 

Die Entwurfszeichnungen zeigen, wie sich der Gasthof in eine luxuriöse Unterkunft für Hotelgäste verwandeln soll.

In einer separaten Kochschule sind zunächst zwölf Kurse pro Jahr vorgesehen. Die Küche für den Restaurationsbetrieb wird umgebaut. Statt der bisher 17 Fremdenzimmer entstehen nunmehr sechs behindertengerechte Luxus-Suiten für zusammen zwölf Personen – zwei im Erd- und vier im 230 Quadratmeter großen Obergeschoss. Der Wintergarten bekommt eine Verbindung zu Wellnessbereich, Sauna, Whirlpool und Ruheraum. Im Dachgeschoss (210 Quadratmeter) sollen Tages- und Meetingraum, Bar und Toiletten Platz finden. Im geschlossenen Außenbereich ist ein Kräutergarten vorgesehen. Im Garten werden jährlich vier bis sechs Veranstaltungen (Sommer-/Grillfest, Dämmerschoppen) ausgerichtet.

Was die Anzahl der Beschäftigten anbelangt, so sind im Lindenhof nach dessen Fertigstellung drei Mitarbeiter in Vollzeit und weitere drei in Teilzeit vorgesehen.

Eines macht Silvia Hübner klar: Das Wesen des Lindenhofes wird sich auch nach dem Um- und Ausbau nicht verändern. Die strategische Ausrichtung ziele auf ein Geschäftsmodell ab, das es in dieser Form in Steingaden noch nicht gegeben habe. „Wir hoffen, den Ort dadurch zu bereichern und treten weitgehend nicht mit anderen Betreibern in Konkurrenz.“

Bürgermeister Xaver Wörle findet es gut, dass die Symbolik des Lindenhofes erhalten bleibt. „Restauration, Kochschule und Seminarräume sind ein gute touristische Ergänzung.“ Geschlossen hat der Gemeinderat am Donnerstagabend das Bauvorhaben im Freistellungsverfahren genehmigt.

Von Walter Kindlmann

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